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Fair oder ungerecht? – Chinas neues Ehegesetz erregt die Gemüter
  2011-09-21 10:53:02  cri

    

Seit Bekanntwerden des neuen Ehegesetzes herrscht wie überall in China auch auf der Anmeldestelle für Wohneigentum in der Stadt Yangzhou Hochbetrieb. Über zehn Paare melden sich seither jeden Tag bei Wang Jiabin und seinen Beamtenkollegen.

Herr Qiu lebt in Foshan in der südchinesischen Provinz Guangdong. Er ist gerade dabei, seine neue Wohnung registrieren zu lassen. Aus Liebe zu seiner Frau will er die eben erst gekaufte Wohnung in beiden Namen registrieren:

„Von einem Ehepaar wird erwartet, dass es bis zum Lebensende zusammen bleibt. Daher sollte sein Besitz auch beiden gehören."

Den meisten Chinesen jedoch ist es völlig egal, wer der Besitzer der Wohnung ist: die Ehefrau oder der Ehemann. Für sie zählt einzig und allein das gemeinsame Eheglück. Es gibt aber auch weniger romantische Stimmen. Ein Mann aus Shanghai, der nicht genannt werden will, sagt, was viele nur zu denken wagen:

„Wenn sich ein Paar wirklich liebt, dann ist es nicht so wichtig, auf wen die Wohnung ausgestellt ist. Trotzdem werde ich den Namen meiner Frau nicht zur Wohnung hinzufügen, die ich gekauft habe. Wir lieben uns zwar heute, doch ob das morgen auch noch der Fall sein wird, ist ja nicht gewiss."

Seit seinem Inkrafttreten im Jahr 2001 wurde das chinesische Ehegesetz bereits dreimal abgeändert. Am meisten für Aufsehen gesorgt hat die Eigentumsfrage im Scheidungsfall.

Bis anhin wurden Immobilien immer als gemeinsamer Ehebesitz betrachtet – selbst dann, wenn das Paar die Wohnung als Geschenk von einem Elternteil erhalten hat.

Die neue Regelung wird „im Allgemeinen als fair" betrachtet, da sie den Willen der Eltern berücksichtigt, die ihrem Sohn oder ihrer Tochter eine Wohnung zur Hochzeit geschenkt haben. Man mag über das neue Ehegesetz geteilter Meinung sein, effizienter im Falle eines Rechtstreits ist es aber auf jeden Fall, weil es für klare Eigentumsverhältnisse sorgt.

Das neue Ehegesetz regelt zum ersten Mal überhaupt auch die Handhabung von Wohnungen, die mit Hypotheken zurückbezahlt werden. Falls vor der Hochzeit eine Hypothek aufgenommen wurde, dann geht das Eigentum bei einer Scheidung an die Person, in deren Name das Eigentum registriert wurde. Wenn der andere Partner nach der Heirat beim Zurückzahlen der Hypothek mithilft, hat er im Falle einer Scheidung Anrecht auf eine angemessene Entschädigung durch den Eigentümer der Wohnung. Für Sun Jungong, den Sprecher von Chinas Oberstem Volksgericht, ist die neue Regelung für die Ehefrauen „fairer" als die alte.

Übersetzt  von Zhu Qing'an

Gesprochen von Xu Wei

Forum Meinungen
• mengyingbo schrieb "Leben in Changshu"
seit etwas über einer Woche ist nun Changshu 常熟 in der Provinz Jiangsu 江苏 meine neue Heimat - zumindest erstmal für rund 2 Jahre.Changshu (übersetzt etwa: Stadt der langen Ernte) liegt ungefähr 100 km westlich von Shanghai und hat rund 2 Millionen Einwohner, ist also nur eine mittelgroße Stadt.Es gibt hier einen ca. 200m hohen Berg, den Yushan 虞山 und einen See, den Shanghu 尚湖...
• Ralf63 schrieb "Korea"
Eine schöne Analyse ist das, die Volker20 uns hier vorgestellt hat. Irgendwie habe ich nicht genügend Kenntnisse der Details, um da noch mehr zum Thema beitragen zu können. Hier aber noch einige Punkte, welche mir wichtig erscheinen:Ein riesiges Problem ist die Stationierung von Soldaten der USA-Armee in Südkorea...
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