Ein Jahr Russland-Ukraine-Konflikt: USA profitieren, Europa leidet

24.02.2023 19:46:07

Anlässlich des ersten Jahrestages des Beginns der bewaffneten Konflikte zwischen Russland und der Ukraine erregte die Aufdeckung des mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten US-Journalisten Seymour Hersh, dass die USA an der Explosion der „Nord Stream“-Pipelines beteiligt waren, weltweit immer größere Aufmerksamkeit. Nach Seymour Hersh zielte der Sabotageakt nicht darauf ab, die Ukraine zu unterstützen. Die USA wollten die Gaspipeline im Winter außer Betrieb setzen, um sicherzustellen, dass Europa die NATO weiter unterstützen müsste.

Die Ukraine-Krise versetzt Europa in ein immer größeres Dilemma, während die USA dagegen von dem Konflikt profitieren.

Einerseits nutzen die Vereinigten Staaten die europäische Energiekrise aus, um sich zu bereichern. Nach Angaben der US-Webseite „Business Insider“ kann jedes US-amerikanische LNG-Schiff, das nach Europa fährt, mehr als 100 Millionen US-Dollar an Gewinn einbringen. Der französische Präsident Emmanuel Macron kritisierte öffentlich, dass ein Preis des mehr als Vierfachen des inländischen Preises in den USA „nicht die wahre Bedeutung von Freundschaft“ sei.

Andererseits erlebten die US-Rüstungskonzerne einen Höhenflug dank dem Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. Nach der Webseite der US-Zeitschrift „The Nation“ diskutierten die wichtigen US-Waffenhersteller schon vor dem Ausbruch der Ukraine-Krise, wie man die Spannungen zwischen Russland und der Ukraine als Geschäftsmöglichkeiten nutzen könnte.

Im Januar 2022 erklärte Greg Hayes, CEO des US-Unternehmens Raytheon Technologies, dass die Spannungen in Osteuropa bzw. anderen Konfliktregionen nützlich für die Geschäftsentwicklung seien. „Wir sehen internationale Geschäftsmöglichkeiten.“

Wirtschaftlich gesehen ist die Eurozone auch zu einem direkten Opfer des Russland-Ukraine-Konflikts geworden. Im August 2022 war der Wechselkurs des Euros zum US-Dollar drastisch gesunken. Der Webseite der deutschen Zeitung „Handelsblatt“ zufolge hat dies mit der Aufwertung des US-Dollars, der hohen Inflation in der Eurozone, der Ausbreitung der Energiekrise in Europa und dem steigenden Risiko in den hoch verschuldeten europäischen Ländern wegen der Erwartung einer Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank zu tun.

Wegen der Geiselnahme durch die USA ist Europa ebenfalls zu einer Schachfigur im Kampf zwischen den USA und Russland geworden. Wegen der außenpolitischen Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten liegt die „strategische Selbständigkeit“ der EU nun weit außer Reichweite.

Die USA haben durch den „Inflation Reduction Act“ auch den Trend zur „Deindustrialisierung“ Europas weiter verschärft. Die Interessen der EU werden von dem handelsprotektionistischen US-Gesetz schwer beschädigt. Daher haben EU-Vertreter schon skeptisch gefragt, „sind die USA immer noch unser Verbündeter?“ 


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