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Weiterer Einbruch bei Baugenehmigungen verschärft Wohnungskrise in Deutschland

20.07.2023 13:36:21

Foto von VCG

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Die Wohnungskrise in Deutschland spitzt sich weiter zu. Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen sank im Mai um 25,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag mitteilte.

Nach einem Jahr des kontinuierlichen Rückgangs wurden laut Destatis im Mai in der größten europäischen Volkswirtschaft nur noch Baugenehmigungen für 23.500 neue Wohnungen erteilt.

„Zum Rückgang der Bauvorhaben dürften weiterhin vor allem steigende Baukosten und zunehmend schlechtere Finanzierungsbedingungen beigetragen haben“, so Destatis.

Die Preise für den Wohnungsneubau in Deutschland stiegen laut Destatis im Mai um 8,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Im Vergleich zum vorangegangenen Berichtsmonat Februar hat sich der Anstieg von 15,1 Prozent verlangsamt.

Angesichts der gestiegenen Kosten für den Wohnungsbau und der Kürzung der staatlichen Neubauförderung „ist für das weitere Jahr nicht mit einer Verbesserung der Situation zu rechnen“, sagte eine Sprecherin des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie am Dienstag gegenüber Xinhua. "Die Genehmigungen werden weiter rückläufig sein."

Nach Angaben des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA) fehlen in diesem Jahr in Deutschland bereits 400.000 Wohnungen, und die Zahl könnte bis Mitte des Jahrzehnts noch auf bis zu 700.000 anwachsen.

Experten gehen davon aus, dass das Ziel der Bundesregierung, 400.000 neue Wohnungen pro Jahr zu bauen, weiterhin verfehlt wird. Nach einer Schätzung des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung wird die Zahl der jährlichen Fertigstellungen bis 2025 auf 175.000 sinken.

Die 300.000 Wohnungen, „die wir jetzt schaffen, [...] sind auf jeden Fall zu wenig“, räumte Klara Geywitz, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bau, Ende April ein.

Infolge der Wohnungsknappheit steigen die Mieten in Deutschland stetig an. Im zweiten Quartal des Jahres stiegen die Mieten für Bestandswohnungen um 2,5 Prozent und für Neubauten um 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, heißt es in einer Analyse der Online-Immobilienplattform ImmoScout24, die Anfang des Monats veröffentlicht wurde.

„Der Druck auf den Mietmarkt hält insbesondere in den Ballungsgebieten weiter an“, sagte ImmoScout24-Geschäftsführerin Gesa Crockford. „Immer mehr Menschen sind gezwungen, außerhalb der Metropolen nach einer Mietwohnung zu suchen.“

Quelle: german.news.cn

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