Teil 5:
Von den 70ern zu den 80ern: Neue Techniken beflügeln die Musikentwicklung
Hallo, liebe Hörer, und willkommen zu einer neuen Ausgabe unserer Serie „Chinesische Popmusikgeschichte". Im Studio begrüßt Sie Liwen.
In der letzten Sendung haben wir uns mit der musikalischen Entwicklung von den 70ern zu den 80ern auf dem Festland befasst. Heute schauen wir, was sich zur selben Zeit in Hongkong getan hat.
Im Zusammenhang mit der Hongkonger Popszene darf das Schlagwort „Kantonesisch" auf keinen Fall fehlen. Bis Anfang der 70er Jahre dominierte das Hochchinesische die Popmusik in Hongkong. Ab 1974 kamen aber immer mehr auf Kantonesisch verfasste Lieder in Mode.
Seine erste Blütezeit verdankt der kantonesische Pop in erster Linie Sam Hui(许冠杰), der 1974 zusammen mit seinen Brüdern Michael (许冠文)und Ricky(许冠英) in der populären Filmkomödie „Games Gamblers Play" den Durchbruch schaffte. Der von ihm selbst geschriebene gleichnamige Song wurde über Nacht zum Hit.

Sam Hui
Die Lieder des damals 26-jährigen Sam Hui sind sehr sozialkritisch. Sie basieren auf dem Alltagsleben der drei Brüder und machen auf die Schattenseiten der Gesellschaft aufmerksam – allen voran auf die klaffende Schere zwischen Arm und Reich sowie den exorbitanten Preisanstieg.
Wie sich das im Original anhört, erfahren Sie jetzt in Sam Huis Lied 浪子心声. Auf Deutsch: „Die Stimme eines verlorenen Jungen". Der Song aus dem Jahr 1974 hat bis heute nichts von seiner Anziehungskraft eingebüsst. Ganz offensichtlich ein Zeichen dafür, dass der Liedtext auch in unserem digitalen Zeitalter noch immer aktuell ist. Er lautet:
„Es fällt schwer, zwischen Echtem und Falschem zu unterscheiden. Hinterlistige Menschen gibt es überall. Denke nicht daran, dass jemand seinen Ruhm und Glanz mit dir teilt! Ruhm und Glanz kommen, wenn es das Schicksal will. Es bringt nichts, das Schicksal zu erzwingen. Ein Mensch ist genauso winzig wie ein Sandkorn am Meer. Ruhm und Reichtum sind wie die Abendröte, die im Handumdrehen verschwindet."
Nun genug der langen Rede. Urteilen Sie selbst! Hier kommt Sam Huis „Stimme eines verlorenen Jungen"!
Musik 1 浪子心声
In den 1970er und 80er Jahren hat in Hongkong nicht nur der kantonesische Pop, sondern auch die Filmindustrie eine wahre Blütezeit erlebt. Nach Beginn der Reform- und Öffnungspolitik Ende der 1970er Jahre wurden die beliebtesten Serien aus der ehemaligen britischen Kolonie auch auf dem Festland rasch zur Sensation – sehr zur Freude von Roman Tam(罗文).

Roman Tam
Der Hongkonger Sänger wurde auf dem Festland praktisch über Nacht berühmt, weil er die Titellieder von vielen der beliebten Kung Fu-Serien sang. Tams Merkmal sind seine opernartig vorgetragenen Songs, die hervorragend zu den Heldengeschichten aus der Welt des Kung Fu passen. Ein typisches Beispiel hierfür ist das Lied铁血丹心, das er im Titel der Kung Fu-Kultserie „Die Legende der Kondor-Helden"(射雕英雄传)zusammen mit Jenny Tseng singt. Viel Spaß mit Roman Tam und seinem Titel-Klassiker „Die heißblütigen Royalisten".
Musik 2 铁血丹心



Wir über uns





