Tibet: Lokale Ressourcenvorteile beflügeln bescheidenen Wohlstand

01.02.2023 14:57:59

„Ich habe eine Packung Joghurt und zwei Flaschen frische Milch gekauft.“ In einem Geschäft im Zentrum von Lhasa, der Hauptstadt des Autonomen Gebiets Tibet, erklärt ein Einwohner namens Qiongda: „Die Qualität des Joghurts und der Milch in diesem Geschäft ist sehr gut, genauso wie die, die man bei den Hirten zu Hause kauft.“ Der Laden ist eines der Geschäfte, die von der Nagqu Gerda Ecological Livestock Industry Development Co. in Lhasa betrieben werden.

Mit einer durchschnittlichen Höhe von über 4.500 Metern über dem Meeresspiegel verfügt Nagqu über das größte Weidegebiet Tibets. Seit 2017 bauen die Menschen in der Region Gerda unweit der Stadt Nagqu ein Pilotprojekt zur ökologischen Tierhaltung auf, um die Viehwirtschaft auf der Grundlage der lokalen Ressourcenvorteile zu entwickeln. Dadurch ist in der Region eine große Viehzuchtbasis entstanden. Sie kauft frische Milch von den Hirten und verarbeitet sie mit traditionellen Techniken zu Joghurt, Ghee und anderen Milchprodukten, die unter anderem nach Nagqu und Lhasa sowie an andere Orte im autonomen Gebiet verkauft werden.

Minghata, Geschäftsführer der Viehzuchtproduktionsbasis in Gerda, sagt, die Basis habe nach mehreren Jahren der Entwicklung erfolgreich ein Produktionsmodell ausgearbeitet, das Unternehmen, Dorfgenossenschaften und Hirten miteinander verknüpfe. Mit einem Jahresumsatz von über 20 Millionen Yuan RMB stehe die seit fünf Jahren bestehende Viehzuchtbasis finanziell nun gut da.   

Tsering Phuntshog, Leiter der Genossenschaft im Dorf Daga in der Region Gerda, erklärt, die Genossenschaft sammle die Milch von den Hirten und verkaufe sie einheitlich an die Viehzuchtbasis. Allein seine Familie besitze insgesamt mehr als 140 Yaks und verkaufe im Durchschnitt mehr als 30 Kilogramm Milch pro Tag, womit sie mehr als 800 Yuan RMB verdiene.

Lokalen Medienberichten zufolge hat die Viehzuchtbasis in Gerda seit ihrem Bestehen 5.614 einheimische Hirten in den Genuss der lokalen Vorteile gebracht.

Der Landkreis Bomi im Südosten Tibets hat eine lange Tradition des Rhizomanbaus. Dennoch führte der seit jeher gängige fragmentierte Einzelanbau unausweichlich zu geringen Erträgen und begrenztem Einkommen der Landwirte. Im Jahr 2020 wurde ein wissenschaftliches Forschungsteam eingesetzt und auf dessen Basis anschließend die Tibet Bomi Plateau Rhizome Industry Development Co. gegründet. Das Geschäft des Unternehmens läuft mittlerweile auf Hochtouren. Geschäftsführer Qiu Quanlei sagt, der Firma sei es nach umfangreichem Versuchsanbau schließlich gelungen, hochwertige tibetische Rhizome heranzubilden.

Heute bewirtschafte das Unternehmen etwa 100 Hektar tibetischer Rhizome. Wenn die Anbautechnik weiter gefördert werde, könnten die örtlichen Landwirte Rhizome auch vor ihren eigenen Häusern anpflanzen.

Das Unternehmen organisiert eigenen Angaben zufolge häufig kostenlose technische Ausbildung, um den Landwirten den wissenschaftlichen Anbau von Rhizomen beizubringen. Inzwischen haben bereits mehr als 1.000 Landwirte aus 14 Dörfern im Landkreis Bomi davon profitiert, darunter Songji Zhuoma, eine 25-jährige Landwirtin aus dem Dorf Daxing. Sie hat sich die Anbautechnik schon angeeignet und erklärt: „Ich bin mir ganz sicher, dass unser Lebensniveau schnell steigen wird. Wir sehen die Zukunft zuversichtlich.“

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