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Das geheime Leben der Paradiesvögel
  2011-10-04 16:19:41  cri

    

Zu der Familie der Paradiesvögel gehören 39 Arten, von denen die meisten tief verborgen in Neu Guineas Regenwäldern leben. Die Vögel sind vor allem durch das auffallende Federkleid der Männchen bekannt. Während der Paarungszeit vollführen die Männchen einen typischen Balztanz und zeigen ihre langen, kunstvollen Federn. „Die Weibchen sind sehr wählerisch", erklärt Laman, „sie sehen sich viele verschiedene Männchen an, bevor sie sich für einen entscheiden."

Tim Laman ist Wildtierfotograf und Biologe mit einem Faible für die Dokumentation weniger bekannter Wildtiere. Neben seiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Ornithologie Institut der Harvard Universität schreibt er seit 1997 regelmäßig für das Magazin National Georgraphic.

Ziel des Paradiesvogelprojekts ist es, den Habitus aller 39 Arten zu fotografieren, Feldforschung zu betreiben und den Schutz der Regenwälder in Neu Guinea zu promoten. Einige der Vögel aus dem Paradies wurden noch nie in ihrem natürlichen Lebensraum fotografiert, vergangene Studien haben sich auf Exemplare in Gefangenschaft konzentriert. „Ich versuche in meinen Bildern sowohl ihre Persönlichkeit als auch die Charakteristika der Art festzuhalten, und auch den Ort, den Lebensraum und die Begleitaspekte", erklärt der Wildtierfotograf.

Der erste Teil des Projekts wurde in der Juli 2007-Ausgabe des National Geographic festgehalten. Bis heute hat Laman 36 der 39 Arten fotografiert. Die letzten beiden Feldexpeditionen sind in diesem Jahr geplant. Der zweite Teil des Projekts wird dann 2012 im National Geographic erscheinen. Laman hofft auch, im selben Jahr ein Buch über die Vögel zu veröffentlichen. Zwischen seinen Expeditionen hält er Vorträge über seine Arbeit, Techniken und die Notwendigkeit von Artenschutz und war dazu vor kurzem auch in Beijing.

Während seiner Arbeit im Gelände achtet er darauf, die Wildtiere nicht zu stören. Er engagiert lokale Dorfbewohner, beim Tragen und der Orientierung in der Umgebung zu helfen. Es kann Tage oder Wochen dauern, bis der richtige Baum für die Observation eines bestimmten Vogels gefunden wird. Für manche Aufnahmen muss Laman auf bis zu 50 Meter hohe Bäume klettern, um einen Vogel in seinem natürlichen Umfeld zu beobachten. Wenn die Position feststeht, wird die Kamera mit Blättern getarnt. Für Aufnahmen in den ganz hohen Baumwipfeln kommt zum Teil auch eine ferngesteuerte Kamera zum Einsatz.

Sich in Bäumen oder im Laub des drückend heißen Regenwaldes zu verstecken klingt nach einem unbequemen Arbeitsumfeld, aber Laman denkt nicht an die Umstände. "Wenn man als Biologe in der Feldforschung tätig ist, erwartet man gewisse Unannehmlichkeiten, macht aber keine große Sache daraus."

Sein Projekt trägt auch die klare Botschaft zum Naturschutz: Während die Paradiesvögel versteckt im Regenwald leben, werden sie gleichzeitig von den Gefahren einer sich entwickelnden Welt bedroht. Neu Guinea steht unter dem Druck, seine Holz- und Bergbauindustrie zu intensivieren, und die Vögel sind schon lange begehrte Objekte für Jäger. Außerdem gibt es keine offiziell geschützten Nationalparks. Die Ländereien, in denen Laman geforscht hat, gehören zu einzelnen Dörfern. „Wir hoffen wirklich, dass dieses Projekt zu mehr Bewusstsein über die Regenwälder Neu Guineas beitragen kann", erklärt der Biologe und bringt noch die Hoffnung zum Ausdruck, dass diese einzigartigen Vögel als Flaggschiffe mehr Aufmerksamkeit für diese Region bringen.

Es gibt Grund zur Hoffnung auf einen Wandel: Zumindest eines der Dörfer hat sich zugunsten des Naturschutzes und um Besucher anzuziehen von der Jagd verabschiedet. Laut Laman könnte die Aussicht auf Eco-Tourismus den Wildtieren Verstärkung liefern. Die Dörfer hätten einen Anreiz zum Naturschutz und eine Möglichkeit, damit Geld zu verdienen. „Es gibt eine kleine aber wachsende Anzahl an Vogelbeobachtern und Reisenden, die Paradiesvögel und andere Wildtiere sehen wollen", sagt der engagierte Feldforscher. Das sei eine der vielversprechendsten Varianten, diese Regionen zu schützen: Damit könnten mehr Menschen motiviert werden, Vögel zu beobachten.

Diese kaum bekannten Vögel hätten ganz leicht ohne viel Kenntnis über ihr Verhalten verschwinden können, aber Laman bringt ihre Schönheit und ihre exotische Lebensweise Millionen Interessierten näher. Mit seiner Arbeit und der anderer Naturschützer haben diese seltenen Tiere vielleicht die Chance, ihr Paradies auch in Zukunft behalten zu können.

Übersetzt und gesprochen von Marie Bollrich

Forum Meinungen
• mengyingbo schrieb "Leben in Changshu"
seit etwas über einer Woche ist nun Changshu 常熟 in der Provinz Jiangsu 江苏 meine neue Heimat - zumindest erstmal für rund 2 Jahre.Changshu (übersetzt etwa: Stadt der langen Ernte) liegt ungefähr 100 km westlich von Shanghai und hat rund 2 Millionen Einwohner, ist also nur eine mittelgroße Stadt.Es gibt hier einen ca. 200m hohen Berg, den Yushan 虞山 und einen See, den Shanghu 尚湖...
• Ralf63 schrieb "Korea"
Eine schöne Analyse ist das, die Volker20 uns hier vorgestellt hat. Irgendwie habe ich nicht genügend Kenntnisse der Details, um da noch mehr zum Thema beitragen zu können. Hier aber noch einige Punkte, welche mir wichtig erscheinen:Ein riesiges Problem ist die Stationierung von Soldaten der USA-Armee in Südkorea...
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