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Wissenschaft zum Anfassen – Das Beijing Science Festival
  2011-11-04 14:25:57  cri

 

Wissenschaft spielt sich nicht nur in keimfreien Labors ab, sondern auch in den verschiedensten Bereichen unseres Alltags – sei es im Umweltschutz, bei der Lebensmittelkonservierung oder bei der Verbrecherjagd. Wie vielseitig wissenschaftliche Erkenntnisse heutzutage nutzbar sind, davon konnten sich die Besucher des Beijing Science Festivals persönlich überzeugen.

Mit ihrem einwöchigen internationalen Festival wollten die Veranstalter das Interesse der Öffentlichkeit an der Wissenschaft auf interaktive Art und Weise neu entfachen. Geng Jie amtete als Generalsekretärin des Organisationskomitees. Eine der größten Herausforderungen für sie als OK-Chefin war es, die Vermittlung von Wissen mit Spaß zu verbinden:

„147 Institutionen aus dem In- und Ausland nehmen am diesjährigen Festival teil. Fünf davon kommen aus Deutschland, Singapur, Japan und Großbritannien. Die von ihnen angebotene Themenpalette reicht von den Lebenswissenschaften über den Umweltschutz bis hin zur Anwendung von Wissenschaften in unserem Alltag. Wissenschaft wird von der Öffentlichkeit traditionellerweise als etwas Ernsthaftes und Abstraktes wahrgenommen. Die Präsentationen hier ermöglichen dem Besucher jedoch eine lebhafte Erfahrung mit Alltagsbezug, die durchaus auch unterhaltsam ist."

Ein solches Beispiel konnten die Besucher am Stand eines deutschen Ausstellers erleben, der eine Software der ungewöhnlichen Art präsentierte. Unter der Anleitung von Sarah Renner konnten die Besucher hier ein Bild von ihnen selbst am Computer nach Belieben verändern. Die Software werde auch von der Polizei zur Herstellung von Phantombildern benutzt, erklärt Renner:

„Wir wollen den Leuten zeigen, wie schwierig die Herstellung eines Phantombildes ist. Nehmen wir an, Sie suchen jemanden, der einen Raub begangen hat. Und die Leute erinnern sich nur ganz flüchtig an diese Person: vielleicht an ihre langen oder kurzen Haare, ihre dicken Augenbrauen oder ihre dünnen Lippen. Wir wollen hier zeigen, was man mit diesen Angaben machen kann. Die Besucher nehmen ihr eigenes Bild als Vorlage. Aufgrund dieser Vorlage müssen sie nun ihr eigenes Phantombild anfertigen. Die Herstellung des eigenen Phantombildes gibt ihnen einen Eindruck davon, wie schwierig es ist, ein Bild von einer Person anzufertigen, die jemand gerade einmal fünf Sekunden gesehen hat."

An einem anderen Stand zählt ein Sechsjähriger gerade, wie viele Mini-Solarpaneele es braucht, um einige Elektrogeräte wie Radios oder musikalische Grußkarten in Gang zu bringen:

„Ein Paneel generiert 0,5 Volt Strom. Die Geräte hier benötigen mehrere Paneele. Sowohl das kleine Radio als auch die Musikkarte benötigen zweieinhalb Solarpaneele. Ich brauche also fünf Stück für beide."

An einem anderen Stand demonstriert der Aussteller anhand von Funken, wie gefährlich statische Elektrizität sein kann.

Das Festival bietet etwas für jede Altersgruppe und Geschmack: einen Androiden, der Menschen filmen kann, eine Erklärung über das Recyceln von Papier, 3D-Gläser, oder Geräte zur Sternenbeobachtung. Alle Stände erfordern vom Besucher ganz bewusst die Interaktion. Der Spaß kommt dabei auf keinen Fall zu kurz. So wird an einem Stand etwa gezeigt, wie man mit einem neuartigen ferngesteuerten Auto über eine Schanze springen kann.

Origami klingt für den Laien nach nicht allzu viel Wissenschaft. Yu Yaqin vom Ausstellungsstand von Singapur sieht das freilich ein wenig anders. Ihrer Meinung nach steckt hinter einem guten Papierflieger eine ganze Menge aeronautisches Wissen. Sie erklärt einem Besucher gerade die traditionelle Nakamura-Falttechnik:

„Von hinten betrachtet sollten die Flügel des Papierfliegers wie ein Y aussehen. Denn die nach oben gefaltete Flügelform verleiht dem Flieger mehr Auftrieb. Beim Werfen sollten Sie den Flieger unbedingt vorne halten. Falls Ihr Flieger rasch auf den Boden fällt, können Sie ihn hinten noch ein wenig nach oben biegen. Mit diesen Tipps sollte Ihr Flieger gerader und länger fliegen."

Wir alle wissen, was Laborratten sind. Von Laborfischen hingegen dürften nur die wenigsten von Ihnen schon mal was gehört haben. Eine Expertin im Umgang mit Laborfischen ist Wang Hong von der Chinese Association for Laboratory Animal Science:

„Im Wasser lebende Labortiere können zum Feststellen von toxischen Elementen in einer Wasserumgebung eingesetzt werden. Dazu gehören auch Laborratten. Laborratten können auch zur Erzeugung von Krankheitsbildern wie Tumoren benutzt werden. Die Nachahmung der Auswirkungen, die eine Krankheit hat, ist einfach und günstig. Fische wie der Zebrafisch etwa sind ideal für die Genforschung sowie für die Herstellung von Arzneien und Medizin."

Für alle, die das Festival unglücklicherweise verpasst haben sollten, gilt: Bitte nicht traurig sein! Denn schon im nächsten Herbst soll es infolge des zahlreichen Besucheraufmarsches eine Neuauflage des Festivals geben.

Übersetzt von Simon Gisler 

Gesprochen von Zhang Chen 

Forum Meinungen
• mengyingbo schrieb "Leben in Changshu"
seit etwas über einer Woche ist nun Changshu 常熟 in der Provinz Jiangsu 江苏 meine neue Heimat - zumindest erstmal für rund 2 Jahre.Changshu (übersetzt etwa: Stadt der langen Ernte) liegt ungefähr 100 km westlich von Shanghai und hat rund 2 Millionen Einwohner, ist also nur eine mittelgroße Stadt.Es gibt hier einen ca. 200m hohen Berg, den Yushan 虞山 und einen See, den Shanghu 尚湖...
• Ralf63 schrieb "Korea"
Eine schöne Analyse ist das, die Volker20 uns hier vorgestellt hat. Irgendwie habe ich nicht genügend Kenntnisse der Details, um da noch mehr zum Thema beitragen zu können. Hier aber noch einige Punkte, welche mir wichtig erscheinen:Ein riesiges Problem ist die Stationierung von Soldaten der USA-Armee in Südkorea...
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