Chinesisches Kongfu ist eine der am schnellsten wachsenden Kampfsportarten auf der Welt.
Ihre Entwicklung begann vor etwa 1.500 Jahren in dem Shaolin Tempel in der zentralchinesischen Provinz Henan.
Der Legende nach haben 13 Shaolin-Mönche im 7. Jahrhundert das Leben des zukünftigen Begründers der Tang-Dynastie, Li Shimin, gerettet. Sie haben allein eine ganze Division der feindlichen Sui-Truppen besiegt und halfen so, Li Shimin zu entkommen.
Nach seiner Machtergreifung ließ der Tang-Kaiser sie mit Geld, Macht und Gefälligkeiten überhäufen, so dass Shaolin zum Zentrum für Kongfu im ganzen Land wurde.
Im 20. Jahrhundert waren es die Filme von Bruce Lee und Jackie Chan, die Kongfu halfen, zu Weltruhm zu gelangen.
Shaolin-Kongfu wurde zu einer gefragten Kampfsportart, für die es auch eine rege Nachfrage außerhalb von China gab.
1999 wurde im Norden von London ein Shaolin Tempel gebaut. Auf einer Gesamtfläche von 1.600 Quadratmeter ahmen nun hunderte Schüler aller Altersklassen ihren Filmhelden nach.
Shi Yanzi ist Shaolin-Mönch und der Cheftrainer der Londoner Schule.
Ich bin 1998 nach England gekommen. Damals war die Shaolin Kultur auf der ganzen Welt berühmt. Viele Touristen sind damals nach China gekommen, um mehr über unsere Kultur zu erfahren. Viele haben Briefe an das Kloster geschrieben und haben gefragt, ob sie Filialen in ihren Ländern eröffnen könnten. Deswegen hat sich mein Meister gedacht, dass ein Tempel nicht genug ist. Er hat Mönche ins Ausland gesandt, um die chinesische Kultur zu verbreitern. Ich wurde nach Großbritannien gesandt, um diesen Tempel zu gründen."
Yanzi ist ein Schüler von Shi Yongxin, dem Abt des Shaolin Klosters und den berühmtesten Vertreter der 34. Generation der Shaolin-Mönche. Er hat 1983 sein Training in der Kampfschule von Shaolin absolviert und dann bei Shi Yongxin gelernt. In den nächsten zehn Jahren beschäftigte sich Yanzi mit den Meditationspraktiken von Zen, aber auch mit Qigong, dem Zweikampf Sanshou und anderen Kampfarten von Shaolin.
Für Shi Yanzi sind alle diese Formen einzelne Bestandteile der chinesischen Kultur.
„Viele Menschen aus dem Westen interessieren sich für die Kultur von Shaolin. Zum einen ist die chinesische Kultur multikulturell. Wir haben die Philosophie des Zen-Buddhismus, Konfuzianismus und Daoismus – alle drei sind in einem vereint. Der zweite Grund ist die Kampfkunst von Shaolin. Sie kann sowohl der Selbstverteidigung dienen aber auch um fit zu bleiben und um den Charakter und die Persönlichkeit zu stärken. Shaolin ist anders als die anderen Kampfsportarten. Es kann dich körperlich und geistig vorbereiten und einen besseren Menschen aus dir machen. In den vielen Jahren, in denen ich unterrichte, hat dieser Stil den Schülern immer gefallen."
Geschichten von Shaolin-Mönchen, die ihre Körper in Kampfmaschinen verwandelt haben, sind eine Inspiration für Schüler, um sich zu verbessern und weiter hart zu trainieren. Und die Erfolge der hauseigenen Mannschaft lassen sich sehen:
„Ja, wir haben ein professionelles Kampfteam hier im Tempel. Ich trainiere in der Mannschaft, seitdem ich hierher gekommen bin. Wir haben an vielen Wettkämpfen in Großbritannien und in Europa teilgenommen und auch an der Weltmeisterschaft. Die Ergebnisse sind nicht schlecht, viele sind Meister geworden. Unsere Mannschaft ist ein Beispiel dafür, wie das traditionelle Wissen des Shaolin-Klosters fürs Kämpfen genutzt werden kann."
Der Tempel in London ist eines der insgesamt 40 Shaolin-Filialen auf der ganzen Welt. In jedem von ihm kann man authentisches Kongfu aus dem Herzen Chinas lernen.



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