Chinesischer und deutscher Experte: Seidenstraßen-Initiative bietet eurasischen Volkswirtschaften mehr Entwicklungsraum

10.12.2022 09:15:46

Foto von VCG

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„In den vergangenen 50 Jahren haben sowohl China als auch Deutschland den Multilateralismus nachdrücklich unterstützt und den Handelsprotektionismus abgelehnt. Durch Zusammenarbeit können beide Länder der Welt helfen, einen Weg der friedlichen Entwicklung und für alle beteiligten Seiten nutzbringende Kooperationen zu finden.“ So analysierte Li Yuan, stellvertretender Vorsitzender des Instituts für internationale Studien an der Universität Shandong, in einem Interview mit Chinanews.

Professor Horst Löchel, Leiter des Sino-German Centers an der Frankfurt School of Finance and Management, teilte in dem gleichen Interview auch diese Ansicht. Er wies darauf hin, dass Tausende von deutschen Unternehmen in China, dem wichtigsten Handelspartner Deutschlands, tätig seien. Deutschland importiere Waren aus China und China lerne von den Spitzentechnologien aus Deutschland. Die chinesisch-deutsche Zusammenarbeit sei seiner Meinung nach nicht nur für die Entwicklung beider Länder von Vorteil, sondern entfalte auch eine Katalysatorwirkung auf die Weltwirtschaft.

Li erinnerte daran, dass China und Deutschland vor 50 Jahren den Eisernen Vorhang des Kalten Krieges durchbrochen, ideologische Differenzen überwunden sowie diplomatische Beziehungen aufgenommen hätten, die für die Schaffung einer multipolaren Weltordnung von entscheidender Bedeutung gewesen seien. Die chinesisch-deutschen Beziehungen hätten sich als fruchtbar erwiesen und würden den Menschen in beiden Ländern auch in der Zukunft Vorteile bringen. „Der bilaterale Handel zwischen China und Deutschland ist von weniger als 300 Millionen Euro im Jahr 1972 auf mehr als 230 Milliarden Euro im Jahr 2021 gestiegen. China ist seit sechs Jahren in Folge der wichtigste Handelspartner Deutschlands, während Deutschland seit 47 Jahren in Folge der größte Handelspartner Chinas in Europa ist.“

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Li, der mehr als sieben Jahre in Duisburg gelebt hat, hob die wichtige Rolle der Seidenstraßen-Initiative bei der Förderung der chinesisch-deutschen Beziehungen hervor, die im nächsten Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum feiern wird. Der erste China-Europa-Güterzug, der die chinesische Stadt Chongqing mit der deutschen Stadt Duisburg verbindet, wurde 2011 eröffnet.

Professor Löchel fügte hinzu, das westdeutsche Duisburg sei die wichtigste Stadt der Kohle- und Stahlindustrie des Landes gewesen, aber vom Strukturwandel der deutschen Wirtschaft hart getroffen worden. Die Menschen mussten sich alternative Einkommensmöglichkeiten suchen. Die Seidenstraßen-Initiative habe Duisburg in hohem Maße geholfen, die Wirtschaft wiederzubeleben.

Sowohl Professor Löchel als auch Li sind der Ansicht, dass die Seidenstraßen-Initiative in der Zukunft mehr Raum für eine stärkere wirtschaftliche Integration sowie Verflechtung der eurasischen Volkswirtschaften bieten werde.

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