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Nachhaltige Stadtentwicklung: Shanghai tritt in die Pedale
  2015-02-18 15:52:57  cri

Shanghai ist mit Beginn des Jahres der Frage nachgegangen, inwiefern der 13. Fünfjahresplan Sonderregeln zu einem Verkehrssystem für nachhaltige Verkehrsmittel beinhalten soll. Als „nachhaltigen Verkehr" definierte man hierbei die Fortbewegung zu Fuß, mit dem Fahrrad und per Schiff. Hintergrund sind anhaltende Probleme in der Shanghaier Verkehrsplanung, die gravierende städtische Luftverschmutzung und daraus resultierende Gesundheitsrisiken.

Die drei genannten Fortbewegungsformen - darunter insbesondere das Fahrrad - waren einst Sinnbild Shanghais und ganz Chinas: China galt als Land der Fahrräder; samt Fahrrad konnten die Shanghaier Bürger mit der Fähre das andere Ufer des berühmten Huangpu-Flusses erreichen und dort ihren Weg fortsetzen. Diese idyllischen Bilder sind lange aus dem Gedächtnis der Menschen verschwunden und das Fahrrad verliert auch noch heute stetig an Bedeutung.

Ursachen hierfür sind facettenreich. Ein grundlegendes Problem stellt die unzulängliche Straßenplanung dar. Sofern Radwege eingerichtet wurden, sind diese in den meisten Fällen nur sehr schmal. Exemplarisch hierfür steht die Yan'anzhong-Straße, wo Radfahrer schon seit vielen Jahren auf einen Fahrradweg verzichten müssen. Möchten sie dennoch den Verkehrsregeln Folge leisten und wie vorgeschrieben einen Radweg nutzen, so bleibt ihnen nichts anderes übrig, als einen großen Umweg in Kauf zu nehmen.

Ein weiteres Problem stellt das Parkverhalten zahlreicher Autofahrer dar. Weitgehend fehlt das Bewusstsein für radfahrerfreundliches Parken, so dass viele Autos die Radwege blockieren. Notgedrungen müssen auch hier Radfahrer ausweichen und die Fahrbahn für Kraftfahrzeuge benutzen. Eine zusätzliche Gefährdung entsteht, wenn unvorsichtige Fahrer ohne Schulterblick unbedacht die Autotür öffnen, so dass Radfahrer nur schwerlich noch abbremsen können.

Die Risiken für Radfahrer steigen zusammen mit dem spektakulären Absatzvolumen für Autos in China weiter an: Im Jahr 2009 hat China die USA hierbei überholt und ist seither Spitzenreiter des weltweiten Absatzvolumens für Pkw. So wurden im Jahr 2014 auf dem chinesischen Markt rund 23 Millionen Autos verkauft - nicht allein, da seit jeher ein eigenes Auto in China als Zeichen eines hohen Gesellschaftsstatus und von Reichtum aufgefasst wird. Vor diesem Hintergrund kommt die Shanghaier Regierung nicht umhin, Kraftfahrzeugen im Stadtverkehr stetig größere Freiräume zu gewähren. - Sehr zum Leidwesen der Radfahrer.

Zuständige Abteilungen der Shanghaier Regierung resümierten, dass die Förderung des „nachhaltigen Verkehrs" ein großes, bisher noch ungenutztes Potential zur Verbesserung des Verkehrssystems, zur Entlastung der Umwelt und zur Förderung der Gesundheit berge. Selbstredend seien Luftverschmutzung, Verkehrsstaus und unzureichende Parkmöglichkeiten nicht allein Probleme Shanghais, sondern die vieler großer Städte Chinas. Grundsätzlich müsse man sich daher mit aller Kraft für eine bessere Verkehrsplanung einsetzen und innerhalb der Bevölkerung das Bewusstsein zur umfassenden Nutzung umweltfreundlicher Verkehrsmittel entwickeln. Nur auf diesem Wege könne eine nachhaltige Stadtentwicklung gewährleistet werden.

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