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Tagungen ohne Tabak
  2014-03-07 16:05:07  CRI

Wenn die chinesischen Parlamentarier einmal jährlich in der Großen Halle des Volkes zusammenkommen, gehört auch die Forderung nach einem Rauchverbot schon seit Jahren zum guten Ton. Auch diesmal auf der zweiten Tagung des 12. Chinesischen Nationalen Volkskongresses haben wieder einige Abgeordneten die Idee von „Tagungen ohne Tabak" erarbeitet. Wie sieht die Auswirkung aus, berichtet unser Kollege Xi Jing:

In diesem Jahr scheint der Plan überraschend gut funktioniert zu haben: Weder innerhalb noch außerhalb der Konferenzräume sieht man Volksvertreter mit einer Zigarette in der Hand. Der Erfolg ist sicherlich auch die Bekanntmachung der Regierung über das offizielle Rauchverbot für Beamte in der Öffentlichkeit zurückzuführen, das Ende vergangenen Jahres veröffentlicht worden war. Der ehemalige stellvertretende Gesundheitsminister Huang Jiefu ist zugleich auch Präsident des chinesischen Nichtraucher-Verbands. Er nimmt an der aktuellen Tagung der PKKCV:

„Die Situation ist im Vergleich zum vergangenen Jahr viel besser geworden. Die Bekanntmachung hat das politische Versprechen und die Entschlossenheit der Regierung widerspiegelt. Früher hielt man Rauchen für eine Selbstverständlichkeit. Nun denke ich, dass zumindest unter den Tagungsteilnehmern ein Konsens erzielt wurde. Nämlich der, dass die Raucher zwar die Freiheit haben zu rauchen, aber auch das Recht der Nicht-Raucher akzeptieren, nicht vom Passivrauch geschädigt zu werden. Alle Teilnehmer respektieren dieses Recht, insbesondere wenn es weibliche Teilnehmer gibt."

Auch in den Hotels der Abgeordneten sieht man viele Veränderungen. Es gibt spezielle rauchfreie Etagen. Die Aschenbecher wurden ersetzt durch Kaugummi oder Pfefferminzbonbons. Diese positiven Veränderungen haben eine Abgeordnete aus Huizhou der Provinz Guangdong besonders erfreut. Die Leiterin des Tourismusamts in Huizhou, Huang Xihua hatte bereits in den vergangenen sechs Jahren dem Volkskongress immer wieder ihre Vorschläge zum Nichtraucherschutz eingereicht.

„Es hat sich in den vergangenen sechs Jahren eine Menge verändert. Die Zentralregierung hat die Beamten aufgefordert, vorbildlich mit dem Rauchen aufzuhören. Ich finde es gut. Es gibt ständig kleine Fortschritte. Ich habe vor einigen Jahren schon Rauchverbote für die Arbeitsbereiche in den Regierungsbehörden vorgeschlagen. Das Rauchverbot für die Beamten ist ein Teil davon. Dies ist ein gutes Vorbild für die Raucher landesweit."

China zählt zu den wenigen Ländern der Welt, in denen es kein Gesetz zum Nichtraucherschutz gibt. Huang Xihua hat deshalb konkrete Maßnahmen vorgeschlagen, um die Gesetzgebung über ein Rauchverbot in öffentlichen Räumen zu beschleunigen. Außerdem plädiert sie für mehr Aufklärung:

„Unser Land hat viele Raucher. Über 50 Prozent der Männer in China sind Raucher. Insbesondere rauchen immer mehr Jugendliche. Die finden es sehr cool, sie betrachten das Rauchen als eine Mode. Die Verpackungen der gegenwärtigen Zigaretten sind sehr schön gestaltet. Ich fordere schon seit sechs Jahren, dass die Hersteller verpflichtet werden sollten, Warnbilder auf die Zigarettenpackungen zu drucken. Das könnte besonders für die Analphabeten in den ländlichen Gebieten eine zusätzlich warnende Funktion haben."

Nach Ansicht von Huang Jiefu ist ein Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden das Mindestmaß für die Gesetzgebung. Und ein Gesetz zum Nichtraucherschutz soll auch schon bald entstehen. Es würde die 740 Millionen Chinesen schützen, die zurzeit immer noch dem Passivqualm ihrer Mitmenschen ausgesetzt sind.

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