Vor 569 Jahren, im Jahr 1442, wurde die Heytgah-Moschee erbaut. Ihre Grundfläche ist etwa so groß wie drei Fußballplätze. Auf beiden Seiten des hohen Eingangstors aus gelben Ziegeln stehen versetzt zwei 18 Meter hohe Minarette mit Mondsicheln auf den Spitzen. Der Name Heytgah hat seinen Ursprung, laut dem Sprecher der Moschee, in den zwei großen uigurischen islamischen Festen Roza und Kurban.
„Zu Roza nehmen hier etwa 60.000 bis 70.000 Gläubige am Gottesdienst teil. Danach versammeln sie sich auf dem Platz vor der Moschee und tanzen traditionelle uigurische Tänze, um das Fest zu feiern. 70 Tage nach Roza ist Kurban. Auch zu diesem Fest tanzen sie drei Tage lang auf dem Platz. So ist die Moschee zu ihrem Namen gekommen. Heytgah bedeutet „Ort für Feierlichkeiten und Gottesdienste"."
Tritt man durch das große Tor der Heytgah-Moschee, erreicht man, nachdem man eine achteckige Halle durchschritten hat, den großen Garten. Dort wachsen Pappeln, Maulbeerbäume und üppig blühende Ulmen. Obwohl die Moschee mitten im Stadtzentrum liegt, ist es im Garten ruhig und reizvoll. Auch das Wohnheim für Schüler, die den Islam studieren und der Teich für die rituellen Körperwaschungen vor dem Gebet befinden sich dort. Auf dem Weg, der neben dem Teich entlangführt, erreicht man über fünf Treppenstufen die Gebetshalle. Die innere Halle kann bis zu 800 Gläubige aufnehmen, die äußere bis zu 5.000.
Kamili, ein Angestellter aus der Moschee erklärt, der Stil der Heytgah-Moschee sei sehr besonders und mische den uigurischen und den traditionellen islamischen Baustil:
„Zum Beispiel der Torbogen, schon mit einem kurzen Blick erkennt man den traditionellen islamischen Baustil. Im Vergleich dazu sind die inneren und äußeren Hallen im traditionellen uigurischen Stil gebaut, wie man ihn von uigurischen Wohnhäusern und anderer Architektur kennt."
Durch ihre Größe und den besonderen Baustil ist die Heytgah-Moschee ein seltenes Beispiel für religiöse Architektur in China. Sie zählt zu den beliebtesten touristischen Sehenswürdigkeiten in Kaschgar, 2010 kamen über 70.000 Besucher. Kamili meint, die Öffnung der Heytgah-Moschee sei vorteilhaft für die Verbreitung und Weiterentwicklung des Islam.
„Viele Touristen kommen her und sagen mir, dass sie vorher fast nichts über den Islam wussten. Nachdem sie es mit ihren eigenen Augen gesehen und mit ihren Ohren gehört haben, empfinden sie die islamische Kultur als sehr tiefgründig und reich."
Die Heytgah-Moschee ist nicht nur für Touristen ein Highlight, sie lockt auch Spitzenpolitiker und Botschafter aus zahlreichen islamischen Ländern. Bereits drei iranische Präsidenten besuchten die Moschee und brachten wertvolle persische Teppiche mit. Als wichtiges Gebäude in Kaschgar ist die Heytgah-Moschee der Stolz der Bewohner. Mohamed Tuorshun, ein uigurischer Junge meint:
„Diese Moschee hat eine lange Geschichte. Für Muslime ist es ein sehr seltenes Glück, wenn sie in dieser Moschee an einem Gottesdienst teilnehmen können. Wir können alle glücklich sein, dass wir in Kaschgar, einem Ort mit einer so großen Moschee geboren sind. Auch ich freue mich darüber."
Mittlerweile hat der chinesische Staatsrat die Heytgah-Moschee als historisches Gebäude in die Liste zum nationalen Schutz von Kulturgegenständen aufgenommen. Mit den Geldmitteln und der Unterstützung der Politik kann sie so besser erhalten und renoviert werden.
Übersetzt von Zhong Xi
Gesprochen von Zhang Chen



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