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Der Kartoffelanbau in China
  2012-12-02 16:21:26  cri
F: Liebe Hörer, herzlich willkommen bei „Sie fragen, wir antworten"! Auf Wunsch unseres Hörers Klaus Köhler aus Oberloquitz wollen wir Ihnen heute alles über die Kartoffel in China erzählen. Herr Köhler schrieb uns vor kurzem in einer E-Mail:

M: „Im Zweiten Deutschen Fernsehen läuft seit längerer Zeit im Nachmittagsprogramm die sehr beliebte Kochsendung „Topfgeldjäger". Darin eingebettet müssen die Kandidaten auch stets Quizfragen zu Kochthemen beantworten. Kürzlich wurde die Frage nach dem weltgrößten Kartoffelanbauland gestellt. Und zu meiner großen Verwunderung wurde China genannt! China und Kartoffeln? Bestimmt nicht nur für mich zunächst nicht vorstellbar – Reis läge da auch meiner Sicht näher als richtige Antwort. Aber Sie werden bestimmt mehr dazu wissen und es mich und die anderen Hörer wissen lassen."

F: Ja, liebe Hörer und lieber Herr Köhler, diese Frage beantworten wir Ihnen sehr gern.

M: Die Kartoffel wird in China genauso wie anderswo in der Welt wegen den folgenden Eigenschaften geschätzt: Sie passt sich leicht an ihre Umwelt an, fürchtet sich nicht vor Dürre, ist billig und liefert hohe Erträge. Zurzeit wird die Feldknolle in 148 Ländern angebaut. Zu den wichtigsten Produzenten zählen neben China, Russland, Polen, Indien und die USA.

F: Wie Sie sicherlich wissen, stammt die Kartoffel aus Südamerika und trat nach der Entdeckung des Kontinents durch Kolumbus ihren Siegesmarsch durch die Welt an. Nach China kam sie vermutlich von den Philippinen im 16. und 17. Jahrhundert, wohin sie von den spanischen Eroberern gebracht wurde. In den letzten 400 Jahren ist die Kartoffel zu den wichtigsten Feldfrüchten des Landes geworden. Heute liegt sie nach Reis, Mais und Weizen auf dem vierten Platz. Ihre Vermutung war also richtig, Herr Köhler, die Chinesen essen immer noch mehr Reis als Kartoffeln.

M: Dabei darf man nicht vergessen, dass die Essgewohnheiten in China sich von Region zu Region sehr unterscheiden. Mancherorts ist Reis die wichtigste Speise und anderswo wird von vielen anderen Zutaten Gebrauch gemacht. Wie man es auch nimmt, der Anbau von Kartoffeln ist auf jeden Fall eine wichtige Industrie in China. Von 5,3 Millionen Hektar Land werden 80 Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet. Das sind etwas weniger als ein Drittel der gesamten Weltproduktion und die größte Menge, die in einem einzelnen Land produziert wird. Ihre Lieblingssendung hatte also ebenfalls Recht, Herr Köhler! China ist das größte Kartoffelanbauland der Welt!

F: Die Erdäpfel werden in allen Landesteilen angebaut, vor allem jedoch im Norden, den Westgebieten und im Südwesten. Ein Drittel der gesamten Anbaufläche liegt im Südwesten, vor allem in den Provinzen Yunnan und Guizou. Besonders berühmte Kartoffelstädte sind Dingxi in der Provinz Gansu und Tengzhou in der Provinz Shandong. Beide streiten sich um den Ehrentitel „Heimat der chinesischen Kartoffel".

M: Stimmt. Übrigens, weil du gerade „Erdäpfel" gesagt hast: In China gibt es eine sehr ähnliche Bezeichnung. Nur heißen Kartoffeln hierzulande auch „Tudou", also „Erdbohnen". Doch nun zurück zu wirtschaftlichen Aspekten. Wie wir gerade gesehen haben, ist China zwar das größte Anbauland der Welt. Doch das liegt vor allem an den großen Flächen und dem Ausmaß des Landes. Andere Länder haben zwar eine kleinere Produktionsmenge, doch im Verglich gesehen ist der Kartoffelanbau dort sehr viel wichtiger. Das gilt zum Beispiel für Polen. Dort werden 40 Millionen Tonnen geerntet, also genau die Hälfte Chinas. Doch Polen ist ein viel kleineres Land und die Kartoffel hat dort eine viel größere Bedeutung. Das gilt nicht zuletzt auch für Deutschland.

F: Außerdem werden in China nur 14 Tonnen von einem Hektar Anbaufläche geerntet. Das ist niedriger als der Weltdurchschnitt. Und nur acht Prozent der in China geernteten Kartoffeln werden auch im Inland verarbeitet. Der Staat bemüht sich darum, den Anbau und die Verarbeitung der Kartoffel in China zu verbessern. Es werden Pläne ausgearbeitet und viel in die Modernisierung der Technik investiert.

M: Ja, und die Mühen zeigen Wirkung. In dem zurückliegenden Jahrzehnt ist die Anbaufläche im etwa ein Drittel gestiegen. Und die Chinesen essen immer mehr Kartoffeln. Der Verbrauch ist um 40 Prozent gestiegen! Es gibt viele Kartoffelspeisen, die zu den Klassikern der chinesischen Küche gehören: zum Beispiel „Sauer-scharfe Kartoffelstreifen" oder „Die Drei Erdfrischen" „Di San Xian" aus Kartoffeln, Auberginen und Paprika oder die süßen „Fadenziehenden Kartoffeln" „Ba Si Gan Shu". Probieren Sie sie unbedingt bei ihrem nächsten China-Besuch.

F: Oder bereiten Sie es selbst zu, die Rezepte können Sie auf unserer Webseite finden. Guten Appetit! Liebe Freunde, soviel über den Kartoffelanbau in China.

Forum Meinungen
• mengyingbo schrieb "Leben in Changshu"
seit etwas über einer Woche ist nun Changshu 常熟 in der Provinz Jiangsu 江苏 meine neue Heimat - zumindest erstmal für rund 2 Jahre.Changshu (übersetzt etwa: Stadt der langen Ernte) liegt ungefähr 100 km westlich von Shanghai und hat rund 2 Millionen Einwohner, ist also nur eine mittelgroße Stadt.Es gibt hier einen ca. 200m hohen Berg, den Yushan 虞山 und einen See, den Shanghu 尚湖...
• Ralf63 schrieb "Korea"
Eine schöne Analyse ist das, die Volker20 uns hier vorgestellt hat. Irgendwie habe ich nicht genügend Kenntnisse der Details, um da noch mehr zum Thema beitragen zu können. Hier aber noch einige Punkte, welche mir wichtig erscheinen:Ein riesiges Problem ist die Stationierung von Soldaten der USA-Armee in Südkorea...
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