Im März hat das chinesische Staatsfernsehen CCTV eine Meldung ausgestrahlt, die große Aufmerksamkeit erregt hat. Danach ist Herr Li aus Harbin in der nordostlichen Provinz Heilongjiang umgezogen und zwar in eine Sozialwohnung für unglaubliche zwölf Yuan pro Monat. Die Innenausstattung der etwas über 30 Quadratmeter großen Wohnung war vor dem Umzug bereits fertig gestellt.
„Die Miete unserer Wohung ist sehr billig. Pro Jahr müssen wir lediglich 144 Yuan ausgeben."

Seit Jahren sorgt sich die chinesische Regierung um die Wohnungsprobleme von Menschen mit niedrigem Einkommen. Vor einigen Jahren wurde in China bereits mit der Vergabe von Sozialwohnungen begonnen.
Das Sozialwohnungssystem sieht verschiedene Möglichkeiten vor. Eine Möglichkeit ist, dass die Regierung neue Wohungen baut, die dann relativ billig an Familien mit niedrigem Einkommen verkauft werden. Eine andere Möglichkeit sind Mietzuschüsse, so dass die bedürftigen Familien real weniger Miete zahlen. Es gibt auch staatliche Wohnungen oder Häuser, die dann zu niedrigen Mieten an Familien mit geringem Einkommen vergeben werden.
Die regierungsunmittelbare Stadt Chonqing ist bezüglich der Vergabe von Sozialwohnungen landesweiter Vorreiter. Am 2. März wurde in der Stadt im Südwesten erstmals eine Auslosung für Sozialwohungen gestartet. Zum Angebot standen mehr als 15.000 Wohnungen. Das Verhältnis von Bewerbern und Sozialwohnungen lag bei 1:1,46. Die Glücklichen mit dem richtigen Los konnten ab April in ihre neuen Wohnungen ziehen.
Im Jahr 2010 sah die chinesische Regierung den Bau von insgesamt 5,8 Millionen Sozialwohnungen vor. Tatsächlich wurden Bauprojekte für 5,9 Millionen solcher Wohnungen gestartet. Bis Jahresende sind 3,7 Millionen davon fertig gestellt worden. Im laufenden Jahr werden landesweit zehn Millionen Sozialwohnungen gebaut und zugewiesen. In den folgenden fünf Jahren sollen in China 35 Millionen Sozialwohungen fertig gestellt werden.
Der stellvertretende chinesische Wohnungs- und Bauminister Qi Ji nennt die Faktoren, die eine reibungslose Durchführung des Sozialwohnungssystems garantieren könnten:
„Vor allem muss die Bodensituation für den Bau neuer Wohnungen geklärt werden. Außerdem ist finanzielle Unterstützung ein wichtiger Faktor. Für solch ein großangelegtes Projekt braucht man genügend Mittel. Nicht zuletzt müssen wir dafür sorgen, dass wir in einer bestimmten Zeitspanne so viele Sozialwohnungen wie möglich fertig stellen."
Das Sozialwohnungs-Projekt verschlinge eine riesige Summe, wie Li Daokui, Professor der berühmten Tsinghua-Univeristät, erklärt:
„Nach meiner Schätzung ist jede Sozialwohnung durchschnittlich 70 Quadratmeter groß. Die Baukosten pro Quadratmeter betragen etwa 2.000 Yuan. Für die Fertigstellung von zehn Millionen Sozialwohnungen müssten also voraussichtlich 1,4 Billionen Yuan bereitgestellt werden."
Professor Lis Kalkulation entspricht dem Plan der chinesischen Regierung: In diesem Jahr sollen 1,4 Billionen Yuan RMB in soziale Bau- und Montagearbeiten investiert werden. Laut dem stellvertretenden Wohnungs- und Bauminister besteht die Geldsumme aus zwei Teilen. Qi Ji:
„Ein Teil davon beträgt rund 800 Milliarden Yuan. Dieses Geld wird von verschiedenen Organisationen beziehungsweise den Unternehmen, deren Mitarbeiter die Sozialwohnungen bekommen, gespendet. Die restlichen mehr als 500 Milliarden Yuan übernehmen die Zentralregierung sowie die Lokalregierungen auf Provinz-, Stadt- und Kreisebene."
Trotz der Etappenerfolge sind die Wohnungsprobleme der geringverdienenden Familien noch lange nicht gelöst. Yu Lian ist Generaldirektor der China City Construction Holding Group. Er sagt:
„Bisher haben wir weniger als acht Prozent der Geringverdiener mit Wohnungen versorgen können. Der Bedarf der anderen 92 Prozent ist noch zu decken. Während des zwölften Fünfjahres-Programms will die Regierung 36 Millionen Sozialwohungen fertig stellen. Auch wenn dieses Ziel erreicht werden könnte, würde das Verhältnis die Marke von 20 Prozent noch nicht übertreffen."
Übersetzt und gesprochen von Zhang Chen



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