Startseite | Nachrichten | Zeitgeschehen | Chinesischkurs | China ABC | Inet Radio | Frage der Woche | Paralympics 2008 in Beijing | Sendeplan
 

-Empfangsbericht
-Feedback   -Archiv

Jiuhua-Berg
   2005-11-14 12:22:41    CRI
In der ostchinesischen Provinz Anhui liegt eine landschaftliche Perle - das Gebirge Jiuhuashan, das zu den fünf heiligen Bergen des Buddhismus in China gehört. Dabei gehören die Jiuhua-Berge - rund 100 im Umfang - zum gleichen Höhenzug wie die Huangshan-Berge. Glasklare Flüsschen plätschern durch die malerische Landschaft. Von seinen zahllosen Gipfeln, nach alter Zählung 99 an der Zahl, tragen die bekanntesten und höchsten Namen wie "Himmelsterrasse", "Himmelssäule" oder "Lotosblüte".

Der Dichter Li Bai kam vor 1300 Jahren während der Tang-Dynastie insgesamt drei Mal zum "Jiuzishan", wie das Gebirge damals hieß. Bei seinem ersten Besuch schlug er in einem Vers vor, den Namen in "Jiuhuashan" zu ändern - eine Bezeichnung, die sich schließlich einbürgerte und bis heute in Gebrauch ist.

Li Bai liebte es, in den Bergen zu wandern und die Tempel und Aussichtspunkte zu besuchen. Im Teich der "Halle der Erhabenen Meditation" habe er einst, so heißt es, seine Schreibpinsel gewaschen. Und in eine strohgedeckte Hütte nahe dem Huacheng-Kloster soll er sich zurückgezogen haben, um zu lesen und Gedichte zu rezitieren. Nachfolgende Generationen errichteten an der Stelle ein "Li-Bai-Atelier", das - in späteren Zeiten zerstört - schon demnächst wiederhergestellt wurde, um Wanderer zu einer Rast einzuladen.

Zum Zentrum Höhenzuges, Jiuhuajie, musste man früher über eine acht Kilometer lange Steintreppe aufsteigen. Seit 1978 gibt es eine Strasse, und damit ist der Zugang viel bequemer geworden. Diese befahrbare Straße windet sich in rund 80 Serpentinen in die Höhe, vorbei an grünen Hängen und Terrassenfeldern. Da und dort in die Landschaft gesprenkelt, liegen Bauernhütten.

Jiuhuajie ist malerisch in die Berglandschaft eingebettet. Bäche, Felder, Bergpfade, kleine Bauerngehöfte, Klöster und Tempel verleihen der Gegend ein typisch südchinesisches Gepräge. Der älteste und bedeutendste buddhistische Sakralbau ist das Huacheng-Kloster.

Schon vor 1600 Jahren, in der Östlichen Jin-Periode, hatte der Mönch Bei Du hier seine Strohhütte. Mitte des 8. Jahrhunderts erbauten ein frommer Buddhist namens Zhuge Jie und seine Freunde für Meister Qiao Jue das Huacheng-Kloster. In der Ming-Zeit, der vorletzten Monarchie in der chinesischen Geschichte, wurde es generalrenoviert, und sogar der Kaiser schenkte nach der Renovierung der Klosterbibliothek ein Exemplar Sutras.

Im Jahre 1857 brannten die drei vorderen Hallen ab. Die heute noch erhaltenen Bauten stammen aus der Qing-Zeit, als das Kloster neu wiederaufgebaut wurde. Das einzige aus der Ming-Dynastie erhaltene Gebäude ist die Bibliothek, in der wertvolle buddhistische Schriften und kaiserliche Dekrete aufbewahrt werden. Vor dem Kloster befindet sich der mit Lotosblumen bepflanzte "Mondsichelteich", in dem sich Fische und Schildkröten tummeln.

Das Kloster Qiyuan in den Jiuhua-Bergen wurde in der Ming-Dynastie gegründet und in der Qing-Dynastie um- und ausgebaut. Es ist ein mächtiger, weitläufiger Gebäudekomplex im Palasthallenstil. In der Nähe murmelt ein Flüsschen, und im Hintergrund erhebt sich der Berg. Die prächtigen Hallen sind mit glasierten Ziegeln gedeckt und innen mit Malereien und Schnitzereien reich verziert. Eines der berühmtesten buddhistischen Heiligtümer des Jiuhuashan, ist dieser Tempelkomplex zugleich das heute am vollständigsten und besten erhaltene Zen-Kloster. In der geräumigen Daxiong-Halle ziehen vor allem die ebenmäßig aufragenden Buddhastatuen den Blick des Eintretenden auf sich. An der Rückseite der Halle befindet sich die "Meerinsel", auf der Guanyin, die Göttin der Barmherzigkeit, thront. Das sieben Meter hohe Schnitzwerk stellt in detailreichen Szenen Ereignisse aus der buddhistischen Legendenüberlieferung dar.

Der Weg zum Baisuigong führt über eine etwa zwei Kilometer lange Steintreppe steil nach oben. Auf eine Bergspitze gebaut, ragt das Tempelgehöft - seit Jahrhunderten Wind und Wetter trotzend - eindrucksvoll empor.

In der "Halle der fleischlichen Hülle" wird der mumifizierte Leichnam vom Meister Wu Xia aufbewahrt. Wie in tiefe Meditation versunken, sitzt er mit untergeschlagenen Beinen auf einem Lotosthron. Der Körper ist im Lauf der vielen Jahre geschrumpft. Er ist eine rote Mönchsrobe gekleidet, auf dem Kopf sitzt eine Haube. Um die Mumie wurde eine Vitrine gebaut, davor ist ein Vorhang angebracht.

Wu Xia war der Gründer des Klosters Baisuigong. Aus einem kleinen Ort nahe Beijing stammend, wanderte Wu Xia landauf und landab, um buddhistische heilige Berge zu besuchen. Schließlich gelangte er zum Jiuhuashan und ließ sich hier nieder. Sich Tag für Tag anstrengenden Meditationen und Exerzitien unterwerfend, verbrachte er auf dem Dongyan-Gipfel 102 Jahre. Selbst als er starb, saß er kerzengerade in der Lotosposition und rezitierte Sutras. Er soll 126 Jahre alt geworden sein. Kurz vor seinem Tod wies er seine Schüler an, nach Ablauf von drei Jahren seinen Sarg zu öffnen. Die Mönche taten wie geheißen und fanden zu ihrem Erstaunen, dass der Leichnam frisch und unversehrt war. Die Mumie wurde mit Gold überzogen und zur Verehrung ausgestellt.

Der legendäre Mönch Wu Xia hinterließ mehr als 80 Bände Abschriften heiliger Texte. Dabei hatte er aus dem Blut seines Fingers und Goldstaub eine Schreibtinte gemischt und 38 Jahre mit dem Niederschreiben zugebracht. Die Handschrift, schon mehrere Jahrhunderte alt, ist hervorragend erhalten.

     mehr zum Thema Ihre Meinung

Not Found!(404)

Not Found!(404)