In vielen großen internationalen Museen, etwa im Britischen Museum in London, werden Skulpturen oder auch Vasen aus glasiertem Porzellan ausgestellt – ursprünglich ausgegraben in China.
Ganz besonders farbenfrohe Töpfereien werden „Tang Sancai" genannt, wörtlich übersetzt heißt das „dreifarbige Keramik aus der Tang-Dynastie".
Gao Shuiwang wohnt in dem Dorf Nanshishan, gleich in der Nähe von Luoyang, der früheren „östlichen Hauptstadt" der Tang-Dynastie. Der Unternehmer leitet eine namhafte Töpferei mit 50 Mitarbeitern, die alle auf die Herstellung von modernen „Tang Sancai" spezialisiert sind.
"Wieso wir diese Keramiken „Tang Sancai" nennen? Nun, zum einen wurden sie in der Tang-Dynastie hergestellt, und „sancai" bedeutet „drei Farben". Die Keramiken haben gewöhnlich drei Hauptfarben – gelb, grün und weiß – aber auch Zusatzfarben sind möglich. Die glasierten Keramiken, die wir hier herstellen, sind Nachbildungen davon."
Während der Tang-Dynastie vor etwa 1.000 Jahren wurden solche Keramiken üblicherweise von Höhergestellten und Wohlhabenden gesammelt und als Dekoration verwendet. Auch als Grabbeilage wurden sie genutzt, und das ist auch der Grund, warum man viele der alten Kunstwerke wiederentdeckt hat.
Gao Shuiwang erklärt, dass es Tang Sancai in verschieden Formen und Arten gibt:
„Viele der ausgegrabenen Töpfereien haben die Form eines Tieres, etwa eines Pferdes oder Kamels. Auch gibt es viele Gebrauchsgegenstände, Teller oder Töpfe etwa. Und auch kleine Figuren von Menschen gibt es, zum Beispiel die Figur einer Dienstmagd oder eines Soldaten."
Trotz der Popularität in der Tang-Dynastie geriet diese Kunst jedoch im Laufe der Jahrhunderte in Vergessenheit. Schließlich wurden Anfang des 20. Jahrhunderts in der Nähe von Luoyang viele gut erhaltene Bleiglasurwaren ausgegraben, als man Eisenbahnschienen verlegen wollte. Einige der Fundstücke wurden in das Dorf Nanshishan gebracht, um sie zu reparieren. Dabei entdeckten die Künstler dort die alten Techniken wieder. So wie Gao Shuiwang: er erlernte die Kunst dort in dem Dorf und übt sie nun schon seit 30 Jahren aus.
"Zuerst muss man den Körper herstellen, entweder von Hand oder mit einer Form. Dann muss man es erhitzen, um es zu härten, die Farbe wechselt dabei von grau zu weiß. Dann muss man den Körper in verschiedenen Farben glasieren und erneut auf 800 bis 900 Grad Celsius erhitzen. Dann ist es geschafft."
Die Töpferei von Gao Shuiwang besteht aus einem großen Haus mit wenigen großräumigen Zimmern.
Geräusch Mixer
In einem offenen Raum wird Kaolin, also Porzellanerde, durchmischt. Diese Tonerde war früher Hauptbestandteil von Tang Sancai. Nach der Filtration werden im Nebenraum verschiedene Figuren daraus gemacht. Auf einer Drehscheibe etwa stellt ein Arbeiter gerade einen Topf her. Gao Yueling, die Schwester von Gao Shuiwang, sagt, dass einfache Gegenstände wie Teller oder Töpfe üblicherweise von Hand hergestellt werden. Kompliziertere Gegenstände wie Pferde oder Figuren würden hingegen mit Hilfe einer Form angefertigt.
„Nehmen wir zum Beispiel dieses Pferd; zur Herstellung muss man 20 verschiedene Formen verwenden, etwa für den Kopf, den Pferdeschwanz, den Körper, die Beine oder die Hufe. Dann wird alles mit Ton zusammengesetzt."
Nach dem ersten Brennen bringen Arbeiter im nächsten Fertigungsgang verschiedene Glasuren auf.
Atmosphäre
Die Glasur besteht aus verschiedenen Mineralien, die sich im Brennofen auf der anderen Seite des Hauses durch das Erhitzen verfärben. Daher die vermischten Farben.
Atmosphäre
Das Dorf Nanshishan ist eine der Hauptstandorte für die Herstellung von Kopien von Tang Sancai. Etwa 40 Familien finden mit der Tätigkeit ein Auskommen, meist kleine Betriebe. Gao Shuiwang zufolge variiert dabei der Preis für die einzelnen Bleiglasurwaren: die billigsten kosten demnach ein paar Euro, denn sie werden meist mit modernen Techniken hergestellt. Solche Keramiken aber, die auf traditionelle Weise entstehen, kosten deutlich mehr.
„Es ist sehr anspruchsvoll, eine genaue Kopie einer Tang Sancai auf traditionelle Weise herzustellen. Es sind viele Arbeitsschritte mitinbegriffen, etwa den Körper anfertigen, oder die Gesichtszüge und das Glasieren. Von 50 Repliken sind vielleicht nur drei bis fünf brauchbar. Daher kosten sie auch tausend oder gar zehntausend Euro."
Gao Shuiwang sagt weiter, solche Replikas seien besonders bei Sammlern oder als Geschenk beliebt.
Atmosphäre
Während der Tang-Dynastie wurden viele der Originalkeramiken entlang der Seidenstraße in Richtung Westen exportiert. Zusätzlich wurden viele der Töpfereien auch nach Kriegen außerhalb des Landes gebracht. Seien sie also nicht überrascht, wenn sie solche Tang Sancai auch in westlichen Museen finden!
Übersetzt von Xiao Lin
Gesprochen von Xiao Lin



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