China und die USA waren überein gekommen, Produkte wie Halbleiterwaren, medizinische Anlagen und GPS-Geräte in die Liste der Zollermäßigungen aufzunehmen. Gary Hufbauer vom Peterson Institute for International Economics in Washington sagte in einem Interview, die Einigkeit zwischen China und den USA sei von äußerst großer Bedeutung. Er fügte hinzu, die durchbrechenden Fortschritte der ITA-Verhandlungen zwischen China und den USA könnten dazu beitragen, im Dezember in Genf die Verhandlungen über eine ausgebaute ITA-Liste wieder aufzunehmen. Damit könnten Zölle für High-Tech-Produkte im Wert von einer Billion US-Dollar komplett erlassen werden.
Hufbauer betonte ferner, von ihrer Übereinkunft könnten die USA und China profitieren. Einerseits seien die meisten betroffenen Produkte präzise IT-Erzeugnisse wie etwa in den USA hergestellte GPS-Geräte und medizinische MRI-Anlagen. Mit den nun erreichten Fortschritten hätten die USA mehr Möglichkeiten für den Export derartiger Erzeugnisse, was für das Land einen enormen Nutzen bedeute. Gleichzeitig werde auch China einen großen Nutzen haben:
„Meiner Meinung nach wird China auch davon profitieren. Die moderneren IT-Produkte sorgen für Wettbewerb und könnten chinesische Firmen dazu stimulieren, ihre eigenen Produkte und Technologien zu optimieren, um noch mehr neue Produkte herstellen und absetzen zu können. China ist bereits ein großer Exporteur von IT-Produkten. Allerdings befinden sich wichtige chinesische IT-Produkte auf einem vergleichsweise niedrigen technologischen Niveau. Importe aus den USA könnten chinesische Betriebe dazu anspornen, eigene Produkte zu entwerfen. So könnte in diesem Bereich eine sprunghafte Entwicklung realisiert werden. Diese Entwicklung wird schneller verlaufen als die unter dem Schutz hoher Zölle.
Für Dieter Ernst vom East-West-Center in Hawaii hängt ein gemeinsamer Nutzen Chinas und der USA von den Details der geplanten Verhandlungen in Genf im Dezember ab. Man müsse sehen, ob und wie solche Details einer beschleunigten Entwicklung der chinesischen IT-Branche dienen. Da sowohl China als auch die USA eine neue ITA-Vereinbarung brauchen könnten, sollten beide Seiten bei den ITA-Verhandlungen Kompromisse machen:
„Die USA und China müssen bei den ITA-Verhandlungen schließlich Kompromisse machen. Für die USA ist China mittlerweile der größte Markt weltweit für Halbleiterprodukte. Die USA hoffen also darauf, dass China einer neuen ITA-Vereinbarung beitreten wird. Für China ist der Export von Elektro-Fertigprodukten viel wichtiger als der von Halbleiterprodukten, das entsprechende Exportvolumen ist weitaus größer. So brauchen beider Länder eine neue ITA-Vereinbarung."



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