Traditionelle Papierherstellung mit Panda-Kot

2019-12-18 14:53:00

Hu Guanyin, ein Liebhaber der chinesischen Kalligraphie aus der nordwestchinesischen Provinz Shaanxi, war erfreut über sein neu erhaltenes Papier aus Panda-Kot. „Es ist so sanft, dass ich das Gefühl habe, dass ich auf ein Stück Seide schreibe“, sagte Hu.

Der Hersteller des Papiers stammt ebenfalls aus der Provinz Shaanxi. Er heißt Liu Xiaodong und wohnt im Dorf Qiliang. Das Papier, das einen leichten Bambusduft abgibt, wurde von Liu nach traditioneller chinesischer Technik hergestellt. Nach jahrelanger Forschung ist es ihm gelungen, aus Panda-Kot, Rebe des Kiwi-Baums und Maulbeerrinde hautdünnes Papier für chinesische Kalligrafie mit Pinsel zu entwickeln.

Das traditionelle chinesische Papierherstellungsverfahren wurde von Cai Lun in der Han-Dynastie vor etwa 1800 Jahren entwickelt. Die Geschichte der Papierherstellung im Dorf Qiliang reicht über eintausend Jahre zurück. Die Handwerkskunst wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Aber in der heutigen Zeit seien viele Papierwerkstätten geschlossen worden und die traditionellen Techniken verloren gegangen, da viele Einheimische die Heimat verließen und in die Großstädte umzogen, so Liu.

Liu war früher ein Lehrer. Nach seiner Pension setzt er sich mit aller Kraft dafür ein, diese alte Technik wiederzubeleben und ihr durch Innovationen neue Vitalität zu verleihen.

Liu bemerkte die reichlich vorhandene Bambusfaser im Kot der Pandas und kam auf die Idee, damit Papier herzustellen. Drei Jahre lang arbeitete Liu hart an der Realisierung der Idee und schaffte schließlich 2017 nach unzähligen Experimenten den Durchbruch. Den Panda-Abfall bekommt er von einem nahegelegenen Panda-Schutzzentrum. Zuerst wird der Panda-Kot abgespült und zerkleinert. Dann wird die Saft der Reben von Kiwi-Bäumen und die zerkleinerte Maulbeerbaumrinde hinzugefügt. Die Mischung wird anschließend gesiebt, zu Papier gepresst und am Ende getrocknet.

„Jeder Prozess sollte strikt eingehalten werden, um sicherzustellen, dass es keine Fehler gibt, die das Endprodukt ruinieren“, sagte Liu.

Mehrere Unternehmen in China verwenden Panda-Kot für die Herstellung von Toilettenpapier, aber Lius Produkte sind als Kalligraphie-Papier konzipiert.

„Kalligraphie-Künstler sind in der Regel sehr anspruchsvoll in Bezug auf ihr Papier. Mein Papier aus Panda-Kot kommt aufgrund seiner natürlichen Farbe und weichen Textur gut bei ihnen an“, sagte Liu.

Das Papier steht wegen seiner begrenzten Produktion noch nicht zum Verkauf, aber es hat Liu geholfen, das alte Handwerk in seinem Dorf wieder zu fördern. Viele Besucher des Dorfes sind neugierig auf das Papier und einige sind sogar extra dafür gekommen. Aus diesem Grund hat Liu ein kleines Museum für die Papierherstellungstechnik im Dorf errichtet. Er freut sich besonders, dass immer mehr junge Leute das Museum besuchen.

„Ich würde sie sogar dafür bezahlen, wenn sie das Handwerk lernen wollen“, sagte Liu. „Ich möchte einfach, dass es an die kommenden Generationen weitergegeben und die Papierindustrie im Dorf wiederbelebt wird.“

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