F: Herzlich willkommen zu unserem Frageblock. Liebe Freunde, heute möchten wir auf Wunsch unseres Hörers und Monitors Siegbert Gerhard aus Frankfurt am Main zuerst über den Sonnenblumenanbau in China berichten. Siegbert schrieb uns in seiner E-Mail:
M: „Jetzt leuchten bald wieder weithin gelbe Sonnenblumenfelder. Dazu einige Fragen:
Werden Sonnenblumen in China großflächig angebaut?
Wird das Sonnenblumenöl in der chinesischen Küche gerne verwendet?
Wird es ähnlich wie Raps auch als Biotreibstoff verwendet oder beigemischt?"
F: Ja, liebe Hörer und lieber Siegbert, das ist eine interessante Frage, die wir sehr gerne beantworten. Sonnenblumen sind Krautpflanzen. Sie sind normalerweise ein bis drei Meter hoch und verfügen über einen großen Wurzelstock. Sonnenblumen gedeihen besonders unter hohen Temperaturen gut, sind zugleich aber weitgehend dürreresistent und frostbeständig. Ursprünglich aus Nordamerika stammend, werden sie heute in der ganzen Welt angebaut.
M: Ja, so ist es. In China wurde die Sonnenblume erstmals während der Ming-Dynastie vor etwa 500 Jahren eingeführt. Der erste schriftliche Beleg hierfür findet sich im „Qun Fang Pu", dem „Handbuch über Blumengebilde" von Wang Xiangjian, der zur Zeit der Ming-Dynastie lebte. In der Folgedynastie der Qing wurden die Sonnenblumen bereits in ganz China angebaut. Historische Aufzeichnungen berichten uns von der großen Verbreitung der Sonnenblume, die als essbar und schön beschrieben wird.
F: Grundlegend bestehen diese Pflanzen aus fünf Abschnitten, und zwar Wurzel, Stock, Blatt, Blume und Frucht. Sonnenblumen lassen sich zu allen vier Jahreszeiten anbauen, in China sind allerdings Frühling und Sommer besonders üblich. Besonders geeignete Temperaturen für den Anbau liegen zwischen 15 und 30 Grad Celsius. Die Wachstumsperiode variiert und kann 85 bis 120 Tage betragen, wobei Art, Saatzeit und Anbaubedingungen deutlichen Einfluss auf die konkrete Dauer nehmen.
M: Sonnenblumen sind groß und reich an Blättern. Besonders charakteristisch ist der ausgeprägte Heliotropismus. Erhält die Pflanze ausreichend Licht, nimmt die Zahl und Größe der Kerne zu. An den Boden haben Sonnenblumen hingegen keine besonderen Anforderungen und können sowohl in fruchtbarer als auch ertragsarmer, trockener oder sogar versalzter Erde gedeihen.
F: Man sieht also, Sonnenblumen haben ein starkes Anpassungsvermögen. Tatsächlich lassen sie sich überall anbauen, wo ausreichend Wasser und Sonnenlicht zur Verfügung stehen. Das Wachstum erfolgt sehr schnell, die Blütezeit beträgt mehr als zwei Wochen. In ihrem Aussehen ähnelt die Pflanze einer Sonne. Übrigens kann man sie auch im Blumentopf anbauen.
M: Ja, so ist es. Doch Sonnenblumen bieten vor allem einen großen wirtschaftlichen Nutzen. Die Sonnenblumenkerne lassen sich direkt verzehren oder aber zu Öl verarbeiten. In der chinesischen Küche wird Sonnenblumenöl sehr gerne verwendet und manchmal mit Soja- oder Rapsöl vermischt. Aufgrund seines niedrigen Cholesteringehalts zählt Sonnenblumenöl zu den qualitativ hochwertigsten Speiseölen und wird daher häufig genutzt.
F: Das die Sonnenblume eine wichtige Ölpflanze ist, dürfte vielen bekannt sein. Darüber hinaus ist sie aber auch eine Heilpflanze, deren Stock, Blätter, Blüten sowie Blütenachse zu Arzneimitteln verarbeit werden. Ihre Wirkung ist vor allem entzündungshemmend, magenstärkend und blutdrucksenkend. Mit den Sonnenblumenkernen hingegen lässt sich Blutfettgehalt reduzieren.
M: Der Anbau von Sonnenblumen bietet offensichtlich viele Vorteile. Sie verschönern nicht nur die Umgebung, sondern bringen großen wirtschaftlichen Nutzen. Die wichtigsten Anbaugebiete in China liegen im Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang, in den Provinzen Gansu, Shaanxi, Shanxi, Hebei und Shandong sowie in vereinzelten Gebieten im Nordosten und Südwesten Chinas.
F: Selbst in einigen Vororten Beijings lassen sich großflächige Sonnenblumenfelder finden, beispielsweise in den Bezirken Fangshan, Huairou, Changping und Daxing.
M: So ist es. Was in China jedoch weitgehend unbekannt ist, ist die Verwendung des Sonnenblumenöls als Biotreibstoff.
F: Soviel, liebe Radiofreunde, zur Rolle der Sonnenblume in China.



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