Nachhaltige Nahrungsquelle für zukünftige Raummissionen erforscht

13.12.2022 08:00:00

Chinesische Astronauten an Bord des Raumschiffs „Shenzhou-14“ sind mit den weltweit ersten im Orbit gezüchteten Reissamen zurückgekehrt. Eigenen Angaben zufolge ermöglichen die im Verlauf der Raummission erfolgten Experimente Wissenschaftlern, die Auswirkungen der Mikrogravitation auf das Wachstum von Reis zu untersuchen und eine nachhaltige Nahrungsquelle für langfristige Weltraumerkundungen, wie etwa einen bemannten Flug zum Mars, zu finden.

Anfang des Monats landeten die chinesischen Astronauten Chen Dong, Liu Yang und Cai Xuzhe auf dem Landeplatz Dongfeng im Autonomen Gebiet Innere Mongolei. Sie waren 183 Tage lang in der Erdumlaufbahn, wo sie die Fertigstellung der chinesischen Raumstation Tiangong und mehrere biowissenschaftliche Experimente durchführten beziehungsweise überwachten.

Eines dieser Experimente bestand darin, zum ersten Mal im Weltraum den gesamten Lebenszyklus von Reis zu reproduzieren, der mit Setzlingen begann und mit der reifen Pflanze endete, die wiederum neue Samen produzierte. Das Experiment begann am 29. Juli und nach 120 Tagen in der Erdumlaufbahn wurden erfolgreich neue „kosmische“ Körner produziert.

Die neuen Samen wurden zusammen mit anderen Bioproben an das in Beijing ansässige Zentrum für Technologische Anwendungen der Raumfahrt bei der Chinesischen Akademie der Wissenschaften geliefert. Sie werden demnächst auch zu weiteren Forschungszwecken in bestimmte Labors in Shanghai gebracht.

Das zurückgebrachte Pflanzenpaket enthielt auch Setzlinge von Acker-Schmalwand (Arabidopsis thaliana). Dabei handelt es sich um eine kleine blühende Pflanze aus der Familie der Senfpflanzen, die von Wissenschaftlern häufig zur Untersuchung von pflanzlichen Mutationen verwendet wird.

Das Zentrum erklärte, die Forscher würden mikrobiologische, zelluläre und metabolische Analysen durchführen, um besser zu verstehen, wie die Mikrogravitation diese Pflanzen auf molekularer Ebene beeinflusse. Dies würde wichtige Erkenntnisse für die Entwicklung neuer Pflanzen liefern, die besser an die Weltraumumgebung angepasst seien.

Zheng Huiqiong, leitende Forscherin am Center for Molecular Plant Sciences an der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, sagte, Saatgut sei entscheidend für den Anbau neuer Nutzpflanzen sowie das langfristige Überleben der Menschheit im Weltraum.

Acker-Schmalwand, Raps, Erbsen und Weizen seien die einzigen Pflanzen, deren gesamten Lebenszyklus Wissenschaftler während früheren Raummissionen im Weltraum nachgebildet hätten. Nunmehr sei auch Reis, ein Grundnahrungsmittel für Millionen von Menschen auf der Erde, in diese Liste aufgenommen worden.

Während weitere Forschungsarbeiten in Vorbereitung seien, hätten die Forscher bereits einige interessante Unterschiede zwischen dem auf der Erde sowie dem im Weltraum angebauten Reis festgestellt, sagte Zheng.

So beginne die Blütezeit von Weltraumreis etwas früher als die von Reis, der auf der Erde angebaut werde. Die Blüte sei ein entscheidendes Stadium der pflanzlichen Reproduktion. Auch die Stengel des Weltraumreises seien lockerer, wobei die Zwergreissorte kürzer wachse, während die Höhe der hochstämmigen Reissorte unverändert bleibe, fügte sie hinzu.

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