Altenpflege ist vielversprechende Branche in China

2020-12-07 08:00:00

Die Alterung der chinesischen Gesellschaft beschleunigt sich seit Jahren zusehends. Ende 2019 waren mehr als 176 Millionen Senioren 65 Jahre oder älter. Dies entspricht etwa 12,5 Prozent der Gesamtbevölkerung. Jüngsten Statistiken zufolge liegt die durchschnittliche Lebenserwartung der Chinesen inzwischen bei 77,3 Jahren. Diese Zahl ist sogar höher als die durchschnittliche Lebenserwartung in mehreren Ländern mit mittlerem und hohem Einkommen. Die Fürsorge dieser Senioren ist Soziologen zufolge jedoch ein immer gravierenderes Problem der chinesischen Gesellschaft. So wird die Altenpflege in der Volksrepublik allmählich eine vielversprechende Branche, die zahlreichen jungen Menschen inzwischen berufliche Perspektiven eröffnet hat.

Die 21-jährige Tan Meng hat sich bereits während ihrer Studienzeit dafür entschieden, eine Arbeitsstelle in der Altenpflege zu finden. Ihr zufolge gibt es in der Branche viele Jobmöglichkeiten und man kann dabei gut verdienen. Ähnlich sieht es auch Shen Xiaojiao. Sie ist Direktorin eines Altenheims in Beijing, nachdem sie zuvor jahrzehntelang in einem Krankenhaus gearbeitet hatte. Im Mai 2018 entschloss sie sich schließlich, ihr Glück in der vielversprechenden Altenpflege zu suchen.

Im April 2019 ließen sich der 88-jährige Bao Mengzhou und seine Frau in ein Altenheim in Beijing einweisen. Bao zufolge wird das Paar jeden Tag rund um die Uhr betreut. Außerdem begleiteten die Pfleger sie ins Krankenhaus, stünden für sie an der Kasse an und kauften ihnen ihre Medikamente. Bao Mengzhou sagt: „Stellen Sie sich mal vor, dass ein Pfleger Botengänge für 30 Senioren übernehmen muss. Er muss im Krankenhaus an mehreren Orten anstehen, sich bei Ärzten die Rezepte für die Medikamente holen und die verschiedenen Arzneimittel abholen. Das ist wirklich anstrengend.“

Shen Xiaojiao erklärt: „Krankenhäuser sorgen für die Diagnose und Behandlung der Patienten, während sich die Altenheime eher um die gesundheitliche Stabilität der Senioren kümmern müssen.“

Altenpfleger sind oft die ersten, die Bluthochdruck entdecken und mit den Patienten über die Erkrankung sprechen. Aufgrund eines Mangels an qualifiziertem Personal nutzen viele Altenheime aktuell jedoch auch ehrenamtliche Mitarbeiter. Vor dem Einsatz müssen die Freiwilligen erst bestimmtes Fachwissen erlernen. Außerdem müssen sie eine Gesundheitsprüfung bestehen und einen Kurs über die Betreuung von Senioren mitmachen.

In mehreren Altenheimen erhalten die Bewohner nicht nur medizinische und gesundheitliche Fürsorge, sondern darüber hinaus auch eine psychologische Versorgung, die ihnen von einem dauerhaft angestellten Team gegeben wird. Diese Teams sorgen in der Regel dafür, dass zusätzliche Aktivitäten, wie etwa Seniorenklassen, Spaziergänge, Besichtigungen und Kinobesuche organisiert werden, während auch individuelle psychologische Beratung angeboten wird, wenn diese nötig ist.

Die chinesische Regierung wird eigenen Angaben zufolge in Zukunft gezielte politische Maßnahmen ausarbeiten, um den Aufbau der Gesundheitsfürsorge für Senioren in den Bereichen der Gesundheitsberatung, Krankheitsvorbeugung, Diagnose und Behandlung von Krankheiten, Rehabilitation und Pflege, langfristige Pflege und Palliativmedizin voranzutreiben.

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