

Was ist ein KI-Trainer oder „Trainer für Künstliche Intelligenz”? Wenn KI die menschliche Welt „verstehen“ soll, muss sie einfach gesagt wie ein Kind einen vollständigen Lern- und Erkenntnisprozess durchlaufen. Aus diesem Grund gibt es Lehrer, die Informationen klassifizieren und markieren sowie die KI langsam kultivieren und ausbilden, damit die Maschinen die massiven Bildermengen „verdauen“ können. Diese Klassifizierung und Markierung für die KI ist die grundlegendste Arbeit in der Kette zur Schaffung von Künstlicher Intelligenz und hat den neuen Beruf des KI-Trainers hervorgebracht.
Zhang Jinhong ist eine solche KI-Trainerin. Ihre Aufgabe ist es, mit der Maus einen Bildausschnitt zu markieren, die zu erkennenden Teile im Bild auszuwählen und wichtige Anmerkungen zu erstellen, damit die Details in der komplexen Umgebung intelligenter identifiziert werden können.
Zhang Jinhong ist als unter der Armutsgrenze lebende Bewohnerin registriert. Ihre ganze Familie lebte früher im zur Stadt Tongren gehörenden Dorf Wuxing in der südwestchinesischen Provinz Guizhou. Im März 2019 zog die Familie in den Wangjia Garten um, eine Armenhilfe-Siedlung im Tongrener Bezirk Wanshan.
Zhang Jinhong freut sich sehr über den Umzug aus dem Dorf, da sie einerseits in der Nähe ihres Hauses arbeiten und andererseits mehr Zeit mit ihrem Kind verbringen kann. „Der größte Schmerz für eine Wanderarbeiterin ist nicht die harte Arbeit, sondern die Trennung von ihrem Kind“, sagt Zhang.
Nach ihrem Abitur ging Zhang Jinhong in die Provinzen Jiangsu und Fujian und arbeitete dort in Unternehmen für Elektrogeräte und Bekleidung. Sie erzählt, dass sie früher aufgrund einer mangelnden Ausbildung sehr gelitten habe. Jetzt sei ihre Situation gut und sie wolle bei ihrem Kind bleiben. Da ihre Arbeit mit dem Computer zu tun habe, sei ihr Horizont allmählich erweitert worden. Dies sei für die Bildung ihres Kindes ebenfalls von positiver Bedeutung.
Im August 2019 habe sie mit der Arbeit begonnen, so Zhang weiter. Bis zum Jahresende habe sie schon 2.600 Euro verdient. Aufgrund von Akkordarbeit sei sie es nicht gewohnt, Urlaub zu haben. Im neuen Jahr freue sie sich darauf, ihre Arbeit noch effizienter zu machen und mehr zu verdienen.
„Als Dorfbewohnerin konnte ich mir nur schwer vorstellen, dass ich einmal einen Job im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz haben könnte“, sagt Wang Hongmei, eine Kollegin von Zhang Jinhong. Ihr zufolge ist KI-Trainer „ein neuer Beruf und eine neue Erfahrung“.
Wang Hongmeis Familie ist ebenfalls als unter der Armutsgrenze lebend registriert. Sie lebte früher im zu Tongren gehörenden Dorf Taiping und ist im September 2018 in den Wangjia Garten umgezogen.
„Die Wohngemeinde bietet uns Beschäftigungsmöglichkeiten. Es gab am Anfang einige Herausforderungen, aber nach einiger Zeit war das alles kein Problem mehr.“ Wang Hongmei gehörte zur ersten Gruppe von Auszubildenden, die an der Fortbildung zum KI-Trainer teilnahm. Nach einem zehntägigen Kurs bestand sie erfolgreich die KI-Markierungsprüfung und wurde offiziell zur KI-Trainerin.
Wang Hongmei hat jetzt ein monatliches Einkommen von etwa 400 Euro. Darüber hinaus ist es für sie sehr einfach, sich um ihre Familie zu kümmern, da ihre Wohnung in der Nähe ihres Arbeitsplatzes liegt und innerhalb weniger Minuten zu Fuß erreichbar ist.
Luo Huannan, der Parteisekretär der KP Chinas im Wangjia Garten, sagt, im Juli 2019 hätten die Alipay Charity Foundation, das Alibaba Artificial Intelligence Lab und die China Women's Development Foundation gemeinsam ein Pilotprojekt für Beschäftigungsmöglichkeiten durch KI im Bezirk Wanshan gestartet.Dabei hätten sie kostenlose Fortbildungen für KI-Markierung angeboten. Die umgesiedelten neuen Bewohner, insbesondere Frauen, könnten in der Nähe ihrer Wohnung arbeiten und sich besser um ihre Familien kümmern.