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Chinas „Facettenauge“ beobachtet die Tiefen des Weltraums

20.02.2023 08:00:05

Die zweite Bauphase des chinesischen Weltraumbeobachtungsradarsystems, auch „China Compound Eye“ (Chinas Facettenauge) genannt, hat am Dienstag in einem Außenbezirk in der südwestchinesischen Metropole Chongqing begonnen. Dies gab ein Vertreter der Technischen Universität Peking bekannt.

Das Projekt „China Compound Eye“ wurde von einem Forschungsteam initiiert und mit staatlicher Unterstützung auf den Weg gebracht. Auf einer Fläche von mehr als 20 Hektar werden in der neuen Bauphase 25 hochauflösende Radare mit einem Durchmesser von jeweils 30 Metern gebaut, die voraussichtlich im Jahr 2025 fertiggestellt sein werden.

Das „China Compound Eye“ soll mithilfe der Erstellung von hochauflösenden Bildern zur Beobachtung und Erfassung von Objekten in den Tiefen des Weltraums eingesetzt werden, darunter Asteroiden und erdähnliche Planeten außerhalb des Sonnensystems. Außerdem dienen die Weltraumbeobachtungsradare auch zur Vorwarnung bei erdnahen Asteroiden sowie zur Erforschung des Monds und großer Planeten im Sonnensystem, wie etwa Jupiter.

Der Bau des Projekts umfasst drei Phasen, wobei die erste Phase, bestehend aus vier Radaren mit einem Durchmesser von jeweils 16 Metern, im vergangenen Dezember abgeschlossen wurde. Nach Abschluss der dritten Phase soll die Anlage über mehr als 100 Beobachtungsradare verfügen.

Ein Projektleiter von der Technischen Universität Peking sagt: „Das großflächig verteilte Beobachtungsradarsystem ist vergleichbar mit einer Kombination mehrerer kleinerer Antennen. So ähneln die Radareinheiten den Facettenaugen eines Fluginsekts, weshalb wir diese Anlage ‚China Compound Eye‘ nennen.“ Die Leistung eines einzelnen Radars sei relativ begrenzt. Überlagerte Leistungen mehrerer Radare könnten jedoch bislang unerwartete Effekte aufweisen, wenn es um die Beobachtung in den Tiefen des Weltraums gehe.

Long Teng, Präsident der Technischen Universität Peking und Mitglied der Chinesischen Akademie der Ingenieurwissenschaften, erklärt, mit dem „China Compound Eye“ gebe es in China nun großflächig verteilte Radare zur Erkundung des kosmischen Weltraums. Der Beginn der neuen Bauphase des Projekts markiere zudem einen Meilenstein in der langfristigen und intensiven Zusammenarbeit zwischen der Universität und der Stadt Chongqing.

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