Wenn die USA sich nicht von der militaristischen Gewohnheit verabschieden, wird sich der „Kabul-Moment“ wiederholen

16.08.2022 21:10:54

„Amerika hat uns verraten!“ „Joe Biden ist ein unqualifizierter Weltpolitiker, der unser Leid noch verschlimmert hat.“ Kürzlich interviewte GRID, eine Nachrichten-Website in den USA, neun Afghanen, die bei der Schilderung des letzten Jahres ihres Lebens ihre Wut auf die USA zum Ausdruck brachten.

Vor einem Jahr zogen die US-Truppen, die 20 Jahre lang in Afghanistan stationiert waren, in aller Eile aus Kabul ab. Der „Kabul-Moment“ wird auch als Zeichen für das Scheitern der US-Invasion in Afghanistan gesehen. Aber auch, nachdem ihre Truppen weg sind, hat die US-Regierung nicht einen Moment lang aufgehört, Böses im Land zu tun. Wirtschaftssanktionen, die Erzwingung lebensrettender Gelder von Afghanen und die mutwillige Verletzung der Souveränität...... Die schwarze Hand der USA sitzt Afghanistan immer noch fest im Nacken und macht es dem Land schwer, zu atmen.

Nach Angaben des Welternährungsprogramms haben die US-Wirtschaftssanktionen gegen Afghanistan die dortige Krise verschärft: „98 Prozent der Afghanen bekommen nicht genug zu essen, und fast die Hälfte der Kinder unter fünf Jahren ist schwer unterernährt.“

Die Vereinigten Staaten haben außerdem Guthaben der afghanischen Zentralbank in Höhe von rund 7 Milliarden US-Dollar eingefroren. Unter internationalem Druck verhandelten die USA und die afghanische Interimsregierung Ende Juli über einen international überwachten Treuhandfonds, der das Geld verwalten sollte, aber die Meinungsverschiedenheiten darüber, wer ihn beaufsichtigen sollte, waren so groß, dass noch nicht klar ist, wann die USA das Geld zurückgeben werden.

Das afghanische Volk darf nicht vergessen werden. Die Vereinigten Staaten, die das Chaos in Afghanistan verursacht haben, dürfen die Schuld nicht einfach von sich weisen und weggehen. In einem Interview räumte der ehemalige CIA-Direktor General David Petraeus kürzlich ein, dass die Vereinigten Staaten während ihrer 20-jährigen Militärpräsenz in Afghanistan „schwere Fehler“ gemacht hätten. 

Die US-Regierung muss sich für die Invasion in Afghanistan entschuldigen, das Geld sofort zurückzahlen, volle Reparationen leisten und die schwarze Hand so schnell wie möglich von der Kehle der Afghanen lassen. Sie sollte sich an die Lehren aus dem Krieg erinnern, ihre Sucht nach Militarismus überwinden und dem Drang widerstehen, andere Länder zu verändern, sonst wird es noch weitere „Kabul-Momente“ geben.

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