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(GMT+08:00) 2004-11-22 10:41:59    
Reitensport in China

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In letzter Zeit hat die Reiterei Einzug auch in China gehalten und ist als Freizeitvergnügen in den chinesischen Großstädten auf zunehmendes Interesse gestoßen. In Beijing beispielsweise wurden mittlerweile verschiedene Reitklubs gegründet. Am Wochenende oder in den Ferientagen herrscht in den Reithallen in den Beijinger Vorortbezirken stets ein emsiges Treiben: Reiter, die professionelle Reithelme und -Westen tragen, sind hoch zu Ross und galoppieren auf den Pferderennbahnen. Herr Li, Angestellter einer Firma in Beijing, ist Mitglied eines Reit-Clubs namens "Yuqilin". Jede Woche nimmt er an Ausbildungskursen des Klubs teil:

"Das Gefühl beim Reiten ist super. Egal, ob Ross oder Reiter, beim Galoppieren machen sie eine gute Figur. Die Atmosphäre auf Galoppbahnen ist kaum zu beschreiben. Blauer Himmel, weiße Wolken und grüner Rasen, alles erzeugt einen ländlichen Hauch. Damit kann ich vom Trubel des Alltags loskommen und mich total entspannen."

Besonders in den wirtschaftlich entwickelten Gebieten in China sind in den letzten sechs Jahren private Reitklubs wie Pilze aus dem Boden geschossen. Ende 2003 waren in Beijing, Shanghai und Guangdong jeweils 44, 10 und knapp 20 Reitklubs zu registrieren, vier Mal mehr als im Jahr 1998. In der nordwestchinesischen Provinz Shaanxin entstand sogar der erste Poloklub in China. Im Lauf der Zeit ist die Zahl der Freizeitreiter auf mehr als 10.000 gewachsen, und landesweit gibt es etwa 500 Profireiter, noch vor 10 Jahren waren es nicht einmal 100. Dementsprechend gibt es heute auch viel mehr Reitpferde in China. Mit landesweit 10.000 Rennpferden, davon über 4.000 in Beijing, zählt China weltweit zu den Ländern, die die meisten Pferde züchten.

Chang Wei, Generalsekretär des chinesischen Reiterverbandes, begründete die rasende Entwicklung des Reitsports in China mit der wirtschaftlichen Entwicklung. Die Einwohner in wirtschaftlich entwickelten Regionen, die über ein gutes Einkommen verfügen, besonders die Privatunternehmer und gehobene Firmenangestellte, können sich die Kosten dieser verhältnismäßig teueren Sportart leisten. Chang Wei:

"Durch die wirtschaftliche Entwicklung können sich viele Angestellte den Reitsport durchaus leisten. Man muss für Trainer und Pferd 50 bis 200 Yuan pro Stunde bezahlen, und das ist für bestimmte Einwohner in Großstädten, die über gutes Einkommen verfügen, durchaus machbar. Überhaupt ist die gute Wirtschaftslage Chinas auch für die Entwicklung der Reitklubs verantwortlich."

Doch der Reitsport befindet sich derzeit in China immer noch in einer Anfangsphase, und das größte Problem dabei ist der Mangel an gut ausgebildeten Trainern.

Dazu sagte Chang Wei, man bemühe sich nun um die Lösung dieses Problems. Zur Zeit pflege man eine langfristige Kooperation mit dem Hartpury College, einem bekannten britischen akademischen Institut für Reiterei. So werden chinesische Trainer und Reiter zu Ausbildungskursen nach England geschickt, und man arbeitet an einem Qualifikationssystem für Reittrainer in China.

Laut dem Generalsekretär sollen bei der Erarbeitung des Qualifikationssystems internationale Standards herangezogen werden. In Zukunft dürfen nur Trainer, die diese Qualifikation haben, von Reitklubs angestellt werden. Das System wird sicherlich das Niveau der Ausbildung in den Reitklubs erhöhen. Nicht zuletzt sollten alle Reitklubs im Lande fachlich überprüft werden, damit Amateurreiter, die im Grunde ja die Grundlage des gesamten Reitsports in China bilden, bessere Bedingungen erhalten und ihr Reiten insgesamt erhöhen, sagte der Generalsekretär des chinesischen Reiterverbandes.