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Im Wandel der Zeit: Chinesische Trachten-Mode im 20. Jahrhundert
  2012-12-07 10:00:24  cri
Das China des 20. Jahrhunderts ist reich an traditionellen und modernen Konzepten, in denen die westliche und die asiatische Kultur aufeinanderprallen. Daraus resultierende Veränderungen spiegeln sich in allen Bereichen des Lebens wider. Vor allem Kleidung ist oftmals ein Spiegelbild einer bestimmten Ära. Heute entführen wir Sie nun in die Modewelt Chinas des 20. Jahrhunderts, mit all den Veränderungen, die Sie durchlaufen hat…

Im vergangenen Jahrhundert kam es in China zu einschneidenden Veränderungen und Transformationen. Diese Veränderungen zeigten sich nicht nur in den politischen und wirtschaftlichen Reformen des Landes, sondern auch im Alltagsleben der Menschen, so zum Beispiel in der Mode. Modetrends verkörpern soziale Entwicklungen und Strömungen innerhalb einer Gesellschaft. In dem Buch „Chinese Costume Fashion in the 20th Century", auf Deutsch also „Chinesische Trachten-Mode im 20. Jahrhundert", liefern die Autoren Yuan Ze und Hu Yue ein umfassendes und genaues Bild über die Entwicklung chinesischer Modeideale im 20. Jahrhundert sowie die komplexen und tiefgreifenden sozialen Hintergründe dieser Veränderungen.

Das Professoren-Ehepaar Yuan Ze und Hu Yue arbeitet am Beijing Institute of Fashion Technology. Die Experten für Kleidung haben die Entwicklung der Mode in China aus verschiedenen Blickwinkeln analysiert, so z.B. aus politischer, kultureller und gesellschaftlicher Sicht. Zehn Jahre hat die Fertigstellung des Buches gedauert. Yuan erklärt, wie es zu der Idee für dieses Projekt kam:

„Es gab mehrere Gründe für dieses Buch. Zum einen war chinesische Mode bisher nur bis zur späten Qing-Dynastie, bzw. bis kurz vor der Gründung der Volksrepublik China wissenschaftlich thematisiert worden. Doch gerade im 20. Jahrhundert war die chinesische Mode dramatischen Veränderungen ausgesetzt. Wir waren der Meinung, dass eine Aufarbeitung dieser Veränderungen von großer wissenschaftlicher Bedeutung ist. Außerdem glaube ich, dass jeder Mensch, jede Familie eine sehr enge Beziehung zu Kleidung hat. Manchmal denke ich sogar, wenn wir den Lesern Kleidung aus den letzten 100 Jahren vorlegten, dann würden diese Kleidungsstücke für sich selbst und die modischen Veränderung des vergangenen Jahrhunderts sprechen. Man müsste gar nichts mehr dazu sagen."

Beim Lesen des Besuches fällt sofort die große Anzahl der Bilder auf; 385 insgesamt, darunter Fotos alter Kostüme aus verschiedenen Perioden sowie Tuschmalereien berühmter Künstler. Die Bilder und dazugehörige Beschreibungen geben dem Leser einen guten Eindruck über die verschiedenen Modestile. Besonders alte Fotografien wecken oftmals auch persönliche Erinnerungen an vergangene Tage.

„Die Evolution von Trachten-Mode ist ganz stark mit unserem Alltagsleben verknüpft. Ich glaube daher, dass Bilder am besten geeignet sind, diese Entwicklungsgeschichte zu erzählen. Ich habe lange gebraucht, um diese Familienbilder, Illustrationen und Skizzen zusammenzutragen. Ich denke, all diese Bildquellen sind eine Art Beweis für die Entwicklung der Mode in China in den letzten einhundert Jahren. Mit Hilfe der vielen Illustrationen können die Leser die Geschichte viel intensiver nacherleben."

Der so genannte Sun Yat-Sen Anzug, sowie das Cheongsam, auch Qipao genannt, sind für Yuan die beiden wichtigsten Kleidungsstücke des vergangenen Jahrhunderts in China. Beide repräsentierten typische Merkmale dieser Ära. Der Sun Yat-sen Anzug ist nach dem Gründervater der Republik China, Sun Yat-Sen, benannt. Er war der Erste, der diese Art von Anzug trug und machte diesen durch seine vielen öffentlichen Auftritte bei Versammlungen populär. Der Erfolg des Qipao lässt sich auf seine heutige Schnittform zurückführen, der die weiblichen Rundungen und die Schönheit chinesischer Frauen betont. Das war bei der ursprünglichen Version während der Qing-Dynastie noch ganz anders. Das Qipao war damals eher weit und lang geschnitten. Erst später wurde der Schnitt deutlich körperbetonter. In ihrem Buch beschreiben die Autoren die Wandlung des Qipaos:

„Das Original-Qipao unterscheidet sich vom Stil der späteren Periode von 1912 bis 1949. Im Original war das Qipao sehr groß und luftig geschnitten, mit ca. 30 Zentimeter weiten Ärmeln. Diese waren mit unterschiedlichen Verzierungen geschmückt. In der traditionellen chinesischen Kultur wurden die weiblichen Merkmale oftmals abgeschwächt und nur über solche Verzierungen transportiert. Die Veränderungen bei dem Sun Yat-Sen Anzug zeigen sich zum Beispiel bei den Knöpfen. Die klassische Ausführung hatte sieben Knöpfe, heute sind es nur noch fünf. Auch die Taschenform war ursprünglich weniger gekrümmt. Der Anzug erinnerte etwas an den Britischen Jagdanzug, wobei der heutige Sun Yat-Sen Anzug eine vereinfachte Version darstellt."

Das Buch "Chinese Costume Fashion in the 20th Century" vermag es nicht nur, alte Erinnerungen der Leser aufleben zu lassen, sondern ist auch ein Lehrbuch und Inspirationsquelle für Designer. Es ist insgesamt eine interessante Lektüre für alle, die sich für Kleidung und Mode interessieren.

 

Forum Meinungen
• mengyingbo schrieb "Leben in Changshu"
seit etwas über einer Woche ist nun Changshu 常熟 in der Provinz Jiangsu 江苏 meine neue Heimat - zumindest erstmal für rund 2 Jahre.Changshu (übersetzt etwa: Stadt der langen Ernte) liegt ungefähr 100 km westlich von Shanghai und hat rund 2 Millionen Einwohner, ist also nur eine mittelgroße Stadt.Es gibt hier einen ca. 200m hohen Berg, den Yushan 虞山 und einen See, den Shanghu 尚湖...
• Ralf63 schrieb "Korea"
Eine schöne Analyse ist das, die Volker20 uns hier vorgestellt hat. Irgendwie habe ich nicht genügend Kenntnisse der Details, um da noch mehr zum Thema beitragen zu können. Hier aber noch einige Punkte, welche mir wichtig erscheinen:Ein riesiges Problem ist die Stationierung von Soldaten der USA-Armee in Südkorea...
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