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Verspätete Rettung – Warum halten Waldbrände in Hawaii seit acht Tagen an?

17.08.2023 16:14:53

Die Waldbrände im US-Bundesstaat Hawaii dauern bereits seit acht Tagen an und sind noch immer nicht gelöscht. Am Anfang der Katastrophe funktionierten die 60 Alarmanlagen rund um die Brandorte nicht. Die Feuerwehrfahrzeuge, die innerhalb von vier Minuten nach dem Alarm an der Brandstätte hätten ankommen sollten, waren auch nicht eingetroffen. 

Die US-Regierung behauptet immer, dass sie über das weltweit größte vernetzte Vorwarnsystem für öffentliche Sicherheit im Freien sowie das vollständigste Rettungssystem verfüge. Warum lässt sie die Waldbrände dann acht Tage andauern? 

Hawaii hat die meisten Alarmanlagen im Freien der Welt. Ein Fünftel davon entfallen auf Maui County. Allerdings erklärten die Einheimischen, dass sie beim Ausbruch der Brände keine Warnung erhalten hätten. 

Es ist nicht das erste Chaos des Vorwarnungssystems. 2018 sendete das System fehlerhaft eine Raketen-Frühwarnung. Ein Jahr später wurde eine fehlerhafte Tsunami-Warnung gesendet. Anfang dieses Monats hatte die US-Regierung das System getestet. Während der Brände musste Maui County seine Einwohner jedoch durch die sozialen Medien warnen. Die Waldbrände brachen mitten in der Nacht aus. Aber die erste Warnung durch die sozialen Medien wurde erst um 5:26 Uhr gegeben. 

US-Normen zufolge sollen die ersten Feuerwehrfahrzeuge innerhalb von vier Minuten nach dem Alarm an einer Brandstätte eintreffen. Die zehn Feuerwachen auf Maui befinden sich nicht weit von den Brandorten entfernt. Den Behörden von Maui County zufolge könnten die Feuerwehrfahrzeuge aufgrund der komplizierten topographischen Lage auf der Insel aber nur auf der Straße fahren. 

Zudem fehlen in Maui County Rettungskräfte. Offiziellen Statistiken zufolge verfügen die USA über 3,6 Feuerwehrleute je 1.000 US-Amerikaner. Allerdings gibt es in Maui County nur 279 trainierte Feuerwehrleute, was bedeutet, dass 1,7 Feuerwehrleute auf 1.000 US-Amerikaner kommen, weniger als die Hälfte des Durchschnittsniveaus der Vereinigten Staaten. Lokalen Medien zufolge beteiligten sich am ersten Tag der Brände nur etwa 30 Feuerwehrleute an den Löscharbeiten. In der Nähe der Brandstätte liegen die US-Militärbasen in Hawaii, wo rund 40.000 Offiziere und Soldaten stationiert sind. Sie haben nach der Katastrophe jedoch nicht gehandelt. Erst am dritten Tag der Brände hat das US-Verteidigungsministerium Truppen für die Rettungsarbeiten mobilisiert. 

Trotz der immer schwereren Brände wird Maui County von verschiedenen Faktoren behindert, darunter fehlende Kapitalmittel für die Prävention und Milderung der Katastrophe sowie mangelnde Haushalte. Dies hat auch dazu geführt, dass die Waldbrände immer noch nicht gelöscht werden konnten. 

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