Alle 169 wegen des Verdachts auf illegale Goldgewinnung inhaftierten Chinesen in Ghana sind inzwischen wieder frei. Die meisten von ihnen kommen aus dem verarmten Kreis Shanglin im südwestchinesischen autonomen Gebiet Guangxi. Seit 2006 sind mehr als 12.000 Einwohner dem Goldrausch nach Westafrika gefolgt. Seit die ghanaischen Behörden im Jahr 2012 hart gegen illegale Goldgräber vorgehen, ist für viele der Traum vom schnellen Gold geplatzt.
Anfang Juni erreichte der Konflikt einen neuen Höhepunkt. Wegen einer Razzia durch die Behörden mussten chinesische Arbeiter Hals über Kopf die Flucht ergreifen und sich in den Gebirgsregionen verstecken. „Wir hatten keine Zeit mehr, um den Bagger zu verstecken. Die Maschine war eine Million Yuan wert, sie haben sie einfach in Schutt und Asche gelegt. Jetzt haben wir alles verloren, nicht mal unsere Unterwäsche ist uns geblieben", jammert Liang Hai, der mit seinem Vater und einem Bekannten 1,2 Millionen Yuan (ca. 146.000 Euro) in die Goldminen investiert hat. Die meisten Goldgräber finanzieren ihr Abenteuer durch Kredite.
Trotz des Verlustes von 85.000 Euro will Liang nicht mehr nach Ghana zurück. „Ich habe genug davon! Jeden Tag ein Versteckspiel mit Polizisten und Soldaten!" Die Polizisten durchsuchten in der Mitternacht nicht nur Bergwerke, sondern auch Läden und Herbergen. „Sie verhaften dich, nur weil du Chinese bist. Egal, ob du dich hier legal oder illegal aufhältst." Nach der Durchsuchung durch die Behörden folgen dann Plünderungen durch die Einheimischen. Als Goldgräber verdiene man zwar viel mehr als ein Bauer, aber für das Geld wolle Li Jian nicht mehr sein Leben riskieren. Der Wunsch, über Nacht Millionär zu werden, sei nichts weiter als ein Traum gewesen.



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