Rasante Entwicklung von Chinas „Lazy Economy“

13.02.2023 14:56:25

 

Wer nicht putzen, aber trotzdem ein sauberes und ordentliches Heim schätzt oder wer nicht gerne kocht, aber ein leckeres Essen genießen möchte, dem stehen jetzt die entsprechenden Dienstleistungen zur Verfügung. Denn aufgrund des zunehmenden Leistungsdrucks und der Beschleunigung des Rhythmus im Alltag sind immer mehr junge Menschen bereit, ihr Geld für Dienstleistungen auszugeben, um somit ihr Gefühl der Zufriedenheit steigern zu können.

Mit der rasanten Entwicklung der „Lazy Economy“ in China sind auch zahlreiche neue Berufe entstanden, die zudem sehr viele alternative Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen haben.

Der 38-jährige Wang Yue, der aus einer ländlichen Gegend in Weifang in der Provinz Shandong kommt, arbeitet seit drei Jahren als Lieferdienstkurier. Ihm zufolge könne man als Lieferdienstkurier nach eigenen Wünschen Aufträge annehmen. Die durchschnittliche Lieferzeit jedes Auftrags betrage dabei etwa 30 Minuten. Jeden Tag nehme er ungefähr um die zehn Aufträge an, womit er monatlich mehr als 8.000 Yuan RMB verdienen könne. Der Job sei zeitlich steuerbar und flexibel, sagte Wang.

Laut Wang lag das Alter der Beschäftigten meistens um die 40 Jahre, als er vor drei Jahren in diesen Beruf einstieg. Mittlerweile seien die Lieferdienstkuriere tendenziell jünger geworden. Viele Wanderarbeiter aus ländlichen Regionen würden sich dafür entscheiden, sich den Lieferdienstkurieren anzuschließen.

Die „Lazy Economy“ bietet daher nicht nur Effizienz und Bequemlichkeit, sondern fördert auch die Verfeinerung der sozialen Arbeitsteilung sowie Konsumtransformation. Neben den Lieferdiensten sind auch viele neue Berufe wie Life Organizer, Tür-zu-Tür-Maniküre, Hundesitter, Abfallentsorger oder Stunden-Köche entstanden. Hiervon sind vor allem die Bereiche Lieferdienst, Haushalt, Kosmetik, Schönheitspflege und Massage betroffen. Solche Dienstleistungen, die früher als fremde Begriffe galten, sind heute ganz üblich geworden.

Die „Lazy Economy“ hat einerseits den Verbrauchern Bequemlichkeit gebracht, andererseits entstehen aber auch viele After-Sales-Probleme wie Verbraucherbeschwerden über mangelhafte Serviceerfahrungen oder schlechte Attitüden der Serviceanbieter. Viele Verbraucher befürchten auch, dass mit dem Tür-zu-Tür-Service Fremde einen Zugang zu ihrem Haus erhalten werden, wodurch mögliche Sicherheitsprobleme entstehen könnten.

Branchenkenner vertreten die Ansicht, dass der Schutz von Rechten und Interessen aller Beteiligten in den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit rücken sollte. Zum einen sollten die Verbraucher ihre eigene Sicherheit sowie Interessen schützen und die Dienstleistungen über reguläre Kanäle sowie Plattformen mit gutem Ruf wählen. Zum anderen sollten die Plattformen, die solche Dienstleistungen anbieten, sowohl Daten als auch Informationen des Servicepersonals streng überprüfen.

 

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