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Kong Jie wiederentdeckt - Kamera verloren
   2007-04-27 09:36:51    Seite drucken   cri

 

26. April 2007

Unsere Champions League Nacht haben wir heute wieder ausfallen lassen, aber da haben wir wohl nicht allzu viel verpasst. Gut ausgeruht haben wir uns dann heute morgen zur Messe aufgemacht und schon im Bus hatte Kong Jie eine Begegnung, die bestätigt, dass nicht nur die Welt, sondern auch das große Land China sehr klein sein kann. Ein anderer Journalist zeigte besorgniserregendes Interesse für Kong Jies Journalistenausweis - schließlich sprach er Kong Jie an. Es stellte sich heraus, dass der Journalistenkollege von CCTV in dieselbe Mittelschule gegangen war wie Kong Jie, die beiden hatten sogar in der Fußball-Mannschaft der Schule zusammen gekickt. Kong Jie hätte den CCTV-Kollegen aber nie wieder erkannt. Allerdings hat er zwei Erklärungen parat, warum ihn der Kollege wiedererkannt hat: erstens, weil er sich seit der Mittelschule nicht verändert habe und immer noch so blendend jung aussähe, oder - und das ist wahrscheinlicher - weil er einfach einen so unverkennbar großen Kopf habe. Jedenfalls, er konnte im Bus schon mal ein unerwartetes Wiedersehen feiern und da hatte die Messe noch gar nicht begonnen. Bei der Eröffnungsfeier, zu der wir selbstverständlich pünktlich anwesend waren, lauschten wir wieder den Worten des Sekretärs des Provinzkomitees der KP Chinas, Xu Guangchun. Anschließend begrüßte Chinas Handelsminister Bo Xilai die Besucher. Die Menschen jubelten ihm zu und spendeten Szenenapplaus, zum einen vielleicht, weil er sehr humorvoll sprach, zum anderen vermutlich, weil dieser gutaussehende Politiker vor allem die anwesenden Damen begeisterte. Durch einen Papierschnitzelregen arbeiteten wir uns danach in die Messehallen vor. Als wir uns orientiert hatten, machten wir uns auf, interessante Interview-Partner zu finden, auf ins Gewühl. Wir steuerten auf die erste Ausstellungshalle zu - unbeschreiblicher Krach schlug uns entgegen, aber wir schritten tapfer weiter voran. Allerdings versuchten die verschiedenen Aussteller offensichtlich den Dezibel-Wettstreit für sich zu entscheiden, jeder wollte den Nachbarn überlärmen. Kong Jie und ich konnten uns nur noch per Zeichensprache unterhalten und wir bedauerten all jene, die acht Stunden in dieser Halle arbeiten müssen. Morgen muss vermutlich neues Personal gefunden werden, denn das heutige wird schwer heiser sein. Trotz des Krachs fanden wir relativ schnell einen guten Interview-Partner, den Vertreter einer deutschen Investment Consulting-Firma. Wir mussten den armen Mann bis ins Vestibül der Hallen schleifen, damit wir überhaupt ein Interview führen konnten. Der Weg hatte sich gelohnt, denn er konnte spannendes berichten. Hochmotiviert durchforsteten wir daraufhin die für uns etwas undurchsichtig angeordneten Hallen weiter. Blau und gelb leuchtete uns ein vertrauter Markenname entgegen, die Metro. Ja, und vielleicht hätten wir dieses Interview besser nicht führen sollen, denn es stand unter keinem guten Stern. Das Interview selbst war toll und ich wollte das auch im Bild festhalten. Nachdem ich Kong Jie beim Interview fotografiert hatte, habe ich meine Kamera einen Moment direkt vor mir auf den Tisch gelegt - zur Freude eines Diebes und zu meinem Entsetzen. Jammern hilft ja nun aber nicht weiter, also gingen wir in Aktion. Schließlich lernten wir die Messe auch hinter den Kulissen kennen, wir landeten in der Messe Polizeistation, dort gab es sogar so etwas wie Zellen. Kleine Zimmer, in die man durch eine große Glasscheibe Einblick hat. Und dort hockten schon einige wenig vertauenserweckende Gestalten auf dem Fußboden. Wie uns der freundliche Polizist mitteilte, waren in den ersten drei Messestunden schon acht Digitalkameras, ein Laptop und etliche Geldbeutel gestohlen gemeldet worden und man hatte auch schon einige Diebe auf frischer Tat ertappt. Ich war also, was den Kamera-Diebstahl anging, in bester Gesellschaft, was die Sache natürlich nicht besser machte. Der Sportprinz agierte ruhig und routiniert, auch wenn er das Protokoll zweimal schreiben musste. Dann befragte uns noch ein weiterer Polizist, der sich sogleich im Namen der Provinz für den Vorfall entschuldigte. Bevor alle Formalitäten erledigt waren, mussten wir unser Protokoll noch mit Fingerabdrücken übersähen, dann waren wir entlassen. Seither hoffen wir, dass der Polizei der Dieb meiner Kamera ins Netz geht. Ich werde morgen in den Grotten ein paar Räucherstäbchen dafür anzünden. Der Nachmittag war nach unserem Aufenthalt bei der Polizei angebrochen, unsere Laune ruiniert und die Arbeit wartete. Schließlich haben wir heute direkt von der Messe ins Studio berichtet. Nun diese Aufgabe konnten wir auch ohne Kamera erfüllen. Bedauerlicherweise sieht es allerdings, was die Fotos für die Webseite angeht, düster aus, denn an denen kann sich jetzt der Kameradieb erfreuen. Und das, wo wir sogar Kong Jie und Winnie Pu in Szene gesetzt hatten und die Sportprinzessin mit dem Ferkelchen. Na, vielleicht fangen sie den Dieb - und dann liefern wir diese Bilder nach - versprochen.

Die etwas betrübte Sportprinzessin erradelte sich schließlich im Fitnessraum des Hotels ihre gute Laune wieder und auch der Sportprinz war wild entschlossen, sich den Tag nicht endgültig verderben zu lassen. Spätestens beim Abendessen waren wir wieder einsatzbereit, morgen dann wieder...

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