
Die „Passage der Han-Werke" ist ein Kulturkanal zur Verbreitung der chinesischen Zivilisation durch Schriften der Han. Chinesische Experten haben die Bearbeitung der „Buchserie der seltenen Ausgaben der Han-Werke im Ausland" stets gefördert.
Es ist allgemein bekannt, dass die „Seidenstraße" eine große Handelspassage zwischen Europa und Asien war. Der Begriff „Passage der Han-Werke" ist allerdings noch vielen Leuten fremd. Tatsächlich hat aber diese Passage eine ebenso lange Geschichte wie die Seidenstraße. Es handelte sich dabei um einen wichtigen Kulturkanal zur Verbreitung der chinesischen Zivilisation durch Schriften der Han-Nationalität. Um diese wichtige internationale kulturelle Ader wieder auszugraben, haben sich chinesische Historiker und Verlage mit Unterstützung der chinesischen Regierung der Redaktion und Veröffentlichung der „Buchserie der seltenen Ausgaben der Han-Werke im Ausland" angenommen. Mittlerweile ist der zweite Band dieser Buchreihe herausgegeben worden. Professor Sun Xiao von der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften ist für diese Aufgabe zuständig. Ihmzufolge beinhalten die seltenen Ausgaben der Han-Werke im Ausland alte Dokumente in Han-Schrift, die von ausländischen Bibliotheken, Forschungsinstitutionen oder Einzelpersonen aufbewahrt worden sind. Im Inland hingegen seien solche Dokumente nur ganz selten zu finden gewesen.
Zu den Schriften gehören auch nachgedruckte Bücher mit Notizen oder Werke aus Japan, Nord- und Südkorea oder Vietnam. Und nicht zuletzt Werke von Gelehrten in solchen Ländern und Gebieten, in denen die Han-Schrift verwendet wurde. Diese inhaltsreichen Dokumente gelten als wichtige Quelle zur Erforschung der traditionellen chinesischen Kultur. Zudem spielen solche Werke für die Erforschung des kulturellen Austauschs zwischen China und dem Ausland sowie des Sprachen- und Kulturkreises der Han in Ostasien eine wichtige Rolle. Dazu Professor Sun Xiao:
„Das „Han" in den Han-Werken ist kein Begriff der Nationalität, sondern ein kulturelles Konzept. Tatsächlich beinhaltet es eine Region der chinesischen Kultur in ganz Ostasien. Nicht nur alte Dokumente, die von Chinesen in Han-Schrift verfasst worden sind, sondern auch solche, die von Japanern, Koreanern und sogar Europäern verfasst wurden, werden als Han-Werke bezeichnet. Sie sind auch ein Teil der chinesischen Kultur. So sollen wir den Begriff Han nicht in engerem Sinne verstehen, sondern in einem kulturellen Sinne."
Die „Buchserie der seltenen Ausgaben der Han-Werke im Ausland" gehört zu den wichtigen Publikationsprojekten im Rahmen des chinesischen Programms für kulturelle Entwicklung. Sie wird auch vom staatlichen Veröffentlichungsfonds unterstützt. Es handelt sich um das erste Mal in der chinesischen Geschichte, dass eine Sammlung beziehungsweise Ordnung von Han-Werken im Ausland von der Regierung geleitet wird. Die Chinesische Akademie der Sozialwissenschaften ist verantwortlich für die Zusammensetzung der Buchreihe, der Verlag der Südwestchinesischen Pädagogischen Universität für die Redaktion, der Volksverlag für die Publikation. Mittlerweile wurden bereits zwei Bände veröffentlicht. Der erste Band mit 20 Büchern ist 2008 erschienen und beinhaltet 115 alte Werke. Der zweite Band enthält 90 Bücher mit 289 Werken. Zirka 60 bis 70 Prozent der Werke im zweiten Band stammen aus Südkorea, die anderen aus Japan, Nordkorea und einige wenige aus Südostasien. Zwei äußerst seltene Werke wurden sogar in mit Fäden geheftete Einzelausgaben veröffentlicht. Darin gibt es unter anderem auch Erläuterungen von Experten, der Leser kann davon also viel profitieren. Dr. Zhao Kai von der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften ist ebenfalls an der Redaktion der Buchreihe beteiligt. Er arbeitet an der Kopie eines alten Werkes aus Nordkorea mit dem Namen „Sammlung der Träume der Blumen" mit:
„Die „Sammlung der Träume der Blumen" stammt aus Nordkorea und ist eine Romansammlung mit Schriften des alten China. Warum ist sie so wertvoll? Erstens, sie ist in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts verfasst, also sehr früh. Zweitens, das gesammelte Werk des Buches kann nur in Nordkorea gefunden werden. Und in dieser Kopie sind mehrere Kalligraphieformen zu sehen, was für die Erforschung der Kalligraphie und der Literatur von äußerst großer Bedeutung ist. In mehreren Romanen darin kann man die geschichtliche Anschauung und die Ideen auf der koreanischen Halbinsel gegenüber China zur Kenntnis nehmen. Durch die Form des Romans können die damaligen Tatsachen noch ausführlicher als in geschichtlichen Aufzeichnungen widergespiegelt werden. So halte ich sie für sehr wertvoll."


