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Suzhou in der Provinz Anhui
   2005-11-14 12:39:26    cri
Geographisch gesehen bildet der Fluss Huaihe die Grenze zwischen Nord- und Südchina. Der Fluss verläuft von Westen nach Osten und teilt die ostchinesische Provinz Anhui in zwei Teile. Und zwar in den flachen Norden und den hügeligen Süden.

Während der Süden der Provinz Anhui vor allem wegen seiner vielen Seen und Flüsse bekannt ist, kennt man den nördlichen Teil als Schauplatz vieler Ereignisse in den letzten Jahrhunderten. Die ereignisreiche Geschichte bescherte Nordanhui zahlreiche Kulturdenkmäler. Die Ortschaft Suzhou ist reich an Kulturgütern.

Vor 2200 Jahren kam es in Anhui zu einer blutigen Schlacht zwischen zwei Armeen. Nach dem Sturz der Qin-Dynastie rangen die beiden ehrgeizigen Führer eines Bauernaufstands - Liu Bang und Xiang Yu um die Alleinherrschaft über das Reich.

Zu dieser Zeit wurde in einer nebeligen Nacht das Lager von Xiang Yu von feindlichen Truppen eingekesselt. Die in der Falle sitzenden Soldaten von Xiang Yu hörten von ihren Belagerern bekannte Gesänge. Es waren Volkslieder aus ihrer eigenen Heimat. Xiang Yus Soldaten wurden daraufhin von Heimweh geplagt. Zudem demoralisierte die Soldaten der langanhaltende Krieg und die scheinbar hoffnungslose Lage im Kessel feindlicher Truppen. In ihrer Verzweiflung legten viele Soldaten ihre Waffen nieder und versuchten zu fliehen. Xiang Yu konnte eine Massenflucht nicht verhindern. Seine Armee brach binnen Minuten zusammen.

Nun standen Xiang Yu nur noch zwei Alternativen zur Auswahl: entweder Kapitulation oder Selbstmord.

Im Kessel gefangen war auch Xiang Yus Konkubine Yu Ji. Von ihr Abschied zu nehmen fiel Xiang Yu extrem schwer. Yu Ji soll eine außerordentlich schöne Frau gewesen sein. Sie war es auch, die auf die Idee kam, durch ihren eigenen Selbstmord ihren Geliebten dazu zu bewegen, die Einkreisung zu durchbrechen. Und so stürzte sie sich ruhig ins Schwert.

Xiang Yu gelang es, mit neuem Mut die feindliche Einkreisung zu durchbrechen. Doch nach all den militärischen Niederlagen der Vergangenheit betrachtete er sich weiterhin als Versager. Und vor allem der Gedanke, dass sich seine Geliebte ins Schwert stürzte, quälte ihn permanent. Nach langem Leiden fasste Xiang Yu schließlich den Entschluss, Selbstmord zu begehen.

Das Grab der schönen Konkubine Yu Ji befindet sich eben in jenem Suzhou, das wir heute bereisen. Heute erinnert das Grab an den schmerzhaften Abschied vor 2200 Jahren. Rund um das Grab wurden Dutzende Birnen- und Pfirsichbäume gepflanzt, die im Frühling in voller weißer Blüte stehen.

Die Geschichte von Xiang Yu und Yu Ji wurde von verschiedenen chinesischen Dramatikern in Opern thematisiert. Die Tragödie wurde somit über die Jahrhunderte als Klassiker der chinesischen Oper überliefert.

Ganz in der Nähe von Suzhou liegt das ruhige Dorf Gaixia. Dort in der Nähe kam es vor 2200 Jahren zur blutigen Schlacht zwischen Xiang Yus Truppen und Liu Bangs Armee. Die Schlacht bezeichnen Militärstrategen als "eine der weltweit bemerkenswertesten Schlachten in der Antike" oder als "Waterloo des Ostens". In Gaixia hatte Xiang Yu seine Truppen stationiert. Heute sind noch die Ruinen von den Behausungen der Truppen zu sehen. Die Ruinen sind etwa 340 Meter lang und 240 Meter breit. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Ruinen durch die japanischen Aggressoren beschädigt. Archäologen haben bei den Ruinen Dachziegel und Münzen aus der Zeit vor 2200 Jahren ausgegraben.

Nördlich von Suzhou liegt das Dorf Dangshan??. Bekannt ist das Dorf für seine 50.000 Hektar großen Birnenplantagen. Die Birnen sind Mitte September reif. Der älteste Birnenbaum ist über 180 Jahre alt.

Im April eines jeden Jahres findet in Dangshan??das Birnenblüten-Fest statt. Während der Festtage sind folkloristische Darbietungen zu sehen, darunter Drachen- und Löwentänze, Stelzenläufe, Volkstänze sowie Hahnen- und Ziegenkämpfe.

Am Dorf Dangshan floss zwischen 1168 und 1855 der Gelbe Fluss vorbei. Das alte Flussbett erstreckt sich noch heute auf einer Länge von 46,6 Kilometern in der Nähe des Dorfes. Im Flussbett wachsen heute Pfirsiche in großflächigen Hainen. Wissenschaftler sehen in dem alten Flussbett ein Biotop mit wertvoller biologischer Vielfalt im Norden der Provinz Anhui.

Das kulinarische Highlight einer Reise nach Suzhou ist das Hühnerfleisch der Gemeinde Fuli. Diese Gemeinde befindet sich 30 Kilometer nördlich von Suzhou. Das Hühnerfleisch wird auf ganz besondere Art zubereitet. Dazu wird das rohe Fleisch eines Hahnes nach dem Schlachten mit Zucker überzogen. Anschließend brät man das Fleisch in Sesamöl. Das gebratene Fleisch wird anschließend in kräftiger Brühe zusammen mit 13 Gewürzen gekocht. Erst dann ist das Fleisch fertig zum servieren.

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