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Popo-Creme „Magie des Ostens" – Chinas heimliche Markteroberer
  2016-06-15 16:05:32  cri

 

von Marie Müller-Diesing

Viele chinesische Produkte hergestellt in Eigenregie fallen einem nicht ein, denkt man an deren Präsenz auf dem internationalen Markt, abgesehen von günstigen Solaranlagen und Stahlerzeugnissen. Ein paar Autos vielleicht, die bei westlichen Sicherheitstests floppen, und die aktuelle Offensive des Smartphone-Herstellers Huawei, der eigentlich schon seit zehn Jahren in der Bundesrepublik aktiv ist. Telefone von zu gut Deutsch „Hu-a-Wai" sind dem Bundesbürger eher ein Begriff als die Modelle von Xiaomi, die in China einen echten Hype erlebten.

 

Zu den wahren Gewinnern beim internationalen Publikum zählen andere, nicht ganz so Image-starke Produkte. Viele Amerikaner schwören beispielsweise auf die traditionsreiche Mayinglong Moschuscreme, bezeichnen sie auf Amazon als „Magie des Ostens". Hinter dieser Lobpreisung steht nicht etwa ein betörendes Aphrodisiakum. Nein, die Westler sind so begeistert von einer chinesischen Salbe gegen Hämorrhoiden.

„Mayinglong-Salbe lässt deinen Popo lachen wie eine blühende Blume." Im Werbespot für das Produkt des börsennotierten Unternehmens aus Wuhan versprechen unzählige Hinter(n)ansichten nur das Beste für die Hämorrhoiden geplagten Allerwertesten. Kunden aus Amerika können da nur zustimmen. „Die Salbe macht dich wieder richtig ganz", tönen sie und wünschen den Erfindern gar den Nobelpreis. Das Unternehmen selbst hat sich bisher nicht zu dem plötzlichen Ruhm geäußert.

Die chinesische Markenexpansion ist also eine stille - heimlich schleichen sich via Internetshopping ganz alltägliche Produkte des Ostens in den Alltag des Westens. Neben der Salbe wird in einem Artikel der China Daily von Anfang Juni auch noch eine scharfe Paste genannt von Lao Gan Ma aus Guizhou. Bitterernst schaut das Portrait einer älteren chinesischen Dame vom rot verpackten Glas und soll damit wohl Tradition vermitteln. Die Chilisoße, die es seit 1996 gibt, dürfte in China so etwa den Stellenwert von Maggi in Deutschland eingenommen haben und fehlt in keiner Küche. Mit 1.100 Facebook-Fans ist die internationale Lao-Gan-Ma-Gemeinde zwar noch nicht ganz so groß. Wenn jedoch die Mayinglong-Anhänger, die ja nun wieder scharf essen können, von der kulinarischen „Magie des Ostens" erfahren, dürfte es mit den Zahlen bald rasant nach oben gehen.

Foto via China Daily

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