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Chinesische Tierzeichen
   2007-02-14 16:10:52    Seite drucken   cri
In China hat jedes einzelne Jahr nach dem chinesischen Mondkalender sein jeweils eigenes Tierkreiszeichen. Und da es 12 dieser Tierkreiszeichen gibt, beginnt der ganze Zyklus alle 12 Jahre wieder von neuem.

Auf chinesisch heißt es "Sheng-Xiao", was soviel bedeutet wie die gleiche Abfolge im Kreis alle 12 Jahre. Schauen wir uns nun einmal die 12 Tiere in der Folge ihres Auftretens im Horoskop an: Der zwölfjährige Zyklus wird von der Ratte angeführt, danach folgt ein Jahr des Büffels, dann des Tigers. Die nächsten in der Reihe sind Hase, Drachen, Schlange und Pferd, Schaf, Affe, Hahn, Hund und Schwein bilden den Abschluss.

Die Tradition der Zuordnung dieser Tiere zu den einzelnen Jahren ist laut historischen Aufzeichnungen bereits mehr als 2000 Jahre alt, die genaue Herkunft der Jahresrechnung mit Hilfe der Tierzeichen ist aber auch unter den Folklore-Experten weiterhin umstritten. Dazu sagte Professor Tao Lifan vom Forschungszentrum für chinesischen Volkskunde an der Zentralen Universität der Nationalitäten in Beijing:

"Die Tierkreiszeichen sind an sich ein altes Kulturphänomen in China, dessen Ursprung bislang unbekannt ist. Allgemein anerkannt ist aber, dass die Tierzeichen eigentlich mit der traditionellen chinesischen Bestimmungsweise von Jahren, Monaten, Tagen und Stunden durch die sogenannten 1o Himmelsstämme und 12 Erdzweige identisch sind. Deshalb sollten die Tierzeichen wohl auf die vorgeschichtliche Zeit zurückdatiert werden."

Nach den Worten von Professor Tao gibt es unter Akademikern allerdings auch noch andere Hypothesen über den Ursprung der Tierkreiszeichen. So könnten sie auch eine Synthese aus dem han- chinesischen System von Himmelsstämmen und Erdzweigen und der bei einigen nationalen Minderheiten ebenfalls traditionellen Jahreszählung mit Hilfe von Tieren sein.

Aber warum nun ausgerechnet 12 Tiere und ein zwölfjähriger Zyklus? Und wieso kommt die schon erwähnte exakte Reihenfolge zustande? Dazu noch einmal Professor Tao:

"Alle diese 12 Tiere stehen in engem Zusammenhang mit dem Alltagsleben der Menschen. Sie sind hauptsächlich in 3 Arten gegliedert. Zu der ersten Kategorie gehören Pferd, Rind, Schaf, Hahn, Hund und Schwein, die von den Chinesen schon sehr lange als Hausstiere gehalten und entsprechend geschätzt werden. Die zweite Gruppe sind dann Wild- und Jagdtiere wie Tiger, Affe, Schlange, Hase und Ratte. Und dann ist da noch das berühmte chinesische Glückstier, eigentlich ein Fabelwesen - nämlich der Drache, der aber die Charakterzüge vieler Tiere in sich vereint."

Laut Professor Tao richtet sich die Reihenfolge der Tiere im Zyklus nach ihren täglichen Lebensgewohnheiten. In der Han-Dynastie im 3. Jh. vor Ch. war jeder Tag in 12 Stunden unterteilt worden. Da die Ratte nachtaktiv ist, also etwa zwischen 23 und 1 Uhr des nächsten Tages nach heutiger Rechnung, bekam sie damals die erste Stelle in der Abfolge der Tierzeichen zugewiesen. Nach diesem Prinzip erfolgte dann auch die Zuordnung der übrigen 11 Tiere.

Die Tierzeichen spielen auch eine wichtige Rolle in den traditionellen chinesischen Horoskopen. Denn zunächst einmal bestimmt das Tierzeichen des Geburtsjahres schon ganz bestimmte Eigenschaften, die mehr oder weniger auf jeden einzelnen der in jenem Jahr Geborenen zutreffen sollen. Jeder Chinese hat demzufolge ein Tierzeichen, das Tiersymbol seines Geburtsjahres nämlich.

Das Geburtsjahr samt zugehörigem Tierzeichen nach dem Mondkalender wird in China "Ben-Ming-Nian" genannt, wörtlich auf deutsch "Jahr des eigenen Schicksals".

Und nach dem chinesischen Horoskop muss nun jeder in einem Jahr, das 12 Jahre nach seinem Geburtsjahr wieder das gleiche Tierzeichen trägt, ganz besonders vorsichtig sein.

Logischerweise gibt es allerlei volkstümliche Sitten und Bräuche, um mögliche Katastrophen zu verhüten bzw. Unglück abzuwenden. Auch darüber weiß Professor Tao mehr:

"Das 'Ben-Ming-Nian' gilt in China als ein böses Jahr für die betreffende Person, die in einem Jahr unter diesem Tierzeichen geboren wurde. Es gilt, alle Maßnahmen zu ergreifen, um jegliches Unglück zu vermeiden. Dazu gehören u.a. die Bräuche, Jadeschmuck mit einem roten Faden um den Hals oder einen roten Gürtel, eine rote Weste oder sogar rote Unterhosen zu tragen. Diese Tradition ist bis heute überliefert worden."

Da sich die Abfolge der Tierzeichen nach dem chinesischen Mondkalender alle 12 Jahre wiederholt, kommt jeder in seinem Leben mehrfach in die Situation, ganz besonders umsichtig sein zu müssen.

Und genau wie die Sterne bei Ihrem Horoskop hat jedes chinesische Tierzeichen auch seine eigene symbolische Bedeutung. Der Drache vertritt die Kraft und Macht, die Ratte steht für Ängstlichkeit, die Schlange für Schlauheit. Der Affe gilt als kund pfiffig, der Hund als treu - usw...

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