Ein anderes Werk ist die Graphiksammlung „Bilder über Tanz und Musik" aus Japan aus dem 19. Jahrhundert. Dazu Xu Linping vom Verlag der Südwestchinesischen Pädagogischen Universität::
„Japanischen Maler haben im 19. Jahrhundert volkstümliche Tanzformen in Japan gezeichnet. Solche Tanzformen haben eine enge Verbindung mit einem Tanz der chinesischen Tang- und Song-Dynastie. So können durch die Graphiksammlung manche Formen und Besonderheiten früherer chinesischer Tänze gesehen werden. Allerdings lassen sich betreffende Quellen darüber in China nicht finden. Es ist eine erfreuliche Sache, dass diese Graphiksammlung in Japan gefunden worden ist."
Zur Bedeutung der Veröffentlichung der Buchreihe sagt Sun Xiao, es sei eine großartige kulturelle Aktivität von Weltbedeutung. In ostasiatischen Staaten und auch in Vietnam wurde in der alten Zeit die chinesische Schrift gebraucht. Später sind in Korea, Japan und Vietnam jeweils eigene Schriften entstanden. Allerdings sind zahlreiche wertvolle geschichtliche Aufzeichnungen noch in chinesischer Schrift verfasst. Bedauerlicherweise gibt es aufgrund der Entwicklung der Schrift in diesen Ländern immer weniger Leute, die die Han-Schrift und ihre eigene Kultur verstehen können. Selbst in Japan, wo sinologische Forschungen sehr verbreitet sind, mangelt es an Elite-Fachkräften auf diesem Gebiet. Unter diesen Umständen hat die Ordnung und die Publikation dieser Buchreihe eine große internationale Bedeutung:
„Eine Ordnung der Schrift und Kultur in Ostasien ist nicht nur eine Mission der Gelehrten in den Nachbarländern, sondern auch von Experten in China. Erstens, durch die Erforschung der regionalen Kultur kann die Integration der ostasiatischen Kultur intensiviert werden. Zweitens, durch solche historische Quellen kann die kulturelle Geschichte unserer Nation widergespiegelt werden."


Im Rahmen der „Buchserie der seltenen Ausgaben der Han-Werke im Ausland" werden 800 Bücher mit mehr als 2.000 Werken herausgegeben. Das ist zweifellos ein enormes Projekt. Das Redaktionskomitee hat daher mit mehreren ausländischen Institutionen kooperative Beziehungen aufgenommen, auch wurden verschiedene ausländische Experten angestellt. Diese Kooperation soll noch kontinuierlich ausgebaut werden. So ist beispielsweise im nächsten Jahr ein hochrangiges internationales akademisches Symposium geplant.
Übersetzt von Zhu Qingan
Gesprochen von Lü Xiqian



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