Bei den H7N9-Infizierten in Guangdong handelt es sich um Personen im Alter von 48 bis 62 Jahren. In Hunan wurde das Influenza-A-Virus bei einer 21-jährigen Frau entdeckt. Die Patientin hatte Kontakt mit lebendem Geflügel. Sie wird derzeit in einem Krankenhaus im Provinzhauptort Changsha behandelt.
Im Dezember 2013 gab es laut Angaben der nationalen Kommission für Gesundheit und Familienplanung in ganz China lediglich fünf neue Infektionsfälle. Vom 1. bis 28. Januar 2014 stieg die Zahl jedoch sprunghaft auf 110 an.
Feng Zijian, der Vize-Leiter des Chinesischen Zentrums für Krankheitskontrolle und Prävention, hält eine weitere Ausbreitung des Vogelgrippevirus beim Menschen im Zuge des zunehmend kälteren Wetters für möglich - nicht zuletzt weil es in der warmen Zeitspanne von Juli bis Oktober nur wenige neue Infektionsfälle gab. Es sei jedoch sehr schwer vorherzusagen, ob das vor einem knappen Jahr entdeckte Virus in den kommenden Sommermonaten weniger aktiv sein werde wie das bei ähnlichen Viren in der Vergangenheit der Fall war, so Feng.
Im Autonomen Gebiet Guangxi der Zhuang im Süden der Volksrepublik wurde das H7N9-Virus erstmals am 29. Januar bei einer 56-jährigen Frau entdeckt. Am 4. und 5. Februar wurde es an einer 41-jährigen Frau und ihrem 5-jährigen Sohn diagnostiziert. Aller Wahrscheinlichkeit nach hatte sich die Frau in der Stadt Zhongshan, in der Nachbarprovinz Guangdong, angesteckt. Sie und ihr Sohn werden derzeit in Guangxi medizinisch behandelt.
Zwischen dem 1. und dem 7. Februar 2014 vermeldete die Provinz Guangdong täglich neue Infektionsfälle. Betroffen sind bisher die Städte Shenzhen, Huizhou, Zhongshan, Zhaoqing, Yangjiang, Foshan und Guangzhou. Bis Donnerstag stieg die Gesamtzahl der Infizierten in Guangdong auf 55. Zwölf von ihnen sind bereits am Virus gestorben.
Die ostchinesische Küstenprovinz Jiangsu vermeldete im Februar drei neue Fälle. Seit Jahresbeginn haben sich elf Personen mit dem Vogelgrippevirus infiziert, eine davon tödlich.
In der Hauptstadt Beijing wurden bisher erst zwei Infektionsfälle vermeldet. Der erste am 23. Januar. Der infizierte Mann starb eine Woche nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus. Am 6. Februar wurde das Virus an einem 73-jährigen Mann diagnostiziert. Gemäß der Kommission für Gesundheit und Familienplanung der Stadt Beijing befindet sich der ehemalige Geflügelmetzger in einem "extrem kritischen Zustand".
Die Zunahme der Infektionsfälle sei nicht gleichbedeutend mit einer erhöhten Toxizität des Virus, sagt He Jianfeng, der Chefexperte des Zentrums für Krankheitskontrolle und Prävention der Provinz Guangdong: "Unseren Beobachtungen zufolge sind die Todesrate des Virus und die Art und Weise seiner Übertragung identisch mit dem Virus der ersten Infektionswelle von März bis Mai 2013, als es vor allem in Ostchina zu Erkrankungsfällen kam. Bei den meisten Personen, die sich mit dem Virus infiziert haben oder daran gestorben sind, handelt es sich um Leute über 50 Jahre."
Noch gibt es keinen Impfstoff gegen die Vogelgrippe. Forscher in Shanghai haben jedoch bereits ein Vakzin entwickelt, das erfolgreich an Laborratten getestet wurde. Ob der Impfstoff auch beim Menschen wirkt, müssen klinische Tests erst noch zeigen.
(Quelle: german.people.com.cn)