Gong Xixi - eine post-90er-Bio-Bäuerin

22.09.2022 09:12:36

Nachdem sie ihre Regenstiefel zurechtgerückt und ihren gelben Sonnenhut aufgesetzt hatte, trat Gong Xixi in das Reisfeld, bückte sich und zog mit aller Kraft eine Handvoll Unkraut heraus.

„Zu dieser Jahreszeit ist das Unkraut viel stärker geworden, so dass es nicht einfach ist, es zu entfernen. Aber das Unkraut muss gejätet werden, sonst konkurriert es mit dem Reis um Nährstoffe und beeinträchtigt das Wachstum.“

Es ist schwer vorstellbar, dass diese 28-jährige junge Frau stellvertretende Direktorin eines Öko-Bauernhofs in der nordchinesischen Provinz Hebei ist, die maximal 174 Hektar Öko-Reisfelder und mehr als hundert Arbeiter verwaltet.

Gong Xixi stammt aus der ostchinesischen Provinz Anhui. In ihrer Kindheit pendelte sie oft zwischen Stadt und Land, da ihre Eltern in einer Kreisstadt und ihre Großeltern auf dem Land lebten. Schon damals stellte Zhong fest, dass sie „das Ackerland und die freundlichen Dorfbewohner mehr mochte“.

Im Jahr 2012 ging Gong Xixi an die Huazhong Agricultural University und studierte Pflanzenschutz. Nach ihrem Abschluss zog sie aufs Land, um eine Karriere in der Landwirtschaft einzuschlagen. Ihre Eltern hatten zunächst kein Verständnis für ihre Entscheidung, da sie meinten, dass es für ein Mädchen zu mühsam sei, in der Landwirtschaft zu arbeiten. Man werde leicht braun und findet nicht einfach einen Ehemann.

Gong Xixi hatte jedoch ihre eigenen Vorstellungen. „Wenn man in einer natürlichen Umgebung arbeitet und die Veränderungen im Laufe des Jahres sieht, spürt man die Verbindung zwischen dem Leben und dem Land.“ Das ist der jungen Bäuerin wichtiger als der so genannte Materialismus und Anstand.

Seit einigen Jahren engagiert sich Zhong in der „natürlichen Landwirtschaft“. Dabei handelt es sich um eine agrarwirtschaftliche Produktionsmethode, bei der keine Pestizide, Düngemittel oder Herbizide eingesetzt werden, die sich auf das natürliche ökologische Gleichgewicht stützt, um gegen Schädlinge und Krankheiten zu kämpfen. Außerdem wird dabei nur Saatgut aus eigenen Pflanzen verwendet, was eine Rückkehr zur traditionellen Landwirtschaft bedeutet.

Gong Xixi hat Konten auf Video-Apps eingerichtet und nutzt ihr Wissen, um junge Menschen über Landwirtschaft aufzuklären. Vor der Kamera hält sie Reis und Unkraut in den Händen, erzählt von den „schlauen“ Überlebensstrategien des Unkrauts und wie sie und ihre Kollegen sich gegen Wildschweine wehren. Sie erklärte den Followern, die Landwirtschaft hänge von der Natur ab und die Menschen sollten die Natur respektieren und ihr folgen.

Statistiken zufolge können Reisfelder, der mit natürlichen Methoden angebaut werden, etwa 250 bis 300 Kilogramm Reis pro Mu liefern, also halb so viel wie Felder, wo mit Pestiziden und chemischen Düngemitteln angebaut wird. Aber Gong Xixi ist der Überzeugung, dass der Schutz der Natur der richtige Weg sei. „Öko-Landwirtschaft ist ähnlich wie die Bewahrung einer Zündflamme, um sauberes Land, saubere Lebensmittel und sauberes Saatgut zu bewahren“, sagte sie.

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