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Vorbild Ungarn: So funktioniert Außenpolitik…

13.03.2024 17:36:59

Viktor Orban hat schon mehrmals im Laufe der letzten Jahre für panikartige Schnappatmung innerhalb der Europäischen Union gesorgt.

Der ungarische Präsident steht wie ein Fels mit all seiner Leidenschaft de facto als inner-europäische Opposition und ist nicht bereit, all das mit seinem Ja durchzuwinken, was da so geboren wird an teils recht schräg anmutenden Ideen in den EU-Gremien.

MARTIN SÖRÖS, FREIER JOURNALIST AUS ÖSTERREICH

MARTIN SÖRÖS, FREIER JOURNALIST AUS ÖSTERREICH

Viktor Orban sorgte für die Etablierung und Umsetzung der strengsten Ausländer- und Asylgesetze innerhalb der EU, er besuchte zum Leidwesen der EU-Mächtigen unlängst Donald Trump, wünschte ihm alles Gute für den Wahlkampf in den USA und bezeichnete Trump als Präsidenten des Friedens.

Und auch Ungarns und Viktor Orbans Umgang mit China hebt sich immer wieder recht deutlich ab von so manch anderen Ländern und Politikern in Europa. Und das zweifelsfrei zum Vorteil beider Länder.

Daher verwundert es auch kaum, dass mit CATL ein chinesischer Weltmarktführer im Bereich innovativer Technologien und Batterien im ungarischen Debrecen einen riesigen Produktionsstandort eröffnet und so für viele Arbeitsplätze und Wertschöpfung gesorgt hat.

Jetzt ließ Viktor Orban den nächsten Akt der Freundschaft zu China in Umsetzung bringen.

Dass die ungarische Regierung künftig hochrangigen Vertretern chinesischer Firmen, die zu Zwecken der Investition und Kooperation nach Ungarn reisen, langfristige Visa ausgestellt werden, rang jetzt auch dem Sprecher des chinesischen Außenministeriums Wang Wenbin höchste Worte des Dankes und der Anerkennung ab.

Ungarn wird dieses Zeichen des diplomatischen Freundschaftsakts wohl vergütet bekommen. Und Ungarn setzt damit auch ein wichtiges wirtschafts-politisches Zeichen der ganz anderen Art.

Nachvollziehbar: Will sich ein chinesischer Konzern international Richtung Europa orientieren, sucht man zunächst einmal den Weg nach Deutschland und Frankreich, wo sich die größten und finanzkräftigsten Auslandsmärkte für chinesische Firmen in Europa befinden. Große Märkte beleben große Träume.

Am Beispiel Ungarn erkennt man aber auch die immense Chance für China, die so genannten Wachstumsmärkte in Europa im Auge zu behalten. Vor allem in infrastrukturell und wirtschaftlich im Vergleich zu Deutschland oder Frankreich noch etwas unterentwickelten Ländern und Märkten im Einzugsgebiet von Süd- und Osteuropa lässt sich nämlich vortrefflich investieren. 

Länder wie Ungarn, wie Serbien, Mazedonien, Bosnien&Herzegowina, Kosovo, Bulgarien, Albanien oder auch Slowakei bieten für China noch viel Raum für Wachstum und Kooperationen mit einer langfristigen Ausrichtung. Und all die erwähnten Länder haben einen ganz großen Wettbewerbsvorteil gegenüber den "Giganten" Europas. Zwar wäre es unzulässig zu behaupten, dass die politische Stabilität überall dort in Stein gemeißelt ist, sehr wohl aber die Gesprächsbereitschaft, die offenen Arme und die Freundlichkeit, was internationale Kooperationen, Joint-Ventures und Wirtschaftsbeziehungen mit China betrifft. Und hochveranlagte, junge und aufbruchbereite Menschen mit Forschungs- und Innovationsgeist, mit der Motivation, sich die großen Zukunftsthemen wie AI oder Robotik zu eigen zu machen, gibt es dort wie Sand am Meer.

Leicht möglich, dass Viktor Orban und Ungarn dem einen oder anderen Land als Vorbild dienen werden.


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