Chinas Inlandstourismus erholt sich zusehends

02.02.2023 08:00:05

Am Nachmittag des siebten Tages des Frühlingsfestes hat Xia Yiping, eine Reiseleiterin aus der antiken kleinen Stadt Lijiang in der südwestchinesischen Provinz Yunnan, mehr als 20 Touristen aus Hangzhou, einer nahezu 3.000 Kilometer entfernt liegenden Großstadt empfangen. Dabei handelt es sich um die fünfte Reisegruppe von außerhalb der Provinz, die Xia seit dem Frühlingsfest begrüßt hat. „Die meisten Touristen kommen in diesen Tagen aus dem Osten Chinas“, teilte Xia Reportern mit. Für Xia, die seit mehr als sechs Jahren als Reiseleiterin arbeitet, ist es das erste Mal, dass sie ein so geschäftiges Frühlingsfest erlebt.

Angaben der chinesischen Fremdenverkehrsbehörde zufolge ist Lijiang dabei nur ein kleiner Mikrokosmos des sich langsam erholenden Tourismusmarktes, der insbesondere während des Frühlingsfestes die lang erwartete Hochsaison aufweist.

Nach Angaben des Ministeriums für Kultur und Tourismus wurden während der sieben Festtage 308 Millionen Inlandsreisen unternommen, was einem Anstieg von 23,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Die Einnahmen aus dem Inlandstourismus beliefen sich auf 375,8 Milliarden Yuan RMB, 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Branchenkenner gehen davon aus, dass sich die Tourismusbranche im Jahr 2023 weiter erholen wird.

Dai Bin, Präsident des China Tourism Research Institute, sagte Reportern: „Angaben zufolge sind die Reisen in den ersten drei Tagen des siebentägigen Frühlingsfestes stetig gestiegen. Am dritten Tag erreichte der Inlandstourismus einen Höhepunkt. Zum Schluss der Feiertage sieht man einen kleinen Rückgang und dann kehrt wieder ein stetiges Wachstum zurück.“

Während der Feiertage boten die Behörden in der ostchinesischen Provinz Jiangsu für mehrere touristische Attraktionen verschiedenartige Gutscheine für kostenlose Eintritte sowie öffentliche Verkehrsmittel an, um die Erholung der Branche zu unterstützen. Die Provinz empfing während der sieben Festtage über 41,3 Millionen inländische Touristen, 21 Prozent mehr als 2019.

„Während der Ferien lag die durchschnittliche Auslastung unserer Gästehäuser bei fast 90 Prozent“, sagte Liu Guang, Geschäftsführer eines ländlichen Tourismusresorts in Nanjing, der Hauptstadt der Provinz Jiangsu.

Die Wiederbelebung des Tourismus hat zweifelsohne dem Verkehr einen starken Impuls verliehen. Allein während des Frühlingsfestes, das vom 21. bis 27. Januar stattfand, reisten 50,17 Millionen Menschen mit der Bahn, 57 Prozent mehr als im Vorjahr und 83,1 Prozent mehr als im Jahr 2019, so die nationale Eisenbahnverwaltung. Mit dem Flugzeug reisten nach Angaben der chinesischen Zivilluftfahrtbehörde neun Millionen Passagiere, was einem Anstieg von 79,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

In Teilen des Landes hat der Verkehr sogar das Niveau vor der Pandemie überschritten. In der ostchinesischen Provinz Jiangsu belief sich das Verkehrsaufkommen am letzten Feiertag auf 3,41 Millionen Fahrzeuge, ein neuer Tagesrekord während des Frühlingsfestes.

In der südwestchinesischen Provinz Sichuan haben sowohl der Straßenverkehr als auch der Zug- und Flugverkehr wieder das Niveau von vor der Pandemie erreicht oder überschritten. Während des siebentägigen Zeitraums wurden auf den Autobahnen durchschnittlich 3,84 Millionen Fahrzeuge pro Tag gezählt, 30 Prozent mehr als im Jahr 2019.

Die China Railway Chengdu Group Co. Ltd, die Eisenbahnen in Sichuan und mehreren benachbarten Regionen betreibt, beförderte während der sieben Festtage 6,45 Millionen Fahrgäste, was einem Anstieg von über 197.000 gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2019 entspricht. Auf den Flughäfen in der Provinzhauptstadt Chengdu wurden 1,17 Millionen Passagiere abgefertigt, was dem Niveau des Jahres 2019 entspricht.

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