Beijings Einwohner helfen sich gegenseitig mit Medikamenten aus

26.12.2022 08:00:05

Der derzeitige Ausbruch von COVID-19 in Beijing ist so schwerwiegend, dass eine überaus große Zahl von Menschen mittlerweile bereits mit dem Coronavirus infiziert ist. Trotzdem zeigen die Menschen ihre außerordentliche Hartnäckigkeit. Ein Beispiel dafür ist die Lösung der Arzneimittelknappheit durch Nachbarschaftshilfe.

„Hat jemand eine Flasche medizinischen Alkohol übrig, die er mir verkaufen kann? Ich muss mein Haus desinfizieren.“ „Wie viel brauchen Sie? Ich habe sie vor Ihre Tür gestellt.“

So verlief ein Gespräch, das in einer WeChat-Gruppe in einer Wohnsiedlung im Bezirk Fengtai im Süden Beijings stattfand. Nachdem er sich eine Maske aufgesetzt hatte, stellte der Bewohner Yang den Alkohol vor die Tür seines Nachbarn.

Um das Problem des vorübergehenden Mangels an fiebersenkenden Medikamenten zu lösen, hat Fengtai eine Initiative zur „gegenseitigen Hilfe in der Nachbarschaft“ ins Leben gerufen, die die kontaktlose Abgabe von Medikamenten zwischen Nachbarn fördert.

Ein Einwohner erklärte: „Ich sah in der WeChat-Gruppe meiner Nachbarschaft jemanden, der einen Antigentest brauchte, und zufällig hatte ich einen, also teilte ich ihn mit ihm. Während der Pandemie ist es nur recht, dass Nachbarn, die in der gleichen Wohnsiedlung leben, sich gegenseitig helfen.“

In der Wohnsiedlung Heyi teilen viele Einwohner in der WeChat-Gruppe aktiv ihr Wissen über Schutzmaßnahmen und Tipps zur Linderung von Krankheitssymptomen. Etliche Menschen geben in der WeChat-Gruppe Informationen über den Kauf von Medikamenten weiter, um den Nachbarn bei der Beschaffung von nötigen Medikamenten zu helfen.

„Ich habe keine Rheumamedikamente mehr und jetzt, wo die Pandemie ernst ist, bin ich allein isoliert und habe große Bedenken, ins Krankenhaus zu gehen und ein Rezept zu holen“, erklärte eine Frau der Wohnsiedlungsverwaltung und bat um Hilfe. Die 60-Jährige leidet an chronischem Rheuma, das eine Langzeitmedikation erfordert. Als die Wohnsiedlungsverwaltung von der Situation erfuhr, kontaktierte sie sofort Freiwillige, die zur Gesundheitsstation der Gemeinde gingen, um Medikamente für die Frau verschreiben zu lassen.

Im Bezirk Daxing ist in diesen Tagen unterdessen eine mobile Versorgungsgruppe aktiv. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Freiwilligen, die mit ihren Autos fahren, um Menschen in der Nachbarschaft mit lebensnotwendigen Gütern und Medikamenten zu versorgen. Turnusmäßig sind pro Tag in der Regel zwei Personen der Gruppe im Einsatz, um vor allem älteren und behinderten Menschen, die allein in den umliegenden Wohnsiedlungen leben, beim Einkauf von Dingen des täglichen Bedarfs und Medikamenten zu helfen und Hauslieferungen zu machen.

Tian Cheng, der Leiter der Versorgungsgruppe, sagte: „Die Autos sind die Privatfahrzeuge der Freiwillgen und die Leute sind allesamt erfahrene Fahrer, die seit mehr als zehn Jahren fahren und mit den örtlichen Straßenverhältnissen bestens vertraut sind.“ Tian zufolge informieren Anwohner in Not die Versorgungsgruppe überwiegend über den öffentlichen WeChat-Account ihrer Wohnsiedlungsverwaltung oder über das Anwohnerkomitee. Der diensthabende Teamleiter schicke dann jemanden, der den entsprechenden Dienst anbiete.

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