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Ein schwarzer August 1945: Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki
  2011-08-09 15:05:10  cri
     

Am 6. und 9. August 1945 warfen die US-Streitkräfte unter Anordnung des ehemaligen Präsidenten Harry S. Truman zwei Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki ab. Etwa 92.000 Menschen kamen sofort ums Leben. Weitere 130.000 starben bis Jahresende an der radioaktiven Strahlung. Dies waren die ersten und die einzigen Einsätze von Atombomben in einem Krieg. Darauf folgten am 2. September 1945 die Kapitulation Japans und das Ende des Zweiten Weltkriegs. Chen Yan erinnert im folgenden Bericht an diesen schwarzen August 1945.

Das Manhattan-Projekt zur Herstellung von Atombomben wurde Ende 1941 unter der Leitung von Wissenschaftler Robert Oppenheimer ins Leben gerufen. Mit diesem Projekt sollte die Geschichte der Menschheit maßgeblich verändert werden. Nach Kriegseintritt der USA und der deutschen Kriegserklärung im Dezember 1941 wurde das Projekt voll in Gang gesetzt.

Anfang Mai 1945, nach Kriegsende in Europa, konzentrierten sich die Alliierten auf den Einsatz der Bomben gegen Japan. Bereits im Sommer 1944 hatten die amerikanischen Streitkräfte Stützpunkte im Pazifik erobert, die den Einsatz von B-29-Langstreckenbombern gegen Ziele in Japan ermöglichten. Das amerikanische Target Commitee vereinbarte am 10. und 11. Mai 1945 in Los Alamos den Einsatz der Atombombe gegen japanische Großstädte. Kyoto, Hiroshima, Yokohama und Kokura waren die erste Auswahl, weil sie über Kriegsindustrie mit militärstrategischer Bedeutung verfügten.

Ab Februar 1945 bombardierte die US-Bomberflotte Japan heftig. Dadurch wurden zwei Drittel der japanischen Großstädte zu etwa 60 Prozent zerstört. Japan verlor seine gesamte Flotte, den Hauptteil der Luftstreitkräfte und viele Gebiete. Die USA glaubten nicht, dass Japan länger durchhalten würde, und nur noch auf günstige Friedensbedingungen unter Beibehaltung der staatlichen Souveränität hoffen könne. Jedoch hatten spätere Schlachten um Okinawa und um Iwojima den ungebrochenen Kampfeswillen der Japaner demonstriert: Nur ein kleiner Teil ihrer Soldaten war dort bereit zu kapitulieren, die übrigen kämpften bis zum Tod. Im Pazifikkrieg waren bis dahin etwa 70.000 US-Soldaten ums Leben gekommen. Die US-Bevölkerung rechnete mit weiteren Todesopfern.

Am 4. Juli 1945 berieten die USA und Großbritannien über einen Atombombenanschlag gegen Japan. Großbritannien war dabei über die Fortschritte des Atombombenbaus in den USA informiert und gab seine Zustimmung zu deren Einsatz. Im Juli 1945 wurde die erste Atombombe in der Wüste im US-amerikanischen Bundesstaat New Mexico erfolgreich getestet. Die zweite Bombe „Little Boy" wurde gleichzeitig zur Insel Tinian im Pazifik transportiert, um sich dort einsatzbereit machen zu lassen.

Der Sitz des Hauptquartiers der japanischen zweiten Armee, Hiroshima wurde als erstes Ziel der Abwürfe ausgewählt. Dort wurden kriegswichtige Güter gelagert und es gab keine Kriegsgefangenenlager. Am 31. Juli war die drei Meter lange und vier Tonnen schwere Atombombe „Little Boy" einsatzbereit. Die Teile für die zweite Bombe „Fat Man" kamen auch auf Tinian an. Der Pilot Paul Tibbets, der den Abwurfauftrag hatte, taufte die B-29-Superfortress Nr. 82 auf den Namen seiner Mutter „Enola Gay". Am 5. August wurde gutes Wetter über Südjapan vorhergesagt: Countdown für „Little Boy". Um 1:37 Uhr in der Nacht zum 6. August starteten zuerst drei Flugzeuge zur Wetterbeobachtung und flogen Richtung Japan. Um 2:45 Uhr startete das Bomberflugzeug „Enola Gay" mit zwei Begleitflugzeugen. Um 7:00 Uhr wurden die amerikanischen Flugzeuge vom japanischen Radarsystem entdeckt. Weil die Formation ganz klein war, wurden sie als Aufklärungsflugzeuge identifiziert und deshalb nicht abgefangen.

Um 8:15 Uhr und 17 Sekunden Ortszeit klinkte „Enola Gay" die Bombe in 9.450 Metern Höhe aus. Um 8:16 Uhr und zwei Sekunden explodierte sie in 580 Metern Höhe über der Stadt Hiroshima. Die Hitzewelle, die die Explosion erzeugte, verbreitete sich im Umkreis von über zehn Kilometern. Zahlreiche Häuser wurden zerstört oder beschädigt. Der Atompilz stieg bis auf 13 Kilometer in den Himmel auf. Rund 90.000 Menschen kamen bei der Explosion ums Leben. Zahlreiche weitere Menschen starben in den folgenden Wochen an der freigesetzten nuklearen Strahlung. Schätzungen zufolge hat die Atombombenexplosion in Hiroshima und deren Folgen 90.000 bis 160.000 Menschenleben gefordert.

Drei Tage später wurde die zweite Atombombe „Fat Man" auf die Hafenstadt Nagasaki abgeworfen. Ursprüngliches Ziel war eigentlich Kokura. Wegen ungeeigneten Wetters flog der Pilot Charles W. Sweeney das Ausweichziel Nagasaki an. Die Atombombe wurde um 11:02 Uhr Ortszeit abgeworfen. Die Explosion setzte über eine Entfernung von vier Kilometern Objekte in Brand. Schätzungsweise 61.000 Japaner haben das nicht überlebt.

Die beiden Abwürfe führten direkt zur bedingungslosen Kapitulation Japans. Damit wurde vielen US-Soldaten das Leben gerettet. Mit der Zeit wurden allerdings immer mehr Diskussionen darüber laut, ob der Einsatz von Atombomben einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit gleichkommt. Die meisten Todesopfer in Japan waren Zivilisten.

Forum Meinungen
• mengyingbo schrieb "Leben in Changshu"
seit etwas über einer Woche ist nun Changshu 常熟 in der Provinz Jiangsu 江苏 meine neue Heimat - zumindest erstmal für rund 2 Jahre.Changshu (übersetzt etwa: Stadt der langen Ernte) liegt ungefähr 100 km westlich von Shanghai und hat rund 2 Millionen Einwohner, ist also nur eine mittelgroße Stadt.Es gibt hier einen ca. 200m hohen Berg, den Yushan 虞山 und einen See, den Shanghu 尚湖...
• Ralf63 schrieb "Korea"
Eine schöne Analyse ist das, die Volker20 uns hier vorgestellt hat. Irgendwie habe ich nicht genügend Kenntnisse der Details, um da noch mehr zum Thema beitragen zu können. Hier aber noch einige Punkte, welche mir wichtig erscheinen:Ein riesiges Problem ist die Stationierung von Soldaten der USA-Armee in Südkorea...
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