
Mitte Mai ist in China ein neuer Reisepass eingeführt worden, der über einen digitalen Chip verfügt, auf dem der Name, der Geburtstag und ein Photo des Inhabers gespeichert sind. Vom Ministerium für Öffentliche Sicherheit heißt es dazu, mit dem neuen E-Pass könne man persönliche Daten der Bürger und auch die nationale Sicherheit besser schützen.
Der neue Reisepass entspricht internationalen Standards, was beispielsweise den Chip mit abgespeicherten Daten über den Inhaber betrifft. Auch wird die Unterschrift auf das Dokument gescannt und nicht wie herkömmlich mit einem Stift hinterlassen.
Tang Lei, Chef der Abteilung für elektronische Ausweise des Beijinger Amts für Öffentliche Sicherheit, weist auch auf die Aufnahme von Fingerabdrücken hin:
„Wir haben einen Vorschriftenkatalog und strikte Standards. So werden auch die Fingerabdrücke der Inhaber gesammelt."
Bisher haben rund 90 Staaten inklusive den USA und Japan solche Ausweise eingeführt. Aktuellen Angaben des Ministeriums für Öffentliche Sicherheit zufolge besitzen etwa 38 Millionen Chinesen einen Reisepass, es wird damit gerechnet, dass diese Zahl jährlich um 20 Prozent zunimmt.
Der elektronische Reisepass dient dem Schutz der nationalen Sicherheit und macht Grenzkontrollen einfacher. Experten zufolge werden Kriminelle oder Terroristen, die sich tarnen oder eine falsche Identität nutzen, erkannt. Während die Dienstleistungen in Zusammenhang mit dem elektronischen Reisepass von Inhabern und Experten gut angenommen werden, gibt es auch Stimmen, die sich um die Sicherheit der digitalen Informationen sorgen. Tang Lei sagt, man habe aus diesem Grund zahlreiche Eigenschaften hinzugefügt, um gegen möglichen Betrug gewappnet zu sein:
„Der digitale Chip ist ein von China selbst entwickeltes High-Tech-Produkt mit vielen Merkmalen gegen Betrug. Nur die Polizei und die Zollbehörden können die Informationen auf dem Chip abrufen. Zudem gibt es auf jeder Seite verschiedene Zeichen gegen Fälschung."
Das bedeutet, niemand kann solch einen elektronischen Reisepass fälschen oder einen verlorenen oder gestohlenen Ausweis nutzen. Experten, die solche Dokumente begrüßen, sehen darin einen wichtigen Schritt hin zu automatisierten Abläufen an Grenzkontrollen. Sollte sich dieser Schritt bewähren, wird der lange erwartete E-Pass sicher bald Realität. Dieser ist vergleichbar mit dem selbständigen Lösen eines Flugtickets an einem Flughafen.
Auch wird darauf hingewiesen, dass das Abgeben der Fingerabdrücke dabei helfen wird, gegen Korruption vorzugehen, so könne man beispielsweise Auslandsreisen von Offiziellen zurückverfolgen.
Tang Lei hat auch noch einige Tips für Inhaber eines elektrischen Reisepasses:
„Wir schlagen vor, dass Bürger den neuen Pass bei extremen Temperaturen nicht nutzen. Biegen, falten oder stoßen sie den Ausweis nicht."
Die Kosten für den elektronischen Reisepass betragen in China 200 RMB, die herkömmlichen Pässe können bis zum Ablauf des Gültigkeitsdatums verwendet werden.



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