
Die Lebenshaltungskosten in Chinas Metropolen steigen. Dies geht aus einer Untersuchung der Economist Intelligence Unit (EIU) hervor. Während man in Shanghai nun ebenso teuer lebt wie in Tokio, müssen auch Bürger in Beijing und Shenzhen für ihre täglichen Ausgaben tiefer in die Tasche greifen.
Singapur ist der Studie zufolge weiterhin die teuerste Stadt der Welt. Hongkong und Seoul sind die zwei anderen asiatischen Metropolen, die zu den Top-Ten der weltweit teuersten Städte gehören.
Trotz der Abwertung der chinesischen Landeswährung RMB sind die Lebenshaltungskosten in Chinas Großstädten gestiegen. Shanghai ist von Platz 13 im Jahr 2014 auf Platz elf im Jahr 2015 vorgerückt und ist die teuerste Stadt des chinesischen Festlands. Shenzhen belegte 2013 noch Position 39, im Jahr 2015 lag die südchinesische Metropole auf Platz 16. Beijing stieg von Platz 46 im Jahr 2014 auf Position 31. Die chinesischen Großstädte Dalian, Chengdu, Suzhou, Guangzhou und Tianjin gehören ebenfalls zu den teuersten 60 Städten der Welt.
Ein Angestellter in Shanghai, der früher in Beijing gearbeitet hat, sagte, die Miete sei in beiden Städten fast gleich. Die Fahrtkosten in Shanghai seien jedoch höher als in Beijing. Auch in Restaurants gäben Menschen in Shanghai mehr Geld aus als in der Hauptstadt. Die Lebenshaltungskosten einer Familie mit zwei Personen lägen im Monat in beiden Städten bei 7.000 bis 8.000 Yuan RMB (etwa 970 bis 1.100 Euro).
Einem Bericht der Schweizer Bankengruppe Julius Bär zufolge sind die Wohnungskosten in Shanghai im Jahr 2015 um 15 Prozent gestiegen. Die Warenpreise in Shanghai liegen ebenfalls höher als in anderen asiatischen Städten. Ein Markenanzug kostet in Shanghai 34 Prozent mehr als in anderen asiatischen Großstädten. Die Preise für Alkohol sind in Shanghai 21 Prozent höher, Armbanduhren sind 16 Prozent teurer. Die Kosten für Hochzeiten, medizinische Behandlungen und Immobilien sind in Shanghai etwa doppelt so teuer wie die Durchschnittskosten in anderen Großstädten Asiens.
Der Anstieg der Lebenshaltungskosten in Chinas Metropolen beeinflusst vor allem die Menschen, die keine Eigentumswohnung haben. Herr Chen, Mitarbeiter einer IT-Firma in Shenzhen, sagte, die Wohnungsmiete mache rund 35 Prozent seines monatlichen Gehalts aus. Seine Wohnung habe nur wenig Sonne. Er habe einmal überlegt, weiter von seiner Firma entfernt zu wohnen. Die Miete wäre 50 Prozent niedriger, allerdings müsste er täglich rund vier Stunden zur und von der Arbeit pendeln. Wie Herr Chen stehen viele junge Leute unter starkem finanziellem Druck. Trotzdem wollen sie in den Metropolen bleiben, da es dort mehr Gelegenheiten, bessere Gehälter und eine reifere Arbeitsumgebung gibt.



Wir über uns








