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Studentische Vereine an chinesischen Universitäten
  2011-11-17 17:20:22  cri

 

Studentische Vereine sind vom Leben auf dem Campus kaum zu trennen. Als Zusammenkünfte von Studenten mit gleichen Interessen bringen diese kleinen Vereinigungen Freude und Austausch in das Leben der Mitglieder.

Betrachten wir als Beispiel das Vereinsleben an der Beijing Foreign Studies University, der Beiwai. Hier existieren zurzeit 27 studentische Vereine, die sich unter anderem mit Kunst, Film, chinesischer Oper oder Kalligrafie, Malerei, Radio sowie Taijiquan und Basketball beschäftigen. Natürlich finden sich auch einzelne Vereine, die der Ausrichtung der Universität besonders gut entsprechen. Hierzu zählen die Vereinigungen für Englisch, Deutsch und Arabisch ebenso wie die Modell-UN.

Feng Yifan ist Vorsitzende des Vereins für Psychologie. Sie beschreibt uns die Hauptaufgaben ihrer Initiative:

„Unser Verein bietet Studenten, die Interesse an Psychologie haben, eine Plattform für den Austausch von Ansichten und neuen Erkenntnissen in diesem Bereich. Außerdem arbeiten wir mit dem Zentrum für psychische Gesundheit der Uni zusammen und helfen bei psychischen Beratungen."

Über die Vorzüge des Vereins weiß sie Folgendes zu berichten:

„Der größte Vorteil ist wohl, dass ich viele neue Freunde kennengelernt habe. Nicht nur aus unserem Verein, sonder auch aus anderen Vereinen unserer Uni sowie aus psychologischen Clubs anderer Hochschulen. Wir haben auch Kontakt zu einigen Organisationen, die in diesem Fachbereich tätig sind. Ich habe also viel gelernt. Darüber hinaus habe ich viele Menschen getroffen, die sich als Freiwillige für Versuche melden. Es ist sehr vorteilhaft, ihre Meinung über die Psychologie zu erfahren."

Der Verein für Sprechtheater an der Beiwai zählt zu einem der bekanntesten Studentenclubs in Beijing. Seit seiner Gründung im Jahr 1985 hat der Verein zahlreiche klassische und moderne Theaterstücke auf die Bühne gebracht. Zurzeit wird der Verein durch Li Xiao geleitet. Für ihn ist es gar keine einfache Aufgabe, den Verein mit seinen mehr als 150 Mitgliedern zu verwalten.

„Am 10. Dezember haben wir eine wichtige Aufführung. Wir müssen schon Anfang Oktober mit den Proben beginnen, mindestens drei Mal pro Woche kommen wir zusammen. Von der Auswahl des Drehbuchs und der Schauspieler bis zur endgültigen Aufführung vergehen mindestens zwei Monate."

Neben dieser Belastung hat Li Xiao noch viele weitere Aufgaben, die er erledigen muss. Er bezeichnet sich als „Haushälter" der Vereinsfamilie.

„Die größte Schwierigkeit besteht darin, ausreichend Gelder für die Aufführungen zu bekommen. Darum muss man stets mit den Verantwortlichen der Uni ringen."

Die vielen Kämpfe und Proben kosten Li Xiao viel Kraft, ausreichend Schlaf ist für ihn längst zum Fremdwort geworden. Doch letztendlich liebt er seinen Verein und die damit verbundenen Aufgaben genug, um seine Rolle auch weiterhin voller Fleiß zu erfüllen. Der Grund ist einfach:

„Mir macht es einfach viel mehr Spaß als das langweilige Lernen."

Wie wir während der Interviews erfuhren, melden sich viele Studenten im ersten Studienjahr gleich bei mehreren Vereinen an, geben ihre Mitgliedschaft aber ebenso schnell wieder auf. Es folgt meist die Ansicht, dass Vereine nichts als Zeitverschwendung sind, Lernerfolge schmälern und nichts bringen. Feng Yifan sieht das anders:

„Man muss sich mit Leib und Seele für einen Verein einsetzen, um seinen wahren Wert erkennen zu können. Jeder Verein kann langweilig sein, wenn man sich nicht eingehend mit ihm beschäftigt. Viele Menschen geben auf, weil sie am Anfang etwas Kleinarbeit erledigen müssen, etwa Faltblätter verteilen oder Formalitäten erledigen. Ich finde es schade, dass so viele Menschen wegen dieser Dinge aufgeben. Denn eigentlich ist es ein Glücksgefühl, wenn man nach all der Planung und Organisation an einer Aktivität teilnimmt und in die frohen Gesichter der anderen sieht. Je mehr Zeit man mit einem Verein verbringt, desto mehr lernt man davon. "

Trotz der fluktuierenden Mitgliederzahlen müssen studentische Vereine also nicht um ihren Fortbestand fürchten. Und gerade in einem Land mit einer so hohen Studentenzahl wie China könnte die Mitgliedschaft in einem Verein eines Tages das entscheidende Alleinstellungsmerkmal bei der Arbeitssuche sein.

Text von Hu Hao 

Gesprochen von Zheng An 

Forum Meinungen
• mengyingbo schrieb "Leben in Changshu"
seit etwas über einer Woche ist nun Changshu 常熟 in der Provinz Jiangsu 江苏 meine neue Heimat - zumindest erstmal für rund 2 Jahre.Changshu (übersetzt etwa: Stadt der langen Ernte) liegt ungefähr 100 km westlich von Shanghai und hat rund 2 Millionen Einwohner, ist also nur eine mittelgroße Stadt.Es gibt hier einen ca. 200m hohen Berg, den Yushan 虞山 und einen See, den Shanghu 尚湖...
• Ralf63 schrieb "Korea"
Eine schöne Analyse ist das, die Volker20 uns hier vorgestellt hat. Irgendwie habe ich nicht genügend Kenntnisse der Details, um da noch mehr zum Thema beitragen zu können. Hier aber noch einige Punkte, welche mir wichtig erscheinen:Ein riesiges Problem ist die Stationierung von Soldaten der USA-Armee in Südkorea...
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