Wir über uns Kontakt Jobs Fragen? Archiv
Ejin Horo – Das imaginäre Grab des Khan
  2013-04-08 09:49:24  cri

Mobile Gedenkjurten

Als Ersatz für das fehlende Grab errichteten die Anhänger von Dschingis Khan zu Ehren ihres legendären Anführers schon kurz nach dessen Tod acht Gedenkjurten, in denen sie einige seiner persönlichen Gegenstände aufbewahrten. In der Ming-Dynastie (1368-1644) ließen sich die Wächter dieser auf Karren transportierten Jurten nach etlichen Standortwechseln schließlich dauerhaft in Ejin Horo nieder, weshalb hier im Jahr 1954 auch der Grundstein für das heutige „Mausoleum" gelegt wurde.

   

Ein Großteil der Reliquien von Dschingis Khan war zu diesem Zeitpunkt jedoch schon längstens verloren gegangen. Bei den Objekten, die dem Besucher heute in kleinen Jurten im Westflügel des „Mausoleums" noch gezeigt werden – ein goldener Sattel, Pfeil und Bogen, sowie ein Holzkessel, mit dem der Mongolenführer einst den Göttern Milch geopfert haben soll –, handelt es sich lediglich um Replikate.

Nichtsdestotrotz ist das Fotografieren im palastähnlichen „Mausoleum" verboten. Theoretisch erlaubt hingegen ist das Musikhören. Auf das Lied „Dschingis Khan" von Ralph Siegel sollte man aber besser verzichten. Denn der Großkhan und seine Reiter gelten hier nicht etwa als trunksüchtige Schreckgespenster mit einer Schwäche für Frauen wie im deutschen Hit von 1979, sondern als Förderer der menschlichen Zivilisation und erste Brückenbauer zwischen Ost und West.

Für diese aus westlicher Sicht doch eher überraschende, von der modernen Wissenschaft aber gestützte Erkenntnis, mag man den Erbauern dieses „Mausoleums" dann auch nicht mehr wirklich verübeln, dass sie es mit der Namensgebung nicht ganz so genau genommen haben.

Reisetipps:

Anreise: Das Mausoleum von Dschingis Khan (成吉思汗陵) ist mit dem öffentlichen Verkehr nur schwer erreichbar. Vom Stadtteil Dongsheng (东胜) in Ordos (鄂尔多斯) verkehren regelmäßig Busse nach Yijinhuoluo (伊金霍洛旗). Die Fahrt inklusive einmal Umsteigen dauert etwa 2 Stunden und kostet 24 RMB. In Yijinhuoluo gibt es keine offizielle Bushaltestation. Stattdessen halten die Busse an einem großen Kreisel, wo genügend schwarze Taxis für die Weiterfahrt zum 5 Minuten entfernten Mausoleum warten (15 RMB).

Die Rückfahrt nach Ordos gestaltet sich noch schwieriger. Option 1: Sie warten am Straßenrand beim Kreisel in Yijinhuoluo und versuchen einen vorbeifahrenden Bus anzuhalten. Ein zunehmend schwierigeres Unterfangen, weil immer weniger Fahrer aus Angst vor Bußen Stehplätze vergeben. Option 2: Sie tun sich mit einigen Mitwartenden zusammen und nehmen ein schwarzes Taxi.

Für Sprachunkundige empfiehlt es sich, in Dongsheng ein Taxi für einen ganzen Tag zu mieten. Preis – je nach Verhandlungsgeschick – um die 400 RMB.

Das Mausoleum von Dschingis Khan (Eintritt 110 RMB) steht im wahrsten Sinne des Wortes im Niemandsland. Außer Fertignudeln gibt es hier praktisch nichts Essbares zu kaufen. Das Mitnehmen von Proviant wird daher wärmstens empfohlen.

Ein Tagesausflug nach Ejin Horo lohnt sich vor allem für Geschichtsinteressierte. Das Mausoleum ist auch in englischer Sprache beschildert.

Viel Spaß in Ejin Horo!

Text und Fotos: Simon Gisler


1 2
Forum Meinungen
• mengyingbo schrieb "Leben in Changshu"
seit etwas über einer Woche ist nun Changshu 常熟 in der Provinz Jiangsu 江苏 meine neue Heimat - zumindest erstmal für rund 2 Jahre.Changshu (übersetzt etwa: Stadt der langen Ernte) liegt ungefähr 100 km westlich von Shanghai und hat rund 2 Millionen Einwohner, ist also nur eine mittelgroße Stadt.Es gibt hier einen ca. 200m hohen Berg, den Yushan 虞山 und einen See, den Shanghu 尚湖...
• Ralf63 schrieb "Korea"
Eine schöne Analyse ist das, die Volker20 uns hier vorgestellt hat. Irgendwie habe ich nicht genügend Kenntnisse der Details, um da noch mehr zum Thema beitragen zu können. Hier aber noch einige Punkte, welche mir wichtig erscheinen:Ein riesiges Problem ist die Stationierung von Soldaten der USA-Armee in Südkorea...
Meistgelesene Artikel
• Keine Lebenszeichen vom gesunkenen indischen U-Boot
• Snowdens Vater erhält Visum für Russland
• Getötete Chinesen: Afghanistan bekundet Beileid
• Vermittlungsversuche in Ägypten gescheitert
• Gipfel abgesagt: Russland enttäuscht von USA
Fotos
Luxusausstellung 2013 in Beijing eröffnet
Fotoausstellung „Chinesischer Traum - Schönes China" in Brüssel
Wiederaufbau neuer Wohnhäuser nach Erdbeben in Min
Lujiagou: Ein neues Wohngebiet mit günstigen Lebens- und Verkehrsbedingungen
© China Radio International.CRI. All Rights Reserved.
16A Shijingshan Road, Beijing, China