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Die Zahl der Neugeborenen in China könnte in diesem Jahr auf unter 9 Millionen sinken, mahnte ein chinesischer Akademiker. Das würde bedeuten, dass die Zahl in den letzten fünf Jahren um über 40 Prozent zurückgegangen ist.
Qiao Jie, Stellvertreter des Health Science Center der Peking-Universität und Mitglied der Chinesischen Akademie der Ingenieurwissenschaften, äußerte sich auf einer Konferenz am Dienstagauch besorgt über die Fruchtbarkeit von Frauen im gebärfähigen Alter.
Die Steigerung der Fruchtbarkeit von Frauen sei einer der Schlüsselfaktoren für die Ankurbelung des Bevölkerungswachstums. Er wies darauf hin, dass die Zahl der Neugeborenen in diesem Jahr bei nur 7 Millionen liegen könnte.
In diesem Kontext erläuterte er, dass die Fruchtbarkeit von Frauen im gebärfähigen Alter von verschiedenen Faktoren abhänge. Erstens seien 90 Prozent der Fälle, in denen sich ein menschlicher Embryo ungewöhnlich entwickelt unbekannter Ätiologie (ein Fachbegriff aus der Medizin für den zugrundeliegenden ursächlichen Zusammenhang einer Krankheit), so dass weitere Analysen in grundlegenden Bereichen wie neuen Genen und neuen Transkripten erforderlich seien. Zweitens gebe es für die Aufrechterhaltung der Fruchtbarkeit bei Krankheiten wie Eizellreifungs- und Embryoeinnistungsstörungen immer noch keine nachvollziehbare Behandlungsmethode, was eine weitere Klärung der Ziele in Bezug auf Bewertung und Intervention erfordere.
Die chinesische Gesundheitsbehörde (National Healthcare Security Administration) hatte im Februar die Aufnahme von Geburtsanalgesie und künstlicher Befruchtung in die Krankenversicherung angekündigt, um die reproduktiven Rechte und den Kinderwunsch der Menschen zu schützen.
Die Gesundheitsbehörden hätten Bevölkerungsfragen schon immer große Bedeutung beigemessen, erklärte die Behörde und fügte hinzu, dass in Frage kommende Medikamente zur Unterstützung der Fruchtbarkeit - darunter Bromohentin, Triprellin und Clomifen - bereits von der Krankenversicherung abgedeckt seien, was vielen Patienten geholfen habe.
Die Bevölkerungszahl auf dem chinesischen Festland ist letztes Jahr zum ersten Mal seit 61 Jahren gesunken, und zwar um insgesamt 850 000 Personen, wie aus den Daten des Staatlichen Amts für Statistik (NBS) hervorgeht.
Quelle: german.china.org.cn