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Riverdance am Yarlung Tsangpo – Tibetische Stepptänze
  2011-11-23 14:20:16  cri

   

Von der weltberühmten Stepptanzshow „Riverdance" haben Sie sicherlich schon einmal gehört. Hauptmotiv dieser irischen Aufführungen sind Flüsse, die den hageren Boden und die Menschen an ihren Ufern ernähren. Auch entlang des Yarlung Tsangpo auf dem Dach der Welt gibt es Menschen, die sich dem Stepptanz verschrieben haben, allerdings in seiner tibetischen Prägung.

Lebhafter Trubel erfüllt einen Park im Einzugsgebiet der tibetischen Stadt Shigatse an diesem Herbstmorgen im August. Zahlreiche Anwohner sind mit ihrem Fahrrad herbeigeradelt, um Sitzplätze für Verwandte und Freunde zu besetzen. Um 11 Uhr ist es schließlich soweit, und die Aufführungen im Rahmen des Kulturfestivals Shigatse können beginnen.

Ein Mitarbeiter des Bildungskomitees hat an der Organisation des Festivals mitgewirkt. Er kann uns mehr berichten.

„Wir haben etwa 200 Künstler aus vier Kreisen eingeladen, und zwar aus Tingri, Lhazê, Gyantse und Kangmar. Sie alle sind Bauern und Hirten und bieten traditionelle tibetische Tänze dar. In den letzten drei Tagen haben etwa 3.000 Zuschauer ihre Vorführungen besucht. Zum Stepptanz spielen die Musiker aus Gyantse und Tingri zur Begleitung auf typischen Instrumenten der Region. Dafür sind sie in ganz Tibet bekannt."

Tashi Wangla ist ein langjähriges Mitglied des Bauern- und Hirtenensembles aus Lhazê. Der 48-Jährige fungiert als führender Tänzer, Musikant und Choreograf des Ensembles. Die Tänzer sind bereits mehrmals auf Bühnen im gesamten Land aufgetreten, unter anderem auch auf der Fernsehgala zum chinesischen Frühlingsfest. Die Live-Übertragung wird von nahezu allen Chinesen aufmerksam verfolgt. Tashi Wangla erzählt uns mehr über sein Ensemble:

„Unser Ensemble wurde 2006 gegründet. Kurz darauf haben wir an der dritten Kulturfeier der nationalen Minderheiten teilgenommen. Im Jahr 2007 hatte das Ensemble dann mehr als 50 Neuzugänge und wir konnten auf der Fernsehgala zum Frühlingsfest unseren Stepptanz aufführen. Dieses Jahr nahmen wir an den Jubiläumsfeierlichkeiten zur friedlichen Befreiung Tibets teil. Darauf sind alle Mitglieder sehr stolz."

Lobsang Phuntsok kommt aus dem Kreis Gyantse. Gemeinsam mit anderen wird er heute einen Dagar-Tanz präsentieren. Er erklärt uns, worum es dabei geht.

„Der Tanz beschreibt Szenen aus dem Hausbau und der Feldarbeit in Tibet. Für die heutige Show haben wir etwa einen Monat geprobt. Im Jahr 2000 waren wir in Shanghai, letztes Jahr in Beijing."

Tsering gehört zu den ältesten Mitgliedern der Volkskunstgruppe und tanzt seit nunmehr 30 Jahren. Für die Volkskünstler sei es keine leichte Aufgabe, sich neben dem harten Training auch noch schöpferisch zu engagieren, wie der erfahrene Tänzer zu berichten weiß.

„Ein tibetisches Sprichwort lautet: Wenn man sprechen kann, kann man auch singen. Wenn man gehen kann, kann man auch tanzen. Aber ganz so einfach ist es leider nicht. Nur wenige Mitglieder unseres Ensembles haben an Kunsthochschulen studiert. Die meisten sind Autodidakten und entwerfen ihre eigenen Choreografien, um auf die Bühne treten zu können. Inhaltlich drehen sich unsere Stücke um das neue Leben der Bauern und Hirten, das kommt bei den Zuschauern gut an."

Die Aufführungen im Park dauern etwa zwei Stunden, der Eintritt ist kostenfrei. Doch wovon leben die Künstler und ihre Ensembles eigentlich, wenn sie keinen Eintritt verlangen? Diese Frage beantwortet uns ein Vertreter des Bildungskomitees von Shigatse nach Abschluss des Festivals.

„Die Regierung legt großen Wert auf die volkstümliche Kunst und setzt sich dafür ein, sie auf die Bühne zu bringen und in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufzunehmen. Sobald eine Kunstform auf dieser Liste steht, genießt sie die finanzielle und politische Unterstützung der Regierung. In der Region Shigatse sind bereits 70 bis 80 Formen der volkstümlichen Kunst in die Liste aufgenommen worden."

Mit einer derartigen Rückendeckung sollte vorerst gesichert sein, dass die Gebiete entlang des Yarlung Tsangpo auch in Zukunft von Musik und den Schritten der Stepptänze widerhallen.

Übersetzt und gesprochen von Liwen

Forum Meinungen
• mengyingbo schrieb "Leben in Changshu"
seit etwas über einer Woche ist nun Changshu 常熟 in der Provinz Jiangsu 江苏 meine neue Heimat - zumindest erstmal für rund 2 Jahre.Changshu (übersetzt etwa: Stadt der langen Ernte) liegt ungefähr 100 km westlich von Shanghai und hat rund 2 Millionen Einwohner, ist also nur eine mittelgroße Stadt.Es gibt hier einen ca. 200m hohen Berg, den Yushan 虞山 und einen See, den Shanghu 尚湖...
• Ralf63 schrieb "Korea"
Eine schöne Analyse ist das, die Volker20 uns hier vorgestellt hat. Irgendwie habe ich nicht genügend Kenntnisse der Details, um da noch mehr zum Thema beitragen zu können. Hier aber noch einige Punkte, welche mir wichtig erscheinen:Ein riesiges Problem ist die Stationierung von Soldaten der USA-Armee in Südkorea...
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