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China errichtet System zur AIDS-Beratung an Schulen und Universitäten
  2015-08-12 11:02:51  cri

In letzten Jahren haben sich immer mehr junge chinesische Studenten mit HIV angesteckt. Dies weist auf gleich mehrere Probleme hin. Dazu gehört vor allem mangelnde Aufklärung über den Schutz gegen die Krankheit AIDS in vielen Schulen. Auch ein schwaches Bewusstsein der Studenten für Selbstschutz hält die Regierung für problematisch. Deshalb haben die chinesische staatliche Kommission für Gesundheit und Familienplanung und das Bildungsministerium vor kurzem in einer Kundgebung alle Schulen aufgefordert, ein System zur Aufklärung über AIDS zu etablieren. Dazu sollen die freiwillige AIDS-Beratung, HIV-Tests sowie Prävention und Aufklärung in Service Zentren verstärkt werden.

Gemäß der gemeinsamen Kundgebung sollen zuständige Behörden aller Landesteile Stellen zur freiwilligen AIDS-Beratung und für HIV-Tests errichten, die Studenten und Fachschülern unentgeltliche Beratung und Aufklärung zur Verfügung stellen. Darüber hinaus sollen Studenten, die sich dem Risiko einer Ansteckung mit HIV, beispielsweise durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, ausgesetzt haben, spontan eine betreffende Beratung und Tests erhalten können.

Wu Zunyou vom chinesischen Präventionszentrum ist überzeugt, dass durch solche Maßnahmen die AIDS-Vorbeugung in Schulen und Universitäten verstärkt werden kann.

„Bei der Beratung werden die persönlichen Daten des Einzelnen nicht veröffentlicht, sondern es geht nur um die Krankheit und den Virus. Wir wollen zum Beispiel auch herausfinden, wie viele Studenten in Beijing mit HIV infiziert sind, und wie hoch die Ansteckungsrate ist. Darüber hinaus werden neue Methoden erforscht, damit HIV-Tests noch einfacher werden. Bald sollen Schnelltests erhältlich sein. Mit einer frühen Diagnose können die Patienten rechtzeitig behandelt werden. Das Wissen über die Ansteckungen ist auch für die weitere Verbreitung der Krankheit von hoher Bedeutung".

Ein Grund für die intensivierten AIDS-Vorbeugungsmaßnahmen in Schulen und Universitäten ist die steigende HIV-Ansteckungsrate unter jungen chinesischen Studenten in den letzten Jahren. Yu Jingjin von der staatlichen Kommission für Gesundheit und Familienplanung teilte im April 2015 die jüngste Zahl der mit dem Virus infizierten Studenten mit, was große Besorgnis in der Bevölkerung auslöste.

„Im Jahr 2008 wurden 482 junge Studenten mit dem Virus infiziert. Dies entsprach einer Proportion von 5,8 Prozent der infizierten Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren. Bis 2014 war diese Proportion auf 16,6 Prozent gestiegen".

Statistiken zufolge wurden im Jahr 2013 in nur fünf chinesischen Provinzen jeweils mehr als 100 infizierte Studenten gemeldet. Ein Jahr später hatte sich die Zahl bereits auf über zehn Provinzen erhöht.

Was den Ansteckungsweg mit dem Virus betrifft, sind von allen Neuansteckungen bei Studenten im letzten Jahr 81,6 Prozent durch männlichen homosexuellen Geschlechtsverkehr entstanden. Im Jahr 2008 betrug diese Rate noch 58,5 Prozent. Wu Zunyou betonte, die Verbreitung der Krankheit unter Studenten gelte bereits jetzt als schwere Herausforderung für die gegenwärtige AIDS-Bekämpfung in China.

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