
Grant Gilreath kommt aus dem US-Bundesstaat Tennessee. Er hat in den USA im Fach Jura promoviert, doch hier in China arbeitet er als Schauspieler. Dazu hat er einen traditionellen chinesischen Namen angenommen – Ge Laosan nämlich.
„Ich mag Schnaps und Fleisch. Ich glaube an Buddha und behandle Patienten. Mein Leben ist ein glorreiches Leben. Stets bin ich gegen böse Leute. Andere halten mich für lächerlich. Ich lache - aber sie aus, weil sie nicht durchblicken. "
Kaum zu glauben, dass der Schauspieler in diesem kurzem Sketch ein junger US-Amerikaner ist Obwohl Grant Gilreath noch nicht sehr lange in China ist, spricht er fließend Chinesisch. Zwar hatte er in den USA im Fach Jura promoviert, doch in China wollte er Schauspieler werden, unter seinem Pseudonym, dem traditionellen chinesischen Namen Ge Laosan.
Von Kindheit an hatte Grant eine besondere Vorliebe für Filme und die Schauspielerei. Als Austauschstudent beschäftigte er sich an der Sichuan-Universität, der Peking-Universität und der Tsinghua-Universität mit Chinesisch und chinesischem Patentrecht. Während seines Studiums in China lernte Grant viele chinesische Freunde kennen. Ein wichtiger Grund für seinen späteren Entschluss, seine Chance in China zu suchen.
Vor einem Jahr kam Grant dann zu einem erneuten Studium nach Beijing an die Zentrale Theaterakademie. Hier begann er ein Schauspiel-Studium.
„Das Studium hier ist anstrengend. Jeden Tag hat man Unterricht, auch an den Wochenenden. Zudem muss man an kleinen Aufführungen teilnehmen. Jeden Tag gibt es Proben. In einem Kurs soll man zum Beispiel einen Unbekannten allein nach Aussehen und Merkmalen imitieren. "
Es ist dabei gar keine leichte Sache, an Chinas bekanntester Theaterlehranstalt zu studieren. Die Kommilitonen sind alle begabt, entweder im Tanzen, Darstellen oder im Singen. Für Grant ist dies ohne Frage ein großer Druck. Daher muss er sich anstrengen, aber es macht ihm Spaß.
„Am interessantesten für mich ist der Unterricht zum körperlichen Gestalten. Jeden Tag müssen wir die Beinmuskeln dehnen. Ich bin schon 27, habe aber nie zuvor meine Beinmuskeln gedehnt. Manche Kommilitonen können ihre Füße bis auf Gesichtshöhe heben, manche auch ganz weit nach hinten strecken. Das kann ich nicht, aber ich mache inzwischen auch schon Fortschritte. "
Neben den Kursen an der Theaterakademie nimmt Grant jeden Dienstag und Donnerstag zudem Musikunterricht. Zu seinem Musiklehrer fährt er jedes Mal drei bis vier Stunden. Überhaupt nutzt Grant alle Chancen, etwa, wenn er an Chinesisch-Wettbewerben für ausländische Studenten teilnimmt. Auch in verschiedenen Fernseh-Unterhaltungssendungen hinterlässt er seine Spuren.
Durch seine Beteiligung an Fernsehprogrammen hat Grant einige chinesische Regisseure und Drehbuchautoren kennen gelernt und damit seine Schauspielerkarriere in China begonnen. Zurzeit spielt er Rollen in zwei Fernsehserien, da er fließend Chinesisch spricht und gewisse darstellerische Fertigkeiten besitzt. Mit den Rollen ist er jedoch noch nicht ganz zufrieden. Er hofft, künftig auch überhöhte Rollen in Komödien spielen zu können.
„Ich finde mich für Rollen in Komödien am geeignetesten. Es gibt zurzeit in chinesischen Filmen und Fernsehserien nur wenige Rollen für Ausländer. Aber ich denke, das wird sich mit der Zeit ändern."
Das Leben in China ist für Grant Gilreath bunt und spannend. So nutzt er die knappe Freizeit, um sich zu vergnügen.
„In den USA gehen alte Frauen nach ihrer Pensionierung nur noch selten raus. In China haben alte Frauen nach ihrer Pensionierung viel zu tun, zum Beispiel schließen sie neue Freundschaften beim Tanzen im Wohngebiet. Ich kann nur einen Tanz, nämlich Cowboy-Tanz. Es ist oft lustig, wenn ich, ein Ausländer, mit den alten Damen tanze. Sie tanzen gerne mit mir."
Die chinesische Küche gefällt Grant sehr. Und er kann auf Chinesisch Kurznachrichten per Handy verschicken. Grant ist zuversichtlich, dass seine Zukunft in China liegt. Er hofft, sich als Schauspieler, Regisseur und Produzent bei chinesisch-amerikanischen Koproduktionen etablieren zu können.
Übersetzt von: Qiu Jing



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