M: „Ich hätte heute auch eine Frage: In einer alten Geschichte aus der Mongolei geht es um Ziegeltee. Das wäre eine Tafel, darin sei auch Tierfett... und getrockneter Tee. Ist dies auch in der Inneren Mongolei in China bekannt?"
F: Diese Fragen beantworten wir Ihnen natürlich sehr gerne, lieber Herr Brosche. Wir werden Ihnen ein wenig was zu dem Tee selbst und den Gebräuchen des Teetrinkens in der Inneren Mongolei berichten. Ich glaube, dieses Thema ist für viele Hörer interessant.
M: Ja, das glaube ich auch. Wie Sie sicher wissen, gilt China als die Heimat des Tees. Das Teetrinken ist fester Bestandteil des Alltags. So auch in der Inneren Mongolei, wo Milchtee, der so genannte Nai Cha besonders gerne getrunken wird. Als Basis für diesen Milchtee dient Schwarzer Tee, der in der Trocknungsphase zu einem festen Teesiegel gepresst wird, um in haltbar zu machen. Der Ziegeltee ist also ein wichtigster Grundstoff bei der Herstellung von Milchtee.

F: Genau. Wie wichtig der Nai Cha für die Menschen vor Ort ist, zeigt schon die Häufigkeit, in der sie das warme Getränk zu sich nehmen. Nämlich drei bis vier Mal am Tag.
M: Ja. Früh am Morgen bereiten die Frauen den Nai Cha für den ganzen Tag zu. Zu dem Tee werden Kuchen und Imbisse gereicht, wie gebratener Reis oder Käse.
F: Ja. Die Teekultur in der Inneren Mongolei entstand wahrscheinlich in der Song-Dynastie (960-1279). Genaue Angaben gibt es zwar nicht. Doch zu dieser Zeit wurden bereits raue Mengen an Tee aus Zentralchina in die Mongolei überführt. Der Handel basierte auf Tauschgeschäften.
M: Richtig. Doch wie entstand diese Milchtee-Kultur? Der Tee diente den Nomaden damals wie heute als wichtiges Nahrungsergänzungsmittel. Das raue Klima und die harten Arbeitsbedingungen im Weidegebiet erforderte eine nahrhafte Ernährung.
F: In dem Tee sind viele Vitamine und Proteine enthalten. Er dient zur Erfrischung, Fiebersenkung, Entgiftung, zur Förderung der Verdauung und zur Stärkung der Abwehrkräfte. Deshalb war und ist der Nai Cha ein wichtiger Bestandteil der innermongolischen Kultur.

M: Noch ein paar Worte zu der Herstellung des Milchtees, falls sie das Rezept zu Hause selbst mal ausprobieren wollen. In 500ml kochendes Wasser wird ca. 50g von dem Ziegeltee gegeben. Diese Mischung wird unter rühren aufgekocht, bis sich das Wasser braun färbt. Nach ein paar Minuten gibt man 2500ml frische Milch dazu und lässt den Tee weiter kochen. Zum Schluss gibt man noch ein wenig Salz dazu.
F: Ja. Beim Kochen des Milchtees sollte man besonders auf die Wasserqualität und das Verhältnis von Tee zu Milch achten. Gibt man in den gekochten Milchtee noch etwas Butter und Sahne sowie braunen Zucker hinzu, erhält man Buttertee. Dieser wird in der Inneren Mongolei zu feierlichen Anlässen getrunken. Neben dem Milch- und Buttertee ist auch der gewürzte Hirsebrei beliebt. Beim so genannten Mian Cha wird noch zusätzlich Gersten- oder Weizenmehl in Speiseöl angebraten und dem gekochten Schwarztee beigemischt. Die Hirten nehmen den dickflüssigen Mian Cha als Teegetränk oder als Leckerbissen zu sich.
M: Ja, liebe Freunde, wie sie eben gehört haben, ist die Teekultur in der Inneren Mongolei vielfältig. Also verpassen Sie es nicht, bei einer Reise durch die Innere Mongolei einen der Tees zu probieren.

F: Ja. Die Hirten in der Inneren Mongolei sind gastfreundliche Leute, die Sie sicher mit einer Tasse Nai Cha willkommen heißen werden.
M: Ja, und wenn Sie es nicht in die Innere Mongolei schaffen, bekommen sie diese Tees mittlerweile auch in anderen Teilen von China. Denn die mongolische Teekultur ist inzwischen weit verbreitet.
F: Ja, soviel liebe Freunde, über die Teekultur in der Inneren Mongolei.



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