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Die Wildpferd-Züchterin Zhang Hefan
   2007-10-15 10:19:03    Seite drucken   cri
Das Xinjianger Zuchtgestüt für Wildpferde liegt in der Wüste des Junggar-Beckens in Xinjiang. Es ist die größte Pferdezucht für Wildpferde in Asien und die zweitgrößte der Welt. Zhang Hefan arbeitet seit ihrem Studienabschluss vor zwölf Jahren dort als Züchterin.

Ursprünglich stammten Wildpferde aus China. Sie starben später in China allerdings aus. China kaufte daher in Großbritannien und Deutschland 18 Wildpferde. 1986 gründete China im Osten des Junggar-Beckens in Xinjiang ein Zuchtgestüt für Wildpferde. Dadurch wollte man diese vom Aussterben bedrohte Tierart schützen. Bis heute wurden auf dem Gestüt 275 Wildpferde gezüchtet.

Im Jahr 1995 beendete die damals 21-jährige Zhang Hefan ihr Studium an der Xinjianger Landwirtschaftsuniversität. Sie begann als Tierärztin am Zuchtgestüt für Wildpferde zu arbeiten. Zhang Hefan erinnert sich an ihre Anfangszeit:

"Die Bedingungen waren sehr schlecht. Ich war sehr enttäuscht. Die meisten Straßen waren nur Sandpisten, es gab kaum Bäume und es wurden auch nur wenige angepflanzt. Aufgrund des ständigen Geldmangels mussten wir die Straßen selbst bauen. Wir pflanzten in der Wüste Bäume an, gruben Bewässerungskanäle und renovierten die Wohnungen. Alles mussten wir selber machen."

An diesem Ort, an dem die Lebensbedingungen so hart waren und ein konstanter Geldmangel herrschte, sah Zhang Hefan keine Chance, ihren eigenen Traum zu verwirklichen. Sie gab auf. Sie beschloss zu kündigen, sie wollte diesen rückständigen Ort verlassen.

Am Abend, nachdem Zhang Hefan ihre Kündigung eingereicht hatte, verrenkte sich das Wildpferd "Schwarze Holzkohle" das Vorderbein. Zhang Hefan und ein anderer Kollege behandelten Schwarze Holzkohle trotz der klirrenden Kälte. Und auch während des kurz darauf stattfindenden Frühlingsfests fuhr Zhang Hefan nicht nach Hause. Sie blieb auf dem Gestüt und pflegte Schwarze Holzkohle. Als das Pferd wieder gesund war, kam es immer auf Zhang Hefan zu, wenn es sie sah. Schwarze Holzkohle rieb seinen Kopf an Zhang Hefans Schulter. Zhang Hefan war überwältigt, dass ein Wildpferd soviel Gefühl und Dankbarkeit für die Hilfe der Menschen zeigte. Auf seine ganz eigene Weise offenbarte das Pferd seine Freundschaft. Die Zuneigung von Schwarzer Holzkohle bewegte Zhang Hefan. Daraufhin stützte sie sich in die Arbeit und erwähnte ihre Kündigung nie wieder.

Cao Jie, der Leiter des Xinjianger Zuchtgestüts für Wildpferde, sagt über Zhang Hefan:

"Als Frau in so einer unwirtlichen Umgebung zu arbeiten, ist nicht einfach. Sowohl bei der Arbeit als auch im Alltagsleben sollten wir uns eigentlich mehr um sie kümmern."

Am 28. August 2001 wurden einige Wildpferde gemäß eines Plans des Zuchtgestüts wieder in die freie Wildbahn entlassen. Als Zhang Hefan sah, wie die von ihr betreuten Wildpferde in die Natur zurückkehrten, freute sie sich sehr:

"Heute gehe ich viel positiver an meine Arbeit. Anfangs war ich oft unglücklich, ich hatte oft Zweifel. Heute kommt das nicht mehr vor. Ich liebe diese Arbeit. Ich empfinde viel für die Wildpferde. Ich denke, wir können uns nicht mehr trennen lassen."

Zhang Hefan schreibt die Geschichten der Wildpferde täglich in ihr Tagebuch. Nachdem die Wildpferde in die freie Wildbahn zugekehrt waren, entstand aus ihrem Tagebuch ein Buch über die Rückkehr der Wildpferde in die Natur. Das Buch hat über eine Million Schriftzeichen. Zhang Hefans hat damit erreicht, dass mehr Menschen die Geschichte der Wildpferde lesen können. Sie können dadurch etwas über das harmonische Zusammenleben der Menschen und der Wildpferde lernen. Immer mehr Menschen können etwas über Wildpferde erfahren.

Im Jahr 2005 wurde Zhang Hefans Buch über die Wildpferde in Guangzhou offiziell vorgestellt. Die chinesischen Medien berichteten ausgiebig über das Buch. Auch die Gesellschaft setzte sich mit diesem Thema rege auseinander. Viele staatliche Einrichtungen, aber auch private Organisationen und Einzelpersonen unterstützen seither das Zuchtgestüt für Wildpferde in Xinjiang.

Zwölf Jahre sind vergangen seit die Absolventin Zhang Hefan in Xinjiang ankam. Heute ist sie eine wahre Zuchtexpertin. Sie ist sehr stolz auf ihre Arbeit. Sie sagt:

"Ich habe das Gefühl, dass ich der glücklichste Mensch der Welt bin. In den vergangen zwölf Jahren habe ich viel gelernt. Das hat mein Leben sehr bereichert. Viele meinen, dass es für eine Frau wie mich nicht leicht ist, so lange an einem Ort wie diesem zu arbeiten. Ich bin aber überzeugt, dass andere Menschen hier mehr Opfer gebracht haben als ich. Ihnen soll man mehr Achtung und Respekt entgegenbringen."

